Danni: Hi Philipp, ja die Ungeduld und ich, sind, wir kommen nicht so gut klar. ja, ich freue mich wie immer über dein Intro und grüße euch da draußen und bin gespannt, welche Fragen du heute mitgebracht hast.
Philipp: Genau, auch für heute habe ich mir so eine Kleinigkeit an Reihenfolge vorbereitet. Und wie eben versprochen, würde ich passend zum Thema Herbst direkt mit diesem Baum der Woche von gestern starten. Die habe ich schon ein Bild zugeschickt. Im schönsten Herbstkleid präsentiert sich der Baum der Woche diese Woche. Ich werde wie immer beginnen zu erzählen, was ich sehe und dann gibt es eine fachliche Einordnung von dir zu der ganzen Geschichte. Ich öffne gerade nebenbei nochmal das Bild. Also der Baum steht, an dem komme ich ziemlich oft vorbei, weil er nämlich auf meiner Radrunde direkt vor der besten Eisdiele der Umgebung steht. Sprich, ich sitze da im Sommer öfter im Schatten drunter und habe dann gestern kurzfristig angehalten, weil er wirklich richtig schön bunt ist. Also wir haben einen bunt gefärbten Herbstbaum, der mitten an der Straße, einem Parkplatz, an einem kleinen steht. Drunter steht eine Bank, eine Zwei-Bänke sogar, auf denen man sich im Sommer im Schatten gut ausruhen kann. Er sieht aus meiner Sicht ziemlich fit aus, ist nicht so riesengroß wie manch andere Bäume. Er steht halt auch mitten im Dorf, in der Stadt. Bin mir gar nicht sicher, was das ist. Ja, er sieht relativ fit aus und hat an sich für alle Anwohner und alle Gäste darum, denke ich, ziemlich guten Standort, weil er den Platz ganz schön aufwertet, der rundherum komplett versiegelt ist und durch den Schatten im Sommer auf jeden Fall die Aufenthaltsqualität ziemlich erhöht. Genau, das von mir und jetzt du.
Danni: Ja, tatsächlich bei dem... Ja, es ist wieder völlig crazy. so erstmal, es ist eine superschöne Herbstfärbung. Es ist eine Buche. Das heißt, die hat eine schöne gelbe Herbstfärbung. der Chlorophyllabbau hat da schon stattgefunden. man sieht jetzt hier das gelbe Orange. die Karotinoide werden da sichtbar und... Du sagtest, der sieht da fit aus. Ich sehe da jetzt schon tatsächlich an dem Baum, weil Buche ist ein Baum, der kommt in unseren Städten nicht sonderlich gut klar. Ihr geht es da noch gut. Aber man sieht in der Krone tatsächlich schon eine leichte Vitalitätsverminderung. der bekommt da aktuell leider schon ein bisschen Probleme, hat aber einen super Kopfsteinpflaster außenrum. heißt, Kopfsteinpflaster ist Durchlässig, auch für den Gasaustausch ist das wichtig und Buche ist so unser Sensibelchen, wenn es Wurzeln geht. wenn jemand so die Drama Queen Wurzel ist, dann ist es die Buche. Und die hat da auch noch ein paar andere Sachen, die dir gar nicht aufgefallen sind, aber da steht ja ein
Philipp: Natürlich nicht.
Danni: Kackertütchen-Spende. So und man sieht an dem Baum tatsächlich unten so einen weißen Belag. ist natürlich, kann man sich vorstellen, so gehst du mit deinem Hund da Gas, ziehst dir ein paar Tütchen
Philipp: Zeig es ja!
Danni: aus dem Ständer raus. So und der Hund denkt sich so, boah geil hier im Baum kann ich dran pinkeln. also ich kann es jetzt nicht hundertprozentig sagen, weil dazu hätte ich den Baum auch vor Ort sehen müssen. Normalerweise wenn ein Baum halt so hoch frequentiert ist von irgendwelchen Hunden, weil da pinkelt ja dann nicht mal einer hin, wenn da Leute mit dem... sich die Tütchen holen, sondern das ist ja dann so ein Dauerpinkelbaum, sag ich mal. wahrscheinlich sind das Harnstoffe, die sich Baum abgelagert haben oder auch Salze ist in Urin auch drin. man sieht da unten am Stammfuß so eine helle Verfärbung einfach schon. Hundenurin ist nicht sehr zuträglich für Stadtbäume, sowieso, die sowieso halt so pingelig mit allem ist. der ist da schon belastet. Aber er sieht noch schick aus. Also gibt's momentan nichts zu bemängeln. Aber man sieht schon, naja, ganz so geil geht's ihr nicht. Aber es ist alles fit mit ihm. Es ein schicker Buch am Standort und halt mit der Herbstfärbung einfach nur toll.
Philipp: Mega krass sind mal wieder die Details auf die es ankommt, die ich natürlich überhaupt nicht gesehen habe.
Danni: Ja, aber ich find's geil, dass du dir immer so Sachen auch raussuchst, wo ich sag, geil, wenn ich das Bild schon seh, geil, mal gucken, ob Philipp das gesehen hat, wo ich mich das schon frag. Aber das ist tatsächlich entscheidend für Stadtbäume.
Philipp: Ja verrückt, schon nach den ersten zweieinhalb Minuten wieder was gelernt. So viel zum Thema Bau der Woche. Genau, damit geht's gleich weiter.
Danni: Freut mich.
Philipp: Auch in Sachen Nebel, der sich gelichtet hat, habe ich ja schon gesagt, dass sich die ersten Fragen und so bei uns eingefunden haben. Und so gab's...
Danni: Zeitang. Es freut mich mega, freut mich mega. Du musst viel mehr Fragen schicken Leute. Bitte,
Philipp: So gab es unter unserem Post zur Folge bei Kastanienmännchen einen Kommentar, dass es in der Schweiz eine Art Impfung für Bäume gibt. Das hat mich natürlich aufhorchen lassen, weil ich davon bisher noch so gar nichts gehört habe. Darunter gab es auch direkt zu bedenken, dass es am Baum gegebenenfalls mehr schadet als nutzt und dass für Impfungen der Stamm alle drei bis fünf Jahre perfuriert wird. Und es wird auch zu Bedenken gegeben, dass nicht ganz klar ist, ob die Reste des, ich nenne es mal Impfstoffs, am Ende in Polen und folglich vielleicht auch im Hunig landen. Daher, ich würde es heute mal als meine Frage der Woche nennen, können wir Bäume tatsächlich impfen oder ist es ein
Danni: Jog.
Philipp: schöner Begriff für was ganz anderes?
Danni: Ja, erst mal das. Also das ist schon mal gut, weil natürlich sagen wir Impfung. So, weil das ist natürlich, wie kann ein Mensch sich vorstellen, was wir da mit dem Baum machen. Wir nehmen das Wort Impfung. Also so ist es nicht. Es ist eine Stamminjektion. der Baum ist dann nicht immun, wenn du dem was einflößt, so. Sondern es ist eine Stamminjektion. Das Mittel ist von Syngenta. Und das wird dann da praktisch injiziert, das stimmt so, das wird dann übers Xylem in den Baum, in die Blätter transportiert, so die Motte frisst von dem Stuff und geht dann eben hops. das ist eigentlich ein Pflanzenschutzmittel.
Philipp: Aber nochmal kurz zum Bezug. Es geht rein die Motte aus der vorletzten Folge, die in der Kastanie wohnt. Oder ist das erweiterbar auf andere Schädlinge?
