Harald Röbig: Ja, hallo, freut mich auch. Grüß dich, Bettina.
Bettina Fischer: So Harald, bevor wir in die Themen starten, ist es uns Tradition, dass wir einmal fragen, was hast du denn zuletzt eingekauft?
Harald Röbig: Ja, wir haben gerade was sehr Spannendes gekauft, ein sogenanntes Orchestrierungstool, mit dem wir die verschiedenen Werkzeuge, die wir zur Zeit so nebeneinander stehen haben, von Einkauf über Rechnungsverwicklung etc., miteinander verbinden möchten. Da bin ich sehr gespannt, was uns das demnächst an Automatisierungsvorsprung bringen wird.
Bettina Fischer: Okay, dann gibt es wahrscheinlich dann direkt noch eine Fortsetzungsfolge, weil ich glaube gerade so Orchestrierungsthemen sind natürlich die, die irgendwie in der Zukunft immer relevanter werden. Jeder hat KI, jeder möchte irgendwie
Harald Röbig: Absolut.
Bettina Fischer: Systeme miteinander verbinden und dann... Okay, vielleicht gibt es auch mal ein Webinar mit uns.
Harald Röbig: Ja, das stimmt, das stimmt. Und wer mag schon Copy-Paste, gell? Ja, genau.
Bettina Fischer: Cool. Aber ich habe es gerade schon in meiner Einleitung angekündigt. Dein Karriereweg ist echt beeindruckend. Ich weiß noch, wir waren vor ein paar Monaten auch mal zusammen Abendessen und auf einmal hast du Ungarisch gesprochen bzw. hast Ungarisch verstanden und das erzählt.
Harald Röbig: Stimmt.
Bettina Fischer: dann hast du auch noch Elektrotechnik studiert und jetzt bist du im Einkauf. Und erzähl doch mal.
Harald Röbig: Gerne, gerne. Also um mit Ungarisch anzufangen, das ist ganz lange her. Ich habe mein Studium der Elektrotechnik in Budapest begonnen. Grund ist die Liebe. Also ich habe damals schon meine heutige Frau kennengelernt und wir sind zusammen ins Ausland gegangen und habe dort die ersten zwei Jahre verbracht. War eine wunderbare Zeit, muss ich sagen. Hab dann das Elektrotechnikstudium in Berlin fortgesetzt, damals noch ein Diplom gemacht. Aber dann auch noch einen Master of Science in Human Centered Systems in Birmingham dazwischen geschoben, also mich mit Mensch-Maschine-Interaktion beschäftigt. Hab immer schon das Thema Elektrotechnik als elektrische Systeme betrachtet. Also so hieß dann auch quasi das Diplomfach, in dem ich abgeschlossen habe, sprich da gibt es Hardware und dazu gibt es Software. Und dann hat sich das relativ schnell entwickelt, dass ich mich immer mehr mit Software-Themen beschäftigt habe. Ich war zehn Jahre dann bei einer VW-Tochter unterwegs, hab mich darum gekümmert, wie Klimatisierung ins Auto kommt, habe da auch schon die Bedienstsoftware, also dieses Human Centres System Thema betrachtet und hab aber dann irgendwann gemerkt, so richtig nachhaltig ist das nicht und hab dann zum Glück den Kontakt zu Rebuy bekommen, bei denen ich aber jetzt auch schon wieder gute zehn Jahre bin. Allerdings mache ich da jetzt schon den dritten Job. Ich hab dort angefangen als Product Manager. Damals zu dem Zeitpunkt hat Rebuy gerade viel angefangen, Automatisierung aufzubauen in den Warehouses. Wir bewegen ja sehr viele Medienprodukte, also Bücher, CDs, DVDs etc. Und da lohnt es sich bei den großen Stückzahlen zu automatisieren. Ich habe also bei Verpackungsmaschinen einführen geholfen, digitale Pick-App eingeführt. Dann haben wir mehrere Standorte eröffnet, dann mussten wir diese Waren verfolgen. Das war eine super spannende Zeit, die ich da verbracht habe als Product Manager mit einem eigenen Entwicklungsteam. Hab aber dann irgendwann gemerkt, in der Logistik kann man nicht nur was mit Software bewegen. Das sind ganz viele Menschen, die du da brauchst. Das sind die Maschinen. Und bin also da quasi schon den ersten Schritt in die Richtung gegangen, dass unser COO damals gesagt hat, möchtest du zu mir wechseln in der Rolle Senior Manager Operations Strategy? Also die Frage, wie können wir quasi die Logistik als Gesamtprodukt betrachten. Also im Sinne von wie bringen wir besseres Kundenerlebnis voran? Da müssen wir mit dem Carriern sprechen. Da ist auch