Danni: Naja, das ist ja das Problem. heißt, Syngenta, die Firma, die das herstellt, die hat zum Beispiel eine Zulassung für die Schweiz, für Italien und 2013, 2014 haben die auch einen Antrag in Deutschland gestellt. So jetzt ist es ja hier so mit unserer Bürokratie, also vieles läuft ja hier so ein bisschen verrückt. Manches läuft auch relativ gut, also hier kann man sich jetzt drüber streiten, ist es gut oder schlecht, ich hab da keine... feststehende Meinung dazu. Aber in Deutschland ist es so, wir haben das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das BVL, so und das hat damals eben der Zulassung nicht zugestimmt. Dann haben wir noch unsere Pflanzenschutzdienste der Länder. jedes Bundesland macht normalerweise so sein eigenes Süppchen und gibt da auch Empfehlungen oder das JKI, das Julius-Köhn-Institut gibt da manchmal auch noch seinen Senf dazu. Und wie gesagt, das Mittel ist oder der Wirkstoff ist nicht als so unbedenklich eingestuft worden. Also Syngenta hätte da ewig lange Studien bringen müssen. Hier ist gar nicht so schlimm. Blabla, haben sie bei uns nicht gemacht. Also in Italien und der Schweiz war das eben nicht nötig. dort hat das Mittel eine Zulassung bekommen. Und die Frage ist eben ja, der Wirkstoff, kann. natürlich, da gelangten die Blätter und somit auch in die Laubstreu. wenn Regenwürmer von dem Stuff fressen oder irgendwelche anderen, wir nennen das Zielorganismen, hat immer so bisschen nach Agenten-Thriller an, aber ja, wenn die anderen Zielorganismen davon fressen, dann können die natürlich auch hops gehen. weil das eben nicht abschließend geklärt war, ist diese Zulassung wohl nicht erfolgt. Und die Kernfrage ist weiterhin, weil hatten wir ja in der letzten Folge schon gesagt, die Kastanienminirmotte bzw. die Schäden, an Kastanien oder Rostkastanien entstehen, die sind halt in erster Linie optischer Natur. Klar hat die Kastanier ab Juni, Juli Struggle, weil die halt nicht mehr so viel Photosynthese betreiben kann, aber die schafft es ja. die Frage, die auch beantwortet werden musste bei der Zulassung dieses Mittels so... ist jetzt was, praktisch nur optisch auf den Baum wirkt, wirklich so prekär, dass wir jetzt hier so ein Mittelchen einwirken müssen, wo wir noch gar nicht wissen, wie es auf die Zielorganismen wirkt und ob das praktisch notwendig ist. Deswegen ist das praktisch bei uns nicht. Schädlingsbekämpfung und dann ist jetzt halt auch noch die Sache mit den Wundschäden. Es gab eine Untersuchung von Tommy Jack, die war 2,6. Das war allerdings eine super kleine. Ja, es gab super wenig Bäume, die untersucht wurden. Tommy Jack hat halt in seinen Untersuchungen nachgewiesen, dass es Cambiumnecrosen gab, Verfärbung, Pilzbesiedlung an den Interaktionsstellen und ja, dass auch manche Bäume dass die absterben können. obwohl die Untersuchung so klein war, wird die anscheinend super ernst genommen und wird sich immer wieder drauf berufen. Also wie gesagt, möchte abschließend keine Ja, ist gut, ist schlecht abgeben, weil in der Schweiz funktioniert es zum Beispiel super gut. Aber man kann jetzt auch nicht sagen, dass damit überhaupt kein Befall mehr stattfindet. die haben trotzdem noch einen Befall, aber das ganze Blatt sieht halt nicht mehr so hart kombiniert aus. wie es dann jetzt bei uns der Fall ist. es kann schon eine Verbesserung stattfinden, aber du musst halt immer auch gucken, wenn du jetzt zum Beispiel einen Baum, der schon krank ist und schon seit zehn Jahren unter der Trockenheit und der Motte leidet und dem es vielleicht schlecht geht, auch von der Vitalität her, dann noch so eine Injektion verpasst, wo der dann auch Stammproblematiken bekommt. Also bei so einem Baum würde ich eher davon abraten und da muss halt auch genauer werden. bei jungen Bäumen, wenn die noch fit sind, wo du das halt eher machst, damit die eine Zukunft haben oder besser Photosynthese betreiben können, da ist es eher angebracht. Also es ist wieder so eine Einzelfallentscheidung und wie gesagt, uns in Deutschland hat er auch zusätzlich noch wegen den Zulassungsbedingungen, weil es halt ein Pflanzenschutzmittel ist. Naja, eben.
Philipp: Meine Frage wäre dann halt jetzt auch gewesen, retten wir damit Bäume? Wollen wir Bäume damit schicker machen oder versuchen wir irgendwelche Fehler bei Standortwahl oder die überhaupt mit der Auswahl von der Pflanze vielleicht schon gemacht wurden, da auszubügeln? Das ist mir noch bisschen...
Danni: Ja, ja gut, aber das betrifft ja alle Rosskastanien. Das heißt, kommen nicht drum herum. Also ganz, ganz wenige
Philipp: Mhm.
Danni: Rosskastanien sind überhaupt nicht befallen, aber es betrifft schon fast alle unsere Rosskastanien. du kannst halt nur noch, wenn du sagst, hier andere Baumart, klar, dann pflanze halt eine andere hin. Dann hast du halt die Rosskastanien nicht mehr. Das machen wir ja als in der Stadtplanung. wir pflanzen die Rosskastanien einfach nicht mehr die Weißblühende. Das ist ja auch das, was wir in der letzten Folge gesagt haben. Wenn du sie weiterpflanzen willst, dann hast du da darbende Bäume am Standort stehen, die dann nicht ihre volle Leistung erbringen können. Klar, wenn so ein Baum dann im Juni schon braun ist, hat der nicht mehr seine ganzen Leistungen, er erbringen kann. Das brauchst ja in der Stadt. Aber ja, es ist ein optisches Thema auch zusätzlich. Das heißt, ja.
Philipp: Okay, soweit dazu. Ich habe was gelernt. Wir klären nicht abschließend, ob wir das gut oder schlecht finden und schauen mal, wie sich das Ganze entwickelt. Anschließend an den Kommentar gab es unter einem unserer letzten Posts zu den Folgen einen weiteren Wunsch, und zwar zum Thema Wasserversorgung. Der kam unter der letzten Folge, glaube ich, von Natürlich Regensburg. Ich kann ja mal ganz kurz zitieren, ehe ich meine
Danni: Hm.
Philipp: Gedanken ergänze und dir meine mehrseitigen Fragen sammlung dazu präsentiere. Genau, drei Hitzewellen, jetzt Zitat, drei Hitzewellen 2026 fordern bezüglich der Nichtbewässerung von Altbäumen ein Umdenken. Vor der Hitzeperiode soll ein Stadtbau mit ca. 1000 Litern Wasser langsam vier bis acht Stunden gegossen werden. Damit schafft er die anstehende Hitzewelle recht gut. Frage, wo soll das Wasser, private Cisternfluss, Trinkwasser für die ganzen Stadtbäume herkommen und wo ist die App dazu, wer wann wie viele da gegossen hat. Auf jeden Fall eine sehr spannende Frage auch für mich, die ich gern mal mit meinen Fragen ergänzen würde und ich habe dir ein paar Punkte und eine grobe Struktur unterteilt, dass wir uns daran vielleicht ein bisschen lang hangeln können. Als ersten groben Punkt habe ich das Schlagwort Wasserbedarf. sind 1000 Liter für einen Altbaum vor einer Hitzewelle wirklich sinnvoll und auf welcher Grundlage ist die Zahl entstanden? Also ich kann es mir immer schlecht vorstellen, wie 1000 Liter sind jetzt ein Kubikmeter. Das ist auch eine ganz schöne Menge, wenn ich die jetzt auf einmal in irgendeinen Baum kippe, sehe ich den Effekt nicht so richtig. Kannst du vielleicht dazu erstmal...
Danni: Ja, vor allem wo... Also vor allem, wo willst du es hinkippen? Also man geht immer davon aus, die Sachen oder auch bei jungen Bäumen, wenn man ermittelt, so und so viel Liter bräuchte der Baum, da geht man von der Verdunstungsleistung von so einem Baum aus. Weil das hatten wir das letzte Mal ja auch. Der hat unten so Spaltöffnungen, wo auch Wasser verloren geht. der verdunstet an einem Tag so und so viel Liter Wasser. und damit kann sie irgendwie grob hochrechnen, wenn der Sohn so viel Liter verdunstet, wie viel bräuchte er dann, bla bla. Das heißt, ja klar.
Philipp: Das ist aber größenabhängig. Das heißt, ein älterer Baum mit einer größeren Krone, mehr Blättern verdunstet mehr Wasser als ein neu angepflanztes, der 15 Blätter hat.
Danni: Genau, so das heißt du kannst schon mal gar nicht sagen so der Baum bräuchte jetzt 1000 Liter, der nächste Baum braucht vielleicht 2000 Liter, das sind einfach nur so fiktive Werte, die sie da offenbar in den Raum gestellt hat und das war die Frage, also wie man darauf kommt, so aufs Künstler.
Philipp: Genau, Und dann anschließend daran habe ich mir die Frage gestellt, brauchen, wir haben jetzt hier vor allen Dingen von Altbäumen gesprochen, weil wir auch in der Folge mit Kevin geklärt hatten, dass neu angepflanzte Bäume sowieso die ersten paar Jahre Pflege bekommen, damit die sich erst mal entwickeln können. Also brauchen Altbäume wirklich eine zusätzliche Bewässerung? Und ist das sinnvoll oder ist das nur für solche an wirklich, sage ich mal, exponierten, schwierigen Standorten, die ... komplett prallender Sonne stehen oder wie auch immer die Eigenschaften sein mögen notwendig.
Danni: Wir sprechen da von sogenannten etablierten Bäumen. Das heißt, wenn Baum am Standort schon klarkommt, der schon mehrere Jahre dort steht, dann ist er in der Regel etabliert. Wenn er es dann nicht schafft, dann schafft es auch, ja, dann ist es praktisch so ein bisschen eine Krux zu sagen, ja, okay, sollte man den, also ich bin dafür, bei zum Beispiel Naturdenkmalen, weil das nochmal was anderes ist, weil das auch was Ja, historisches ist, was wertvoll ist im Sinne für die Artenvielfalt oder noch aus vielen anderen Aspekten. bei Naturdenkmalen bin ich persönlich auch dafür, die zu wässern, wenn es der Standort in irgendeiner Art und Weise hergibt. Weil du hast ja natürlich auch Bäume stehen, die an komplett versiegelten Standorten stehen. Wie willst du die wässern? Weil ein Baum, hat ja seine Feinwurzen oder den Anteil, wo das Wasser aufnimmt, ist ungefähr da, wo die Krone aufhört. und dann noch mal der Bereich außen rum so ein bisschen. wenn du den am Stammfuß gießt, bringt das einem Baum 0,0, weil da hat der seine Wurzeln zur Verankerung.