dieses Thema Supply Chain, das jetzt immer noch geblieben ist, mit den Mitarbeitern, man muss quasi die Prozesse verbessern etc. Und diese ganze Aufgabe zusammenzuhalten hat unheimlich viel Spaß gemacht. Als dann Marcel letztes Jahr mit der Idee trotzdem zu mir kam, den Einkauf zu übernehmen, war ich überrascht. Und meine erste Antwort war, darauf wäre ich nicht gekommen, auf diese Rolle. Das hat sich damals ergeben, weil mein Vorgänger einen neuen Job sich gesucht hat. Ich hatte natürlich immer schon irgendwie mit Einkauf zu tun, denn in der Logistik, habe ja gerade schon die Maschinen erwähnt, ich habe die Versanddienstleister erwähnt. Das sind große Verträge. Das heißt, ich habe immer quasi schon die andere Seite gesehen, auch das Thema Packaging. Das sind ja große Themen für uns als Versender. Und das war natürlich spannend zu sehen, diese Fragestellungen, die man vorher hat. Also warum braucht der Einkauf so lange? Wir wollen doch jetzt eigentlich nur schnell den Vertrag abschließen und so weiter. Da den Einblick zu gewinnen, das war ein tolles Erlebnis. Ich muss inzwischen sagen, es ist ja noch vielseitiger geworden, was ich jetzt tun kann. Also das heißt, der Fokus hat sich gar nicht so stark geändert. Ich versuche immer noch, die Zusammenarbeit im Unternehmen zu verbessern in verschiedenen Bereichen. Natürlich jetzt mehr im Bereich Finance. Aber ich arbeite mit Marketing zusammen. Ich arbeite mit den Personalabteilungen zusammen, etc. Also für mich insgesamt ein toller Sprung.
Bettina Fischer: Ich finde es auch total stark, das hast du gerade auch schon formuliert, aber du hast damals in der Logistik, und übrigens wir waren neulich mal in einem Rebuy-Lager und es war so verrückt,
Harald Röbig: Ja.
Bettina Fischer: mit Harald da durch zu laufen und er hat dann gesagt,
Harald Röbig: Haha.
Bettina Fischer: ja das habe ich eingekauft, beziehungsweise das Projekt habe ich gemacht und das Projekt habe ich gemacht und man läuft da durch und denkt sich, wie krass ist das eigentlich, was hier alles automatisiert werden kann bei so kleinen Produkten wie zum Beispiel Büchern. Also Rebuy ist ein ReCommerce Unternehmen. Das heißt, du kannst zum Beispiel deine gebrauchten Bücher, deine gebrauchte Hardware hinschicken, verkaufen, aber kannst dann auch refurbished oder beziehungsweise die Artikel dann auch kaufen. Also zum Beispiel für mich ist es so, ich habe kürzlich sogar Kinderbücher an Rebuy verkauft, habe dann einen Gutschein bekommen in meinem Fall und habe dann jetzt auch direkt wieder reinvestiert und es funktioniert einfach ultra gut. Also gerade bei solchen Sachen, wo man sich denkt, okay, wie lange wird mein Kind jetzt dieses Buch lesen?" hat sich das richtig schon gelohnt und vor allem, was ich so cool fand, ist, ich habe so eine Nummer bekommen, als ich meine Bücher eingeschickt habe. Und das ist eine Nummer, die ich auch aus eurer Usage von Hivebuy kenne, die THN. Ich mir so verrückt.
Harald Röbig: Ja, das stimmt. Das stimmt. Das ist wahr. Also diese Name, diese THN ist ein ganz alter Name, ganz altes Kürzel ist aber immer noch für uns die interne Bezeichnung jeder Auftragsnummer. Und da gibt es eben die Ankaufsaufträge, also mit denen wir eben von Kunden Produkte ankaufen und die Verkaufsaufträge. Und ja, ich kümmer mich nicht nur den indirekten Einkauf bei Rebuy, sondern auch den direkten Einkauf. Nicht der Produkte, die wir direkt handeln, also nicht der Handys, der Konsolen, der Kameras, aber der ganzen Ersatzteile zum Beispiel. Denn wir wollen ja möglichst viele Produkte am Leben erhalten. Das heißt, wir versuchen, so viel es geht zu refurbishen, zu reparieren. Und da habe ich ein Team von mehreren Leuten, deren einzige Aufgabe es ist, zu finden, wo können wir dieses Ersatzteil herbekommen? Wo können wir dieses Zubehör, also ein neues Ladegerät oder was zum Beispiel auch sehr gerne verloren geht, die Linsenabdeckung bei Kameras, solche Dinge quasi dann wieder zu finden. Damit
Bettina Fischer: Krass.
Harald Röbig: wir das natürlich dann vernünftig in unseren Warehouses bearbeiten können, müssen wir das ja auch in die Warenwirtschaft bringen. Daher diese Auftragsnummer. Das heißt, wir bringen das dann in Verbindung. Wir verbinden Hivebuy mit unserer internen Warenwirtschaft. Hivebuy eben, um vernünftig die Rechnungsabwicklung machen zu können, die Bestellabwicklung. Aber dann eben den Rest, die Waren dann zu verheiraten, sodass dann die Kappe wieder zu der Kamera kommt etc.
Bettina Fischer: Also eure Digitalisierung ist echt ein Paradebeispiel, würde ich sagen, wenn ich jetzt darauf blicke von den Unternehmen, die ich bisher kennenlernen durfte. Heißt also auch, wenn es irgendwelche Integrations-Digitalisierungsthemen geht, Rebuy nutzt Business Central als ERP-System und Hivebuy als Procurement-System mitunter. Vielleicht könnt ihr euch dann auch links und rechts als Hörerschaft mal mit Harald vernetzen.
Harald Röbig: Gerne.
Bettina Fischer: Aber Harald, für Leute, die ein bisschen älter sind, die kennen das Wort und wissen, dass es nicht negativ gemeint ist, aber irgendwie wissen sie so bisschen die allwissende Müllhalde von Rebuy. Ist das nicht Sesamstraße oder sowas, wo die allwissende Müllhalde mit dabei ist?
Harald Röbig: Das ist eine sehr gute Frage. Ich kenne zwar die Sesamstraße, aber die Figur erinnere ich mich jetzt nicht mehr. Macht aber nichts. Das ist aber so. Das macht aber auch Spaß. Ich biete auch neuen Mitarbeitern an, wenn ihr nicht wisst, wen ihr fragen sollt, dann kommt doch einfach. Ich kann euch meistens zumindest sagen, wen ihr eigentlich fragen müsst. Und es ist total lustig. In der vorherigen Rolle habe ich eine Kollegin, die inzwischen auch das Thema Operations Strategy macht und die sagte, "Harald, eigentlich bräuchten die uns doch gar nicht, oder?" Sag ich immer, nee, eigentlich nicht. Aber es ist halt nicht für jeden einfach, einfach zu dem anderen zu gehen und zu sagen, du, wir müssten mal reden oder wir haben da dieses Thema. Und das ist halt eigentlich dieser Spaß. Also wenn du merkst, dass es sich lohnt, einfach zu den Leuten kurz hinzugehen. In der Regel freuen die sich ja sogar zu sagen, ja, eigentlich müssten wir das dann so und so machen und dann wird das ja viel besser. Ja, ist so. Und das ist aber die Rolle und die hat sich quasi immer irgendwie erhalten in den verschiedenen Rollen, die ich intern bekleidet habe.
Bettina Fischer: Total cool. das ist auch gerade diese krasse Verzahnung von Procurement, Supply
Harald Röbig: Mhm.
Bettina Fischer: Chain, Infrastructure und
Harald Röbig: Ja.
Bettina Fischer: das klingt einfach nach einer krass hohen Komplexität, du da oder auch dein Team abbildest. Und wie kriegt ihr das
Harald Röbig: Das stimmt.
Bettina Fischer: hin, dass ihr das organisatorisch irgendwie unter Kontrolle bekommt? Was ist deine allerliebste Lieblingsautomatisierung? Also ich rede jetzt nicht von einem Tool, sondern was hast du so bisher integriert, wo du denkst, okay, das haben wir richtig cool gemacht, da bin ich richtig happy drauf, dass mir die Leute gut connectet?
Harald Röbig: Ich bleibe jetzt mal im Bereich, seitdem ich quasi den Einkauf mache. Da ist meine Lieblingsautomatisierung, dass ich alles komplett umgestellt habe auf den internen Ansprechpartner. Um das kurz zu erklären, das Unternehmen entwickelt sich ja ständig weiter und am Anfang war das immer so, wir haben auch viele Verträge, die wir schließen. Jedes Jahr muss eigentlich jemand dann wieder ein Hivebuy Ticket anlegen, damit wir die Rechnung abwickeln können. Ganz oft ist das dann jemand, der vielleicht das noch nie gemacht hat oder auch gar nicht machen muss. Aber am Anfang hatten quasi meine Vorgänger das so konfiguriert, immer der, der diesen Antrag den Beschaffungsfach gestellt hat, der muss sich später um die Rechnungen kümmern. Und da dachte ich irgendwie, okay, das ist ziemlich unflexibel. Und dann gibt es zum Glück diese schöne Funktion, Internal Responsible User heißt die auf Englisch. In Hivebuy, bei der ich eben sagen kann, ab jetzt ist diese Person der Ansprechpartner für diesen Supplier, für diesen Lieferanten und der muss dann in Zukunft, das kann ich dann in den Workflows so einstellen, die Rechnung genehmigen oder auch andere Bestell-
Bettina Fischer: Ich hab grad nen richtiges...