Philipp: Genau, das wäre jetzt meine Frage gewesen, wenn ich gieße. Ich meine, ich mache das im Sommer bei meinem Pfirsichbaum im Hof so auch, so Alibi-mäßig mal fürs gute Gewissen wahrscheinlich eher. Aber wenn ich den gieße, kommt das wirklich da an, wo der Baum das auch braucht oder ist das
Danni: Also du musstest sowieso alles immer bei Stadtbäumen direkt auf das Individuum und auf den Standort
Philipp: Ja, gut.
Danni: direkt betrachten. Wenn man es genau nehmen will,
Philipp: Hm?
Danni: schon. Und dann hast du hier auch, also wir haben umfangreiche Untersuchungen, eine davon, den können wir euch auch in die Show Notes packen, da suche ich mal eine raus. Da geht es darum, dass etablierte Bäume bei undurchlässigen Belägen, also jetzt mein komplett Asphalt, so den Baum, den wir letzte Woche hatten, Baum der Woche, der war ja komplett asphaltiert. Und zu solchen Bäumen haben wir praktisch Untersuchungen, dass die grundsätzlich nicht stärker unter Trockenstress leiden als Bäume an anderen Standorten. Klar, wenn du eine komplett versiegelte Fläche hast, also der Gasaustausch muss möglich sein. heißt, so Kopfsteinpflaster, was die Buche von heute hat, das ist schon nicer, weil dann kann also Wurzeln brauchen zum Beispiel auch enorm viel Wasser. Sauerstoff, so der Gasaustausch, das ist schon eine wichtige Sache oder Abstrahlungshitze ist auch ein Thema so. Aber wenn ein Baum da unterhalb mit seinen Wurzeln liegt. hatte ich letzte Woche auch schon mal angesprochen. Der hat ja Leckagen da unterirdisch. Ich hatte das mal für Hessen rausgesucht, weil es mich interessiert hat. So in Hessen, ist eine Untersuchung von 2,24. Also wie viel Wasser aus solchen unterirdischen Leckagen. Also ich habe es einmal täglich und einmal jährlich. Was würdest du dir denken für ganz Hessen? Wie viel liet er da täglich? verloren gegen. Drop mal irgendeine Zahl.
Philipp: Also wir reden jetzt auch von so Abwasserleitungen oder allgemein Wasserleitungen...
Danni: Von Wasserleitungen, unterirdisch irgendwo liegen und die so bisschen kaputt sind oder was noch rein zählt, ist wenn jemand Wasser klaut. Also das sind alles Zahlen, die kannst du nicht so komplett trennen, aber das meiste sind wohl Leckagen, also wo einfach irgendwas kaputt ist in der Leitung und wo halt so ein bisschen Wasser rauströppelt.
Philipp: Ich habe überhaupt keinen Anhaltspunkt. Meine Standardantwort ist sehr gerne immer 600.000. Das steht wahrscheinlich in keinerlei Zusammenhang, aber das würde ich jetzt hier einfach wählen.
Danni: Ja, ja, ist ja einfach bursch. Wir sagen jetzt einfach mal 600.000 sagt Philipp und hier laut der Untersuchung sind es 62,5 Millionen Liter täglich allein in Hessen so. Das sind 25 Schwimmbecken, habe ich noch mal rausgesucht, weil kann man sich sowieso nichts vorstellen und
Philipp: Genau.
Danni: jährlich sind das ganze 22,8 Millionen Kubik. Das sind 56 Mal der Kölner Dom. Also so viel im ganzen Jahr. ein Baum hat unterirdisch, wie gesagt, dieses zusätzliche Wasser zur Verfügung. Und wenn er am Standort nicht zurechtkommt, dann hat das nicht allein mit zu wenig Wasser zu tun, sondern auch mit der Hitze, der der am Standort ausguckt. Gerade bei Bäumen, die in anderes Wärmefenster gewohnt sind. bei denen noch, oder es kam jetzt kürzlich auch eine Untersuchung raus, dass wir bis 2100 in Europa oder in Deutschland plus 2,8 Grad Erwärmung erwarten. Das sind Temperaturfenster, da gehen eben viele heimische Baumarten nicht mehr mit. gehen auch, du hast ja zu den 2,8 Grad, die da prognostiziert wurden, hast du ja auch noch Peak Jahre. du hast ja nicht nur die Jahre, wo das bei 2,8 bleibt, sondern du hast auch mal Ausreisejahre, wo wir dann bei, weiß ich nicht, 3,2 sind. Und da müssen wir halt viel stärker hindenken, dass es nicht nur allein ums Wasser geht, sondern dass es halt auch die Temperatur geht. Ja, so schön es auch ist, alle Bäume zu bewässern, ist ja schon gar nicht möglich, weil gerade du als Politiker, es gab, es gibt in den Trockenjahren, gibt es immer mal wieder Städte, die die Wasserentnahme ja komplett restriktieren, wo du überhaupt kein Wasser mehr entnehmen darfst, darfst deine Pools nicht mehr füllen. Ja, genau. Genau.
Philipp: Ich grätsch noch mal kurz rein, da kommen wir gleich dazu beim nächsten Punkt Wasserbeschaffung. Abschließend noch mal zum Bedarf nur noch drei ganz, ganz kurze Fragen. Wie lässt sich für mich, der keine in Anführungsstrichen Ahnung hat und an dem Baum vorbeigeht, erkennen, ob der tatsächlich an Wassermangel leidet? Kann ich das überhaupt einschätzen?
Danni: Ja, das kannst du schon erkennen. heißt, wenn die Blätter hängen, das ist schon mal so die erste Stufe, grob gesagt jetzt einfach so, Blätter hängen unter. Ja, genau, das kannst du gut vergleichen.
Philipp: Das kenne ich von meinen Zimmerpflanzen hier ja.
Danni: So ähnlich ist es auch beim Baum. Auch mit Feinstaub, by the way, wenn du mal drüberwischst. Das was an der Zimmerpflanze an Staub hängt, das nimmt halt auch einen Stadtbaum an Feinstaub auf. Aber das nur nochmal am Rande. Aber ja, wenn die Blätter hängen, erst ist indeed so, ja, müsste mal wieder gegossen werden. wenn dem Baum, deinem Straßenbaum was Gutes willst. Einmal pro Woche, also nicht jeden Tag, das ist eher hinderlich. Ja, Ja, genau. Ne, ne, ne.
Philipp: Das wäre die nächste Frage. Ist es sinnvoller, viel zu gießen oder jeden jeden Tag ein bisschen?
Danni: Das wollen wir nicht. Also das ist äh der Baum will haben so einmal pro Woche oder noch mehr Abstände dazwischen, aber dann mal ordentlich so. Und ähm ja.
Philipp: Und dann letzte Frage von mir jetzt erstmal zum ersten Block. Kann ich den Baum auch zu viel gießen, dass das genau ins Gegenteil überschlägt, wenn ich da dran schütte ohne Ende?
Danni: Ja, das geht auch. sind vor allem, wenn der in so Pots drin steht, dann kannst du den schon zu viel gießen. Aber ja, wer soll das leisten? Also du hast ja vorhin schon gesagt, den Mengen... Bei einem Jungbaum rechnest du ja ungefähr so 100-120 Liter pro Woche. Wer soll da zu viel gießen? Das sind ja schon unendlich viele Gießkannen, wenn du das als Privatperson leisten willst. Also, ist schon tricky. Weiß ich nicht, ob das überhaupt geschafft wird mit zu viel Gießen. Vielleicht bei so Patenschaften, da werden auch manchmal so Sensoren eingesetzt. Oder da sind die Sensoren durchaus sinnvoll zu sagen. Ja, was für eine Bodenfeuchte haben wir im Boden? Muss da überhaupt der nächste Nachbar hin und muss gießen? Ja. Ja. Ja, schön.
Philipp: Ich winke schon, weil es gibt nämlich noch einen weiteren Punkt, heißt Organisation und Digitalisierung. Da würde ich auf den Sensor dann gerne noch mal besprechen kommen. Genau. Aber wie ich eben schon angedeutet habe, ist mein nächster Fragenschwerpunkt Wasserbeschaffung. Das kam ja auch in der Frage rüber. Woher sollte das Wasser für Tausende Stadtbäume kommen, wenn gleichzeitig die Böden ausdrucken, trocknen und Flüsse Niedrigwasser führen? Genau das ist es. Ich meine, ich sehe das bei mir auch. Der Fluss bei uns vor der Tür, also die Ilm, ist jetzt nicht so sehr klein. Aber in den letzten Jahren ist die regelmäßig in den Sommermonaten auch verschwunden. Also es gibt dann auch schon die Auflagen, wie du auch gerade gesagt hast, dass die Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern dann verboten wird. Wir haben ja gar nicht so viele Alternativen. Wir haben Regenwasser aus Cistern, haben Flüsse oder Seen, im Zweifel Trinkwasser oder unter dem Schlagwort Schwammstadt, wenn man versucht, das Wasser gleich in der Stadt zu halten. Jetzt ist es die Frage, also das mit den Zisternen, kenne ich vor allen Dingen für das Vorhalten von Löschwasser bei den Feuerwehren bei uns. Gibt es irgendwie Beispiele, wo das Wasser auch zum Gießen dann genutzt wird? Also, dass das Regenwasser gesammelt wird, da habe ich jetzt gar keinen Plan. Ich müsste tatsächlich auch Kevin mal fragen, wo das Wasser für die Bewässerung von unseren Jungbäumen herkommt. Das kann ich nochmal nachdenken.
Danni: Ich dir gar nicht sagen. Naja, das stimmt, da weiß ich gar nichts zu. Also es gibt so Grauwasser oder Gebrauchswasser, das kannst du manchmal aus so, na wie heißen die Anlagen, wurde das Wasser? Wie heißen so die Leeranlagen? Danke
Philipp: Kläranlagen heißt das, glaube ich.
Danni: Philipp. Genau und da kannst du manchmal so aufbereit das Wasser draus nehmen, aber tatsächlich weiß ich das gar nicht, weil das alles so Rathaus-Sachen sind.
Philipp: Ich habe tatsächlich auch gelesen, in den ganz heißen Sommern auch große Städte schon angefangen haben, Wasser aus Schwimmbädern zu nutzen zum Gießen.
Danni: Ja genau, kannst du auch. Du musst halt entchloren oder so, wenn da viel Chlor drin ist, aber ansonsten ja geht auch.
Philipp: Gut, ist auch eine Frage, die ich mal mit ins Rathaus nehmen kann oder allgemein in die Kommunalpolitik. Warum nutzen wir Regenwasser aus öffentlichen Gebäuden nicht wirklich dafür? Oder ist es einfacher, das ist vielleicht noch eine Frage an dich, diesem Schlagwort Schwammstadt sogar zu versuchen, das Wasser gleich in der Stadt zu halten. Das war gar nicht erst gucken. Wir kanalisieren alles irgendwo weg und führen das alles raus in irgendwelche Sammelbecken. nehmen sie am Ende wieder und schütten sie an den Baum dran. Vielleicht ist es tatsächlich einfacher, das Wasser gleich versuchen zu sunken, weil es geht dort zu halten, wo es Anführungsstrichen gebraucht wird.
Danni: Ja, aber Schwammstadt ist so ein Begriff, benutzt jeder super gern. ja, lass uns unsere Stadt zu Schwammstadt umbauen. Und das sind so Zukunftssachen. Ja, ist ja auch geil. Ich bin ja auch dafür in Hoffnung. Ja, genau.
Philipp: Für mich als Außenstehender klingt das ja auch erstmal geil.
Danni: Das ist für Außenstehende oft so. Aber im Prinzip, klar, also ich bin zum Beispiel auch bei einem Neubauviertel jetzt beteiligt von der Großstadt hier in Deutschland. bei neu gestalteten Stadtvierteln, da versuchst du das natürlich umzusetzen. wir haben ja hier, das sind ja gestandene Viertel, wir haben, die Teils, die kannst du nicht einfach so komplett umsanieren und so alles bauen wir hier mal unterirdisch, ziehst da eine noch rein. Also da ist überhaupt nicht der Platz dafür oder auch diese Regensammelsachen, die du öffentlich aufstellen kannst. Also das ist nur eine Untersuchung, die mir grob im Kopf rumgeistert. Da weiß ich auch gar nicht mehr, wo... wo ich die gelesen hatte oder so. Aber da ging es darum, dass das überhaupt nicht aufwärten kann oder auch das Sammeln aus Dachrinnen oder so, weil das musst du ja irgendwo sammeln. Du kannst ja nicht irgendwo irgendwelche Container aufstellen. Also das hatte sich wohl auch überhaupt nicht gerechnet. Irgendwer hatte das mal untersucht, ich nicht mehr genau so. Aber das ist jetzt einfach nur halt Wissen, was ich jetzt aus meiner Erinnerung auftue. Aber so einfach ist es nicht, eine Stadt einfach jetzt als Schwammstadt zu machen. Das geht. gut, wenn du ein Stadtviertel neu baust.
Philipp: Genau, das wäre jetzt meine Frage gewesen, abschließend zu dem Themenbereich. Wir sind nämlich auch gerade wieder in der Haushaltsplanung für 2027 und es geht ganz viel Zahlen und vor allen Dingen Zahlen, man wegstreichen und einsparen kann. In dem Zuge, da saß ich gestern ein bisschen da, habe ich mich auch gefragt, ist es längerfristig vielleicht sogar günstiger, die Städte in diese Richtung zu versuchen, umzubauen, als ständig das Wasser zum Baum aufwendig hin zu transportieren?
Danni: Das ist so, also kann ich nicht vorstellen,
Philipp: Okay, ich kenne sie.
Danni: was da die Leute aufrufen, die so eine Stadt umbauen, weil die wissen ja ganz genau, da stehen die Leute gerade dran.
Philipp: Hahaha.
Danni: Das heißt, was die für Gelder nehmen, da lange ich mir regelmäßig an den Kopf, wo ich mir auch sage, jeder der das bezahlt, weil du kriegst ja für vielen gerade für solche Sachen kriegst du momentan auch Fördergelder. Aber diese Kosten, da aufgerufen werden oder manchmal krieg ich so Anrufe, Frau Antonie, können wir das hier, müssen wir nicht, können wir nicht auch lieber das und das hier. Dann denk ich mir, Alter, was stehen da für Zahlen? Einfach nur Geldmacherei. Also ja, das, oder Sanierung auch von Baumscheiben, wenn die wirklich verdichtet sind oder wenn da Erde drin ist, nicht mehr gut ist, solche Sachen, das müsstest du eigentlich sanieren. das sind schon manchmal sinnvolle Sachen, aber du kannst es halt nie pauschal sagen. es sind leider auch immer so Einzelfallentscheidungen, wo du dir genau den Standort oder die Gelder oder das Personal oder was die Stadt, die Gemeinde zur Verfügung hat, genauer jedes Mal angucken müsstest, überhaupt eine dezidierte Entscheidung oder Beratung dafür, den Standort abzugeben.
Philipp: Wie du schon angesprochen hast mit dem Thema Sensorik, würde ich weitergehen zu meinem nächsten Punkt und der heißt Organisation und Digitalisierung. Hier war auch die Frage, wo ist die App? Und da habe ich mal bisschen recherchiert und da wird es ziemlich konkret, denn die Idee, Gießaktionen zu koordinieren und digital zu dokumentieren, die ist längst Realität. Also ich weiß nicht, ob du es schon gehört hast, aber zum Beispiel gibt es in Berlin Die Aktion Gieß den Kiez. Da gibt es eine interaktive Karte mit mehr als 625.000 Straßen und Straßenbäumen in Anlagen und die Nutzer können Informationen zum Wasserbedarf abrufen, Gießaktion eintragen und Bäume für die regelmäßige Pflege abonnieren. Und auch Niederschlagsdaten fließen damit ein. Gibt es eine wunderbare Darstellung, komme ich gleich nochmal dazu. Analog und ähnlich gibt es das Ganze mit Leipzig Gießt und Du Gießt in Duisburg. Die sind 2026 erst gestartet, aber haben schon rund 50.000 Straßenbäume erfasst. Ich kann die mal ganz kurz ein paar Zahlen nennen, das hat mich tatsächlich überrascht. Die gibt es hier einmal für Berlin. Die haben 962.545 Stadtbäume erfasst, 1.941 öffentliche Pumpen und 12.741 aktive Gieserinnen. Da wurde allein im Jahr 2026 3.667 Mal gegossen. 2.410.147 Liter. Wir haben über 100 Baumarten erfasst. Das ist total aufgedröselt alles. Und es 8.861 Bäume adoptiert. Sprich, haben regelmäßige Pflege durch die gleichen Leute. Und ähnlich ist das in Duisburg angelaufen. sind, wie wir gerade gehört haben, noch nicht ganz so lange dabei. Die sind bei über 50.000 Straßenbäumen schon und es gießen fast 500 Leute. Also es ist ich glaube die App so von der Oberfläche her ist überall die gleiche als Grundlage. Ist aus meiner Sicht eine ziemlich, ziemlich coole Idee. Bringt auch die Leute bisschen näher zu den Bäumen, die bei Ihnen vor der Tür stehen. wen das interessiert, kann das sicher mal nachlesen. Also ich denke, dass ich das Konzept und diese App vermutlich auch für andere Städte einfach so übernehmen lässt. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube selbst in Leipzig haben sie das gleiche System benutzt. Genau eine wichtige Einschränkung, die ich mir dann so überlegt habe, ist aber wie immer, dass die App nur so gut ist, wie ihre Daten, mit denen sie gefüttert wird, respektive ihre Nutzer, die das Ganze zusammentragen und sich damit einbringen. Die Idee ist gut, aber es muss halt umgesetzt werden, wie so oft. Hast du schon mal was davon gehört?
Danni: Naja, ich denke mal, sind auch... Naja, klar. Also auch diese... Du hast ja die Zahlen eben vorgelesen, diese Gießgänge. 3000 Stück bei... Weiß ich nicht, wie viele Bäume hatte jetzt die Stadt Berlin da über das Baumkartaster erfasst.
Philipp: Ja ja.