Harald Röbig: Anfragen freigeben oder so. Und das war so ein cooler Sprung, weißt du, weil plötzlich waren wir in der Driverrolle als Einkauf. Also wir konnten dann auch sowas sagen wie Ich mache schnell die Bestellanforderungen für dich. wissen sowieso, wie es geht. Da ist nicht viel dran. Ich kenne den Vertrag. Es ist nur eine Fortsetzung des Vertrages. Eigentlich muss ich dich jetzt nicht trietzen und du musst quasi nach einem Jahr mal wieder Hivebuy öffnen, nur um Duplizieren zu drücken. Und dann vielleicht vergisst du noch die Hälfte beim Pflegen und so. Aber auch unterjährig. Dann hat irgendwie jemand gesagt, ich wechsle jetzt die Rolle, kann bitte in Zukunft der und der sich kümmern. Dann stellen wir das halt einfach ein und schon ist es fertig. Was ich natürlich dazu sagen muss, ist, es ist trotzdem viel Arbeit gewesen, denn wir hatten ja diese Information gar nicht da. Das heißt, am Anfang lief das dann so, da ist Hivebuy sehr konsequent, wenn der nicht gesetzt ist, dann geht das an den Administrator. Das heißt, plötzlich hatte ich 100 Rechnungen zum Freigeben und dachte, was ist denn hier los? Dann mussten wir also Stück für Stück erst diese internal responsible users nachpflegen, aber es hat sich insgesamt sehr gelohnt. Das ist zurzeit meine Lieblingsautomatisierung, weil wir damit von vorne rein einfach alles umdrehen konnten. Und jetzt können wir halt bestimmen, was passiert. Wir können zukünftig anfangen, Bestellanforderungen automatisch zu generieren, weil ja nicht mehr wichtig ist, wer die erstellt hat, sondern nur wer ist dafür zuständig und Ansprechpartner. Gibt es dann frei und so weiter.
Bettina Fischer: Ihr habt jetzt ja auch die Bestellanforderungs-API, wo ihr dann selbst Bestellanforderungen
Harald Röbig: Genau.
Bettina Fischer: aus Drittsystem erzeugen könnt,
Harald Röbig: Richtig.
Bettina Fischer: sodass es in Hivebuy nur noch durchgenudelt wird und dann in die Freigabe geht, wenn erforderlich.
Harald Röbig: Genau, das ist genau diese TRN, du vorhin erwähnt hast. Also wenn immer wir eigentlich schon in unserer Warenwirtschaft wissen, da kommt jetzt was an, dann müssen wir dort schon die Bestellanforderungen anlegen und dann legen wir die Zeit nochmal in Hivebuy von Hand an. Und das sozusagen einfach zu verbinden. Wir wissen ja schon, was kommt, was es kosten wird etc. und können dann eben alles miteinander verknüpfen. Das ist jetzt der nächste Schritt.
Bettina Fischer: Ich habe gerade tatsächlich einen richtig stolzen Moment, weil ich dachte mir, wenn du jetzt
Harald Röbig: Ja.
Bettina Fischer: über irgendwelche Integration sprichst, dass du jetzt nicht unbedingt dann auch von der internal responsible user Thematik sprichst, sondern dass du halt einfach irgendwie... Deswegen, das ist total schön. Ich freue mich sehr. Aber du bist ja auch gerade oder beziehungsweise ihr seid ja gerade nicht nur in der Rolle für Rebuy Recommerce und eure polnischen Entitäten und so weiter.
Harald Röbig: Mhm. Mhm.
Bettina Fischer: sondern ihr habt ja jetzt auch eingekauft. Ihr wart auf Shoppingtrip in Frankreich, so wie ich es mitbekommen habe.