Danni: Das heißt, sind... Das wird wahrscheinlich gar nicht alles eingetragen worden sein. Aber ja, in puncto Selbstwirksamkeit von Bürgerinnen und Bürgern ist das schon eine Sache, weil du hast... Dadurch, dass du was Gutes tust, fühlst du dich ja auch wieder gut. dir geht's wieder besser, dem Baum geht's gut. Und du hast halt einfach das Gefühl, du tust was gegen diese Unmacht im Zuge des Klimawandels so ist.
Philipp: Genau und ich glaube, die machen auch echt so soziale Aktionen draus. Die gehen zusammengießen. Ich hab da mal ein bisschen geguckt. Das sind dann wirklich so eine Art Community-Events schon.
Danni: Das schon nice.
Philipp: sind so ein paar fragen wie verhindern wir das bäume mehrfach gekostet werden und so was ich mir überlegt habe das lässt sich mit der app natürlich abfangen das lässt sich mit meinem nachbar wahrscheinlich auch abfangen wenn ich mich mit dem absprechen sagt du machst jede zweite woche oder wie auch immer zurück zu den sensoren die du angesprochen hast gibt so was können die die bodenfeuchte messen sagen die bescheid und sagen dann hier Ich muss jetzt gegossen werden, weil hier ist es zu trocken. Steht das in einem Verhältnis
Danni: Ja.
Philipp: mit Kosten und Nutzen? Oder, erzähl mal, habe ich noch nie so richtig?
Danni: Das ist fancy. Die ganzen Hersteller werden mich jetzt wahrscheinlich verteufeln.
Philipp: Danke.
Danni: es gibt schon Städte, die haben viele Sensoren verbaut. sehe es halt wieder. Gerade bei Altbäumen ist das halt was Schönes. kann sie zusätzlich noch Sachen einbauen, weil eigentlich der Sensor, der jetzt im Boden liegt, der misst eigentlich nur die Bodenfeuchte, Bodenwassergehalt, sagt aber noch nicht viel darüber aus, ob der Baum jetzt gerade Wasserstress hat oder Trockenstress hat. es ist nur ein erster Anzeige, aber ja, prinzipiell ist es so. Im Rathaus bimmelt dann so ein Licht, nir, nir, Baum, bla, bla. Und ... Du kannst es nicht bei jedem Baum machen, weil der Stuff natürlich teuer ist ohne Ende und kannst dir denken, auch wieder mit der Baumstandort-Sanierung, ich vorhin meinte. Auch da rufen die Leute halt natürlich unfassbar viel Geld auf und sagen ja, ja, Technologie brauchen wir. die profitieren natürlich jetzt auch von dem KI-Hype oder von der Technologisierung der Stadt. Und es ist ja im Prinzip nicht schlecht aber du machst das nur bei wenigen Bäumen. Zum Beispiel so eine Gemeinde kann sich das gar nicht leisten. so eine Gemeinde, sagen wir ganz, klein, 8000 Einwohner, die vielleicht 1000 Bäume hat, da packst du vielleicht drei Sensoren in deine kleine Gemeinde, so einen Durchschnitt zu haben. So wenn jetzt, weiß ich nicht, alle drei Sensoren blinken, sagst du so, jetzt müssen die Leute aber raus und sonst gehen hier die Jungbäume, Hopps, aber ansonsten ist das für so kleinere Kormimonen, weiß ich nicht. Also bei Großstädten oder größeren Städten, deswegen wird es auch gemacht und da kannst du schon enorm viel Wasser damit sparen, weil du wirst erst dann gezielter und sagst so, nee, hier jetzt aber in dem Viertel oder hier, da müssen wir jetzt erst wieder nächste Woche ran. du kannst dir natürlich unendlich viele Liter Wasser sparen. hatten wir ja vorhin schon gesprochen, so ein Jungbaum mit seinen 100 Litern, wenn du dir so und so viele Liter pro Woche einsparst, weil du aufgrund deines Sensors siehst, boah, dem Baum geht es noch gut, da muss ich diese Woche gar nicht hinfahren. Da kannst du dir enorm viel Geld einsparen. Von daher ist das so eine Sache. Es hat schon auch Vorteile. Aber wenn du so was einbauen willst, dann musst du halt auch wirklich gut beraten werden. ja, dass du nicht über den Tisch gezogen bist.
Philipp: Genau, überlege nämlich gerade die Umsetzbarkeit bei uns und die sehe ich halt gar nicht gegeben. die am weitesten entfernten Orte, die zu unserer Stadt gehören, die sind teils 20 Kilometer auseinander. Der eine liegt auf dem Berg, der andere liegt am Fluss unten im Tal. Das sind überhaupt keine Vergleiche. Ich da müsstest du die Sensornendichte, glaube ich, schon viel enger streuen und das ist kostenmäßig gar nicht wirklich umsetzbar. Abschließend zum Thema Bewässerung. Jetzt mag Nur eine ganz grobe Richtung für mich. Müssen wir uns dran gewöhnen, dass Stadtbäume zukünftig gegossen werden müssen, wenn sich das Wetter so weiter entwickelt? Oder müssen wir einfach umdenken und müssen die Standortvoraussetzungen versuchen anzupassen, weil das gar nicht schaffbar ist, alle Bäume permanent zu gießen?
Danni: Es ist viel wichtiger, Standort so zu konzeptionieren, dass der Baum genug durchwurzelbaren Raum hat, dass der gutes Substrat hat. es gibt Substrat, so nennen wir praktisch, ich sag's jetzt einfach mal ganz ums runterzubrechen, Erde, die so bisschen geilere Sachen speichern kann. Also Substrat heißt der Stuff. du gibst ein super gutes Substrat da rein, hast eine große Pflanzgrube. Und damit kann der Baum alt werden. Also diese Wassergaben so entscheidend, die auch Sinn viel wichtiger ist, die Vorbereitung für das Loch, wo der Baum reinkommt. Sagen wir es mal so.
Philipp: Das bringt uns eigentlich auch gleich zu unserem, das ist glaube ich ein ganz guter Übergang zu unserem Hauptthema der dieswöchigen Folge, was wir uns beide glaube ich schon länger gewünscht haben, wo ich auch einige Fragen dazu habe. Und das würde ich mit Bäume im urbanen überschreiben. Da hat sich mir zu allererst und schon länger die Frage gestellt, sind unsere Städte Bäume herum entstanden oder haben wir die Bäume später in die entstandenen Städte geholt? Warum, Teil 2 meiner Frage, ich habe das dann auch wieder bisschen aufgedröselt, aber warum begegnen uns in Straßen und Parks so häufig Laubbäume und seltener Nadelbäume? Ist das so oder ist das eine Beobachtung, die ich gemacht habe und die gar nicht zur Realität passt?
Danni: Ach so, das mit den... Also, ja, wo fange ich an?
Philipp: Ich würde anfangen mit wer war zuerst da, der Baum oder die Stadt?
Danni: Ja, ja, machen wir es mal so. Also ich habe, weil das ist ein Thema, das betrifft mich als Gutachterin ja gar nicht so. so, das kam im Studium auch jetzt nicht so dran, weil das Thema Stadtentwicklung ist. Also es hat was mit Geschichte
Philipp: Mhm.
Danni: zu tun und... Ich habe jetzt mal drei Städte exemplarisch rausgesucht damit man, glaube ich, mal versteht, warum das überall anders ist. Also zum Beispiel New York. da war es tatsächlich so, sind ja dann irgendwann die Leute mit dem Schiff gekommen, gesagt, ja, geiler Kontinent, machen wir mal alles platt und siedeln uns hier an, weil, geile Handelsrude, da kommen die jetzt alle von Europa oder sonst wo rüber und da machen wir jetzt mal eine Stadt hin. Das heißt, das ist ja natürlich dann über Jahrhunderte gewachsen und irgendwann so 1900 hat man sich gedacht, so, ja, jetzt ist hier alles schön platt. Also da waren ja vorher auch, weiß ich nicht, Berge. man hat die Stadt komplett eingeebnet. Da waren Moere. So ist ja jetzt alles nicht mehr. Ist ja jetzt New York. da war früher 1900 gar nichts mehr und dann hat man angefangen, also Wir hatten das bei der Folge von Goethe schon mal. hatte ich auch gesagt, damals gab es noch keine so differenzierten Studiengänge wie Chemie oder Physik. Da hat es nur so ein grobes Ding. So so ähnlich war das damals auch so. So eine Stadtentwicklung, das war ja damals kein Studienfach. die ersten Dudes, die das gemacht haben, das waren aber dann halt auch die, die mich gefragt haben. für New York gab es dann halt einen, der das gemacht hat, für Amsterdam oder für Hamburg. Und das waren halt die Leute, die praktisch so eine Stadt entworfen haben. Und für New York, da ist man halt hergegangen, hat gesagt, so, wir bauen das jetzt hier mal entlang der Straßen, bauen wir jetzt plötzlich mal Bäume hin. in New York hast du zum Beispiel auch so eine Artenzusammensetzung, die ist auch in jeder Stadt anders, die ist bei dir anders als bei mir. Und bei jedem Hörer, aber jetzt so, wenn wir es mal für New York nehmen, denen ihre top Baumart, die die gepflanzt haben. Also New York ist sehr diversifiziert jetzt generell auch. heißt, Baum Nummer eins ist Platane. einem Anteil von 13 Prozent, das ist relativ wenig, weil es gibt Städte, haben auf top eins haben die eine Baumart, hat zum Beispiel 25 Prozent oder 30 Prozent und die ganze Stadt ist dann hauptsächlich mit der und der Baumart gepflanzt und mit New York ist mit 13 Prozent eben Platane. Siehst du schon, okay, die Top Ten sind ähnlich aufgebaut. auf Platz zwei ist die Clédice, die trennt bei uns momentan auch sehr stark. Oder was ist noch dabei? Sumpf-Eiche, kommt bei uns auch immer mehr. Winter Linde ist nur auf Platz sechs, die ist bei uns zum Beispiel ziemlich hoch. Der Ginkgo ist auf Platz neun mit drei Prozent und so. Also New York hat eine sehr, sehr, sehr gute Mischung. und so entstand das eben damals in New York. Auch dort, jetzt auch hier von den anderen Städten, ich gleich berichten werde, so ein Stadtbaum, wird da ja nicht ewig alt. der wird da gepflanzt, dann stirbt der, pack mal einen neuen hin. die Baumstandorte, die dort existieren in so einer Stadt, da kommt dann halt, wenn der Baum stirbt, wird er ein neuer hin, wenn nicht was hingebaut wird. Und jetzt zum Beispiel bei Hamburg wäre es so, Das ist eine Stadt, die machen super viel richtig in puncto baum. Was aktuell ist, bei denen war es eben damals auch so. Hamburg ist ja auch an einem Hafen gelegen. du hattest da sehr viel Handel. Das ist eine Stadt, die auch dann sehr schnell entstanden ist, mit sehr viel Veränderung. So, und da sind zum Beispiel Linden mit 23 Prozent oder Eichen mit 21 Prozent. mit 12 Prozent. da ist nicht so viel Diversifizierung, wie wir es in New York haben, weil allein schon Platz eins mit fast jeder vierte Baum ist eine Linde in Hamburg. da hast du wieder andere Sachen. Ich habe jetzt noch als Ergänzung Amsterdam rausgesucht, weil es auch eine Stadt ist. Bei denen ist es super tricky. Das ist ähnlich wie Malmö. Das ist diese Stadt in Schweden. wo dieser Kriminalkommissar Wallande ermittelt, für jeden, jetzt hier Krimis gerne liest. Da war letztes Jahr in Augsburg ein super guter Vortrag, also das ist immer unsere größte Baumpflegemesse, wo immer so Fachvorträge stattfinden. Und der Typ aus Malmö war da und hat halt berichtet, was bei denen halt schiefgelaufen ist mit den Baumpflanzungen, weil die hatten einen 25-prozentigen Anteil an Ulme, also ähnlich wie Amsterdam, ziemlich hoch. Und wir haben halt jetzt so eine Krankheit, so eine Ulmenkrankheit. Und die hat damals alle, also fast alle 25 Prozent der Ulmen dahin gerafft in Malmö. die hatten leere Straßenzüge, weil einfach alle Bäume gefällt werden mussten. Und das darfst halt in der Stadt nie machen. Du darfst dich nicht zu sehr auf eine Baumart fokussieren, auch wenn die vielleicht heimisch ist. du denkst, ja, heimisch und für die Insekten und bla bla bla finden wir super. So darfst du aber nicht machen, weil du immer Ausfälle haben kannst. du kannst Krankheiten haben. kannst jetzt im Zuge des Klimawandels hast du plötzlich andere Temperaturfenster oder du hast zu wenig Wasser. Und dann fallen dir plötzlich all diese Bäume aus, die du gepflanzt hast und wo du dachtest, die funktionieren 20 Jahre noch, darfst du nicht machen. wir gehen heute dazu über, dass wir mehr diversifizieren. und immer mehr verschiedene Baumarten zu pflanzen. Jetzt aber zu deiner Frage, wer ist denn hier zuerst da gewesen? du hast ganz, ganz, ganz wenige. Also außer diese uralt Naturdenkmal. Und davon haben wir in Deutschland, weiß ich nicht, vielleicht 50, 60, 70 Stück. unsere Nationalerbebäume, die wirklich uralt sind. Und selbst die stehen ja teilweise noch nicht mal in der Gemeinde oder in Stadt, sondern am Waldrand oder so. die waren vielleicht vorher schon da, als Städtebau in Deutschland angefangen hat. Aber prinzipiell alle an den Bäumen, da waren praktisch nur Baumstandorte da oder die Pflanzgrube oder so. Und da werden die Bäume dann einfach alle paar Jahre wieder ersetzt, wenn der Baum stirbt. es grob zu sagen. Außer du baust jetzt ein neues Stadtviertel, so wie gesagt, da wo ich es vorhin erwähnt habe, in der Großstadt, da war es jetzt so... Da hast du so einen Waldanteil und alte etablierte Bäume, da waren. da kannst du wirklich sagen, okay, ja, da waren die Bäume schon da, bevor jetzt das neue Stadtviertel entsteht. Aber die Bäume sind ja auch nicht so alt. die sind dann, weiß ich nicht, 80, 90, 100, manchmal ist ein 150-jähriger Baum dabei gewesen. da bei den 150-Jährigen, da wohnen dann meistens auch rote Listearten drauf. die erhältst du dann auch am Standort, selbst wenn du ein neues Stadtviertel baust. Aber alle anderen kommen halt weg, weil dann lohnt es nicht, die zu erhalten, weil die im Wurzelbereich dann zu viel Schaden nehmen würden oder so. Und da bin ich die Letzte, die sagt, wir schleppen das Ding hier mit. Also das ist völliger Quatsch. Also wenn ... Ja, wir durch Bauten Bäume verlieren, dann geht es häufig nicht anders.
Philipp: Okay, das sagt für mich also, dass die meisten Bäume in unseren Städten dort von Menschen hingeholt wurden. Wir waren nicht da und wir haben die Städte rundherum gebaut, sondern die Leute hatten die Stadten, gesagt,
Danni: Ja, definitiv.
Philipp: wir wollen jetzt hier Bäume haben. Aber aus welchem Grund haben sie das gemacht? Weil es schön ist? Weil es praktisch war, weil sie die nutzen wollten? Oder weil das repräsentativ war, weil da sich vor
Danni: Ja, das ist geil.
Philipp: seiner Einfahrt hier eine geile deutsche Eiche hingezimmert hat? was sind die Motivationen? Damals gewesen!
Danni: Ja, in New York ist es tatsächlich auf eine Bürgerbewegung zurückgegangen. da gab es Bürgerbewegungen, die gesagt haben, Leute, geht hier überhaupt nicht, Stadt sieht voll trist aus, lass mal Bäume pflanzen. Und es waren tatsächlich auch so Ärzte, die gesagt haben, Leute, wir müssen hier mehr grün, die Leute wollen das. Es gibt Studien dazu, dass sich das auswirkt. Die ersten Bäume, die am Anfang, als wir alles plattgemacht haben, die kamen über solche Initiativen in die Städte. Dass Bürger oder Bürgerinnen gesagt haben, wir wollen das hier. Oder dass Ärzte sich dafür stark gemacht haben und gesagt haben, wir brauchen das, damit es der Bevölkerung gut geht. Ganz früher war es tatsächlich auch noch so ein... Aber das war wirklich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, früher. Das ist jetzt auch ein geschichtliches Ding. Das, was ich jetzt eben erzählt habe, war so 1900. Und ganz am Anfang, als man das Grün ja wieder in den Städten haben wollte, da ging es eher darum, dass Adelige der anderen Gesellschaft auch was gönnen wollten. Und dann zum Beispiel das Flanieren damals eingeführt wurde, so dass man dann irgendwo lang flanierte. Aber das ist wirklich geschichtlich was anderes. ja damals, wie wurde das Grün in unsere Städte geholt, das waren tatsächlich Initiativen oder irgendwelche Ärzte, die gesagt haben, so geht es nicht weiter.
Philipp: Okay, wenn jetzt alle Bäume dann reingeholt wurden und das gönnermäßig auch für alle geschehen sollte, ist mein Eindruck dann richtig, dass es mehr Laubbäume als Nadelbäume in unseren Städten gibt oder kommt mir das so vor?
Danni: Ja, total. Nee, Laubbäume eignen sich halt. Also ja, es geht schon. Also aktuell gibt es ein schönes Projekt in Kassel. Die haben so ein Tiny Forest, weiß nicht, ob du das Wort schon mal gehört hast, jetzt gepflanzt. da wurden ganz viele, ich Pinus sylvestris warns, also Waldkiefern heißt das eigentlich übersetzt. Darfst aber halt nicht so sehen, weil die können da schon am Standort gut überleben, wenn das gut wurde und alles gut durchdacht wurde mit Substrat und das gehe ich mal davon aus bei so einem Millionenprojekt, das da umgesetzt wurde, dass das alles gut durchdacht wurde. du kannst auch Nadelbäume in eine Stadt setzen, aber du kannst halt auch Probleme kriegen. Beispiel Rom hatte das letztes Jahr, da sind unfassbar viele Nadelbäume, weil bei denen ist das eine der Hauptbaumarten. Da ist Kiefer am Start und denen sind unfassbar viele umgefallen. weil die auch bei Bauarbeiten nicht so darauf geachtet haben, so was mit der Wurzel und so. ja, das kriegst du dann halt quittiert. die hatten da echt Trouble damit. ja, uns ist das einfach kein... Laubbaumarten haben halt mehrere Sachen, warum die in Städten gut klarkommen. Und bei Nadelbäumen ist das halt einfach nicht so. Und die können auch nicht so einfach wieder austreiben. Das Lichtraumprofil, also da gibt es so viele Sachen, die sind nicht so schnittverträglich, weil die auch von der Wuchsarchitektur her einen ganz anderen Aufbau haben als Laubhölzer. heißt, du kennst ja vielleicht vom Nachbarn, wenn der eine Fichte im Garten stehen hat, die wächst ja gerade nach oben. So und wenn du da oben was kappst, da kommt ja nichts mehr so und deswegen die sind Also auf ganz unterschiedliche Arten, nicht ganz so suboptimal angepasst auf die Stadt und deswegen siehst du die halt auch nicht so.
Philipp: hat sich da damals beim Pflanzen wirklich jemand mit Kopf drüber gemacht oder auch im Bezug auf Standort und so oder haben die einfach das gepflanzt, was sie halt geil fand.
Danni: Ja, Ja, ja, das haben die getestet und zwar, das hatte ich auch in Deutschland. Also wir sind ja groß in Forst Wirtschaft und Wissenschaft. damals die New Yorker, hatten sich auch Leute aus Deutschland rübergeholt, die dann die ganzen Forstinstitutionen dort praktisch unterrichtet haben. Also ja, ist bei uns in Deutschland tatsächlich, wir haben zwar nur vier Forstunis, aber wir waren da damals tatsächlich weltführend in dem Bereich. haben da beratend, waren wir praktisch in New York tätig und haben gesagt, ja, nee, also, da könnte jetzt hier nicht so. es gab schon so erste Untersuchungen, wo man wusste so, ja, das ist jetzt hier für diese Stadt oder für die Region, muss sich natürlich auch den Bäumen außen orientieren. Was funktioniert hier? Ist das ein Baum, funktioniert? Und so ist das heute auch so. Man muss gucken, was funktioniert. Wir müssen uns auch wieder rantasten im Zuge des Klimawandels, weil da auch wieder andere Sachen funktionieren als vor 200, 300 Jahren.
Philipp: haben die sich, so wie ich es jetzt verstanden habe, schon mehr in Kopf gemacht, ich es mir vorstelle, sage ich mal. Und haben schon geguckt, was geht hier ökologisch und nicht nur was passt hier cool her und wie soll unsere Stadt aussehen.
Danni: Mhm, Genau. Mhm. Genau.
Philipp: Im Umkehrschluss, also die Städte, von denen wir jetzt gesprochen haben, ja für unsere Verhältnisse relativ alt, sprich die Bäume oder die Baumstruktur dort ist auch schon ein bisschen älter. Welcher Baum gehört jetzt in die Stadt der Zukunft? Als mal ganz plakative Frage, wenn ich jetzt morgen im Rathaus sitze und wir planen hier die Bäume, denke ich da an den Baum für die nächsten 20 Jahre, für die nächsten 30 Jahre, für die nächsten 50 oder für die nächsten 100, beziehungsweise wie eng... Kann ich es überhaupt einschränken, zu sagen, das ist jetzt was, wo in 100 Jahren die nächsten paar Generationen nicht nur Probleme damit haben? Habe ich überhaupt eine Chance, da was Passendes zu finden, oder ist es wie Lotto spielen?
Danni: Naja, ist schon, weil wir Stadtbaumexperten, haben ja Ahnung so der Landschaftsarchitekten, die machen den ganzen Tag ja auch nichts anderes Die müssen ja Bäume für die Zukunft dahin packen. Aber du gehst schon davon aus, du rechnest schon mit 2060, 2080, 2100, wenn du Lust hast da kannst du schon gute Empfehlungen abgeben. Das sind aktuell meistens fremdländische Baumarten. oder was ich jetzt unter anderem als, weiß nicht, kennst du Labradoodles? Diese Hunde? Ja, ja, so eine
Philipp: Das sind Hunde! Ja, ja!
Danni: Kreuzung zwischen Labrador und Pudel halt, also Labradoodle. und eine großer Stadtbaum der Zukunft, das ist praktisch unsere Platane, das ist auch eine Kreuzung zwischen zwei verschiedenen Platanen. Und die, die ist auf jeden Fall Zukunftsfit und dann haben wir noch ein paar andere so ganz klassisch ist momentan Amberbaum, der wird auch gepflanzt wie blöde. das sind halt so Baumarten, funktionieren. 260, 280 werden die definitiv noch funktionieren, wenn die nicht ja irgendeinen krassen Schädling bekommen, aber passiert nicht, weil dann wäre der ja schon bekannt am Standort, wo der auch sonst wäre. Es gibt viele Baumarten, die wir schon empfehlen für die und die Standorte. Du musst halt gucken, Temperaturen, weil die Prognosen brauchst du halt. musst wissen, welche Temperaturen erwartest du 2080 bei dir? Und kann die und die Baumart diese Temperaturen mitgehen? Das musst du nachgucken, was für ein Boden hast du. Brauchst du ein gescheites Substrat oder wie musst du wässern? Hast du genug Leute? du musst halt die Sachen schon alle mit einberechnen und dann kannst du auch zur Baumschule gehen und kannst sagen, so jetzt hätte ich aber hier einen schicken Ammerbaum und der soll dann hier in meinem Pflanzgrube.
Philipp: Also ich versuche dann aber schon zu gucken, dass ich nicht den perfekten Baum für heute aussuche, sondern mit Hinblick auf die nächsten x Jahre
Danni: Auf jeden Fall, ja.
Philipp: einen, der dann funktioniert und nicht nur heute da gut aussieht.
Danni: Ja, das machen zwar die wenigsten Leute, weil das ist uns Menschen... ja, im Forstwissenschaftsstudium hast du das halt hardcore eingepredert bekommen. Du musst ja für die Zukunft, weil die meisten Menschen leben ja im Jetzt. Manche leben auch in der Vergangenheit, manche leben vielleicht auch tatsächlich in der Zukunft, aber das sind wahrscheinlich eher die wenigsten, aber die meisten leben ja im Jetzt. du denkst ja nicht automatisch daran welchen Baum pflanze ich jetzt, der 2100 noch funktioniert. Das ist ja noch nicht mal an deine Kinder gedacht. du denkst nicht an dich in dem Moment, nicht an die Kinder, du hast, sondern du müsstest an deine Enkelkinder denken. Wer denkt denn so weit voraus? Die wenigsten haben jetzt schon Weihnachtsgeschenk. Das heißt, mach's da einfach nicht Das ist halt so ein bisschen das Problem, das wir generell in der Stadtbaumforschung haben. dass sich viele Leute da eben nicht den Kopf drum machen müssten, aber weil ein Baum ist ja ein so langlebiges Lebewesen, dass du ihm den Gefallen tun müsstest eigentlich so weit zu denken.
Philipp: Wir haben vorhin ja schon über Vielfalt gesprochen. Jetzt ist die Frage, wir haben jetzt Standort, das hat man ja letztes schon mal durchgespielt, haben den Standort für den Baum ausgesucht, sagen das das, jetzt sagen wir, wir haben einen Baum, der funktioniert aus unserer Sicht in 50 und auch in 100 Jahren dort noch gut. Sag ich, das ist mein Baum, den pflanze ich jetzt in meiner ganzen Stadt überall hin oder sage ich, nee, das ist eine blöde Idee, ich brauche noch drei andere Kollegen, mit denen ich den abwechsel oder so.
Danni: Ja,
Philipp: weil ich nicht nur diese eine Baumart pflanzen will. Du hast das ja mit der prozentualen Verteilung vorhin schon gesagt.
Danni: also für eine ganze Stadt ist das durchaus sinnvoll. Wenn du eine Allee hast, dann willst du die wahrscheinlich einheitlich haben, weil das hat dann wieder mit Gestaltungs- sachen zu tun und so.
Philipp: Da geht's aber wirklich rein ums Aussehen, oder was? Dass ich sage, ich will, dass das...
Danni: Ja, und manchmal auch noch mit irgendwelchen Bodensachen. Also ja, es ist schon besser. Du hast es einheitlich zumindest, sagen wir mal, nur mit Linden Also wenn du jetzt innerhalb da noch mixst, die Bäume stehen halt gerne bei sich in Gruppen, die sich kennen so mit ihren Bros. Also die wollen dann nicht zu viel Schnickschnack haben. es jetzt ganz grob mal runterzubrechen. bei so Alleen oder bei so Gruppenpflanzungen, da nimmst du meistens schon einfach die gleichen. Aber über eine ganze Stadt gesehen musst du diversifizieren. Also New York, wie gesagt, macht das schon ganz gut. Andere Städte müssen da vielleicht noch nacharbeiten, damit wir einfach eine viel größere Vielfalt haben, halt auch eben, ja, es ist ja Gambling so. heißt... praktisch auszuschließen, irgendwas, wie jetzt in Malmö das Beispiel von vorhin, dass irgendwas den Baumbestand so krass dezimiert, wenn jetzt irgendeine Ulmenkrankheit zum Beispiel kommt und nur dann, wie gesagt, eine Ulmenhaste hast du halt gelitten.
Philipp: Dann komme ich ganz oft an Bauflächen vorbei, wo neue Dinge entstehen, sei das Parkplätze, sei das ganze Wohngebiet oder so. Und dann sehe ich da so einen Riesenparkplatz und auf dem Parkplatz sind drei gefühlt Quadratmeter große Löcher, wo dann einfach so alibi-mäßig so ein Baum reingesteckt wird. Im Hinblick auf Stadtplanung und Platz für Bäume, wie viel Platz brauche ich effektiv für einen Baum, wo sage, der hat da auch eine Chance, mal in Richtung Altbaum zu kommen. Weil ganz oft, wir kennen das von deinen Montagsbaumbildern, kommst du irgendwo vorbei an neu angelegten Flächen, wo die ganzen Bäume da seit zwei Jahren drin stehen. Ich kann die nächste Woche abholen, weil die schon rum sind.
Danni: Ja, das ist ganz tricky, weil du musst natürlich die Pflanzgruben, so heißen die, wünschenswert werden mehrere Kubik. Also das Mindestmaß sind irgendwie so 12 Kubik, das ist aber viel, viel, viel zu wenig. müsstest eigentlich schon bei Neuba, oder es kommt halt drauf an, in einen 12 Kubik Pflanzgrube kannst du auch irgendeinen kleinen Baum reinpacken, der wird aber halt nur vier Meter hoch, so oder fünf Meter hoch, so. so ein Baum hat ja eine Zielgröße. gibt Bäume, die er unterscheidet. Ja, genau. Das ist einfach genetisch. So wie bei Menschen
Philipp: Ist die schon eingestellt von Werk aus oder was? Die Zielgröße? Okay.
Danni: auch. Manche werden nur 1,60 groß wie ich. Manche werden halt 2 Meter groß. es ist über die Gene definiert bei den jeweiligen Baumarten. was so ungefähr, wie groß so ein Baum wird. wir haben die auch... Du kannst sie ja vorstellen.
Philipp: Das weiß ich aber, das weiß ich vorher. Ich geh in die Bauschule und sag, ich will...
Danni: Wir haben die in irgendwelchen Ordnungen eingeteilt. heißt, das ist Bäume 1. Ordnung, 2. Ordnung, lauter so ein Stuff. du kannst schon sagen, wenn du einen Baum willst, der ganz groß werden soll, dann musst du ihm eine Pflanzgrube zur Verfügung stellen, die ganz groß ist. weil der eben für seine Wurzeln den Raum auch braucht. du einen Baum, richtig groß wird, wie zum Beispiel so eine Platane mit ihren 25, 30 oder noch mehr Metern, den kannst du halt nicht in eine 12-Kubik-Pflanzgrube reinpacken, dann wird es zum Scheitern für. Dann wird das so ein Montagsbaum, den du halt irgendwann kappen musst. weil einfach nicht genug Raum da ist oder der das Pflaster irgendwann hochhebt. da ist dann in der Planung vorher schon was schief gelaufen.
Philipp: wir haben ja für alles Vorgaben. Gibt es dafür auch Vorgaben oder... okay.
Danni: Ja klar, aber du musst dich nicht verbindlich an die halten. Also das sind halt so Empfehlungen, die wir rausgeben mit diversen Richtlinien und DIN-Normen. Also kannst du dir nicht vorstellen. wir haben für jeden Stuff, haben wir so ein Regelwerk oder eine Richtlinie oder eine DIN-Norm. Aber es muss sich, die muss halt jemand kennen und muss die halt auch in der Praxis umsetzen. Also not gonna happen. Also passiert. Ja, passiert nicht immer, sagen wir mal so.
Philipp: Aber du treibst dich ja jetzt auch überdurchschnittlich oft auf Baustellen rum und siehst, was da so abgeht. was muss sich da in der Planung, im Vorfeld, vor allen Dingen auch vielleicht von kommunaler Seite, das bisschen zu steuern, ändern, damit die Bäume, die irgendwie neu gepflanzt werden, auch überhaupt eine Chance haben. Weil allein an den Baustellen, wo ich so ab und an mal vorbeikomme, da hast du als Außenstehender das Gefühl, dass das Ganze von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.
Danni: Ja, die dürften das ganze nicht nur Architekten und Architektinnen überlassen. Ich erzähle immer ganz gern. Weil früher, wenn der König zum Beispiel so einen Park geplant hat, was ist dann passiert, der hat sich natürlich alle eingeladen. hat die Gärtner von dem Park eingeladen, der hat die Architekten eingeladen, der alle, die an dem Projekt beteiligt sein sollen, zu sich geholt und hat gesagt man baue mir einen Park, es soll so und so aussehen, was weiß ich, wie das damals ablief, aber die waren auf jeden Fall alle am Start bei ihm. Und heute hast du irgendwelche Architekten, Architektinnen, den ganzen Shit am Reißbrett planen, wo so ein Baum praktisch nur ein grünes Kreischen auf so einem Plan ist, und dann kommst du raus und denkst dir, was, da soll jetzt der und der Baum hin? weil da die Grundlagen häufig schon im Studium bei den Architekten, so traurig das auch ist, fehlen. Es sind ganz viele Sachen. Wir aus der Baumbranche müssten schon viel früher in solche Prozesse mit eingebunden werden und dann würde es tatsächlich auch nicht zu solch fatalen Fehlern draußen am Baum kommen.
Philipp: Wie wäre jetzt nur noch mal ganz kurz zum Abschluss vielleicht der aus deiner Sicht beste Ablauf, das Ganze funktionieren kann. Wenn ich als König jetzt losgehe und sage, ich will da draußen den Baum, dann würde ich als erstes mir wahrscheinlich den Standort angucken, würde mir jemand holen, der sich den Boden mal anguckt, sagt oder gibt mir erstmal Zettel mit mit. Das sind meine Grundvoraussetzungen, dass ich erst mal ein grobes Korsett habe und weiß, da soll mein Baum reinpassen. Damit gehe ich dann in den Baum schule und sage, das sind meine Voraussetzungen. Was habt ihr hier Cooles? Oder wie läuft's?
Danni: Das ist dann schon in der Entwurfsphase, ist auch jedes Mal ein bisschen anders, aber meistens legt ja irgendwer fest. Also es kommt doch komplett auf den Standort an. Wenn du zum Beispiel einen interstädtischen Standort hast, wo da eine Straßenbahn läuft, wo ein Gehweg ist, wo die Gebäudesuppe, wo du Infrastruktur hast, unten mit Gas, mit Wasser, mit Strom. Da hast du für den Baum so wenig Platz, vielleicht unterirdisch noch was einbauen. Da bist du bei einer Pflanzgrube locker, weiß nicht, allein schon 40.000 Euro, bis du das unterirdisch alles so geguckt hast. ist die Baumart die letzte Komponente, die du da bedenkst. Da musst du erst mal gucken, was funktioniert hier überhaupt. das ist ganz schwierig zu sagen. Oder bei einem Neubaugebiet ... Da müsste derjenige, der die Bäume dann da einplant und das machen häufig ganz unterschiedlich. Manchmal machen das Gala-Bauer als Garten-Landschaftsbauer oder es machen schon die Architekten. Also es ist ganz, weil die legen ja schon die Größe der Pflanzgrube fest. Das ist ganz, ganz tricky. Also egal in welchem Prozess. Entweder müsste in die Studieninhalte dort mehr rein. Ja, was da überhaupt funktioniert, welche Bäume oder ja, also das ist ein weites Feld, kannst du gar nicht so einfach sagen. Und das ist tatsächlich gar nicht meine Zuständigkeit, weil ich komme ja leider immer nur dahin, entweder Altbäume zu retten. Also das ist halt nicht mein Berufsfeld, ich mal so.
Philipp: ist auch ein schöner Abschluss, weil das bringt mich dazu, was auch ganz, ganz oft in meinem Alltag und bei allen Sachen hier in diesem Leben gut passt. Denkt einfach mal vorher ein bisschen mehr drüber nach, was er da macht, weil dann funktioniert es vielleicht auch. Weil irgendwie steht aus meiner Sicht bei
Danni: Ja.
Philipp: dem ganzen Baugraben, du mir jetzt hier beschrieben hast, der Baum ja an letzter Stelle und der wird dann noch eingesteckt und entweder der kommt klar oder der kommt nicht klar.
Danni: Genau.
Philipp: Wäre wahrscheinlich bisschen einfacher, wenn sich alle Leute ein bisschen an Tisch setzen und sich vorher ein bisschen den Kopf drüber machen. Das nehme ich jetzt als Abschluss so mit. Und was ich auch mitnehme ist, vielen Dank für die Fragen, weil das war alleine heute schon sehr interessant mit zwei Themen, die wir glaube ich nicht auf dem Schirm gehabt hätten, wenn die nicht in den Kommentaren gelandet wären. Deswegen
Danni: Das wäre schön. Ja, genau, das fand ich auch cool.
Philipp: fühlt euch da frei, schreibt alles drunter, schreibt uns eine Mail, was auch immer. Schaltet das nächste Mal wieder ein. Gut Baum und bis bald.
Danni: Ja, gut bauen, ihr Lieben. Tschüss.
Philipp: Tschüss!