Harald Röbig: Das stimmt. Das stimmt. Ja, Zeercle war ein unheimlich toller Zukauf oder ein unheimlich tolles Unternehmen, das jetzt quasi zu uns gekommen ist. Im Bereich von Büchern, CDs, DVDs haben wir bislang eigentlich fast ausschließlich direkt von Privatkunden angekauft. Aber viele Buchliebhaber gehen auch nach wie vor gerne in den Buchladen. Und da hatte Zeercle diese Idee, genau diese Idee dieses, ich brauche das Buch nicht mehr, ich möchte es eigentlich gerne jemandem geben, der das nutzen kann, zu verbinden mit der Idee, ich gehe in den Buchladen. Ich kann also dann reingehen und bekomme dann die Möglichkeit, das ausgelesene Buch gegen einen Gutschein vor Ort direkt zu verkaufen. Kann dann mit dem Gutschein mir das nächste Buch kaufen. Und wir sind dann quasi diejenigen, die im Hintergrund agieren. Also die Buchläden sammeln dann die Bücher und dann gehen die in unsere Logistikzentren und werden genauso bearbeitet, wie wenn wir die von Privatkunden angekauft hätten. Und wir können die dann eben ganz normal dann auch danach wieder weiter verkaufen. Also das heißt, wenn du so willst, haben wir ganz viele Buchläden in Deutschland jetzt, die auch zum Rebuy Gedanken beitragen. Eine wunderbare Sache. Und das ist nicht nur in Deutschland, sondern auch
Bettina Fischer: Rehabilitationär quasi.
Harald Röbig: in unseren anderen Ländern. Genau. Absolut.
Bettina Fischer: Wenn wir jetzt nochmal auf deine Position blicken,
Harald Röbig: Mhm.
Bettina Fischer: Head of Supply Chain, Procurement, Infrastructure, was hat es denn zu bedeuten, wenn man so ein Unternehmen, gerade vielleicht noch mal ausländisch, also Zeercle ist ja ein französisches Unternehmen, eine ausländische
Harald Röbig: Genau.
Bettina Fischer: Entität versucht zu integrieren, was einkaufsseitig anbelangt?
Harald Röbig: Das war spannend. Zum einen haben wir noch nicht darüber gesprochen, sind ja quasi meine neuen Lieblingspartner, die Buchhaltung und das Controlling, also diejenigen Abteilungen, mit denen wir konstant versuchen, die Zusammenarbeit am einfachsten zu machen. Und wir mussten natürlich jetzt gucken, das ist jetzt ein französisches Unternehmen, du hast es schon erwähnt, wir nutzen Business Central. Wir haben dann eine neue Entitäten Business Central aufgemacht, die eben quasi jetzt nur zuständig ist für dieses französische Unternehmen. Und dann haben wir uns auch ausgetauscht, wie machen wir das denn jetzt in Hivebuy? Wir haben zurzeit, nutzen wir für die drei deutschen Gesellschaften einen Tenant in Hivebuy. Das hat gut funktioniert und dachten dann schon, ja, wie machen wir das jetzt mit den französischen Unternehmen? Dann haben die natürlich auch andere Buchungsquotes, also andere Konten etc. Dann haben wir gemerkt, wir machen einfach einen zweiten Tenant auf in Hivebuy. Also haben da quasi die Struktur nochmal neu parallel aufgesetzt. Ist aber am Ende das Schlankeste. Und ansonsten konnten wir aber trotzdem ganz viel Copy-Paste betreiben. Also zum Beispiel die Übertragung der Rechnungsbuchungen aus Hivebuy in Business Central. Da musste Stefan nicht viel anpassen an Code. Das war sie quasi wir nur stellen müssen. Okay, das ist jetzt diese Instanz in Business Central, die angesprochen werden muss, aus dieser Hivebuy-Instanz, und mehr oder weniger lief das dann ratzfatz, dass wir quasi zumindest in dem Teil schnell wieder da waren, wo wir sein wollten. Der ganze andere Teil, also sprich die Konten und so weiter, das alles aufsetzen, das ist immer noch Handarbeit gewesen, aber zumindest der Teil der Automatisierung, den konnten wir dann wirklich übernehmen. Und das hat schon mal Spaß gemacht, das zu sehen, dass diese grundsätzliche Idee, wie wir es damals aufgesetzt haben, nachhaltig trägt.
Bettina Fischer: Kurze Anmerkung für unsere Zuhörerschaft. Stefan ist unser CTO und die Integrations-Fee was Business Central anbelangt.
Harald Röbig: Stimmt.
Bettina Fischer: Er wird mich verfluchen, dass ich ihn Fee genannt habe.
Harald Röbig: Liebe Grüße!
Bettina Fischer: Aber liebe Grüße an Stefan, du machst das super. Wie war das bei Zeercle? Hattet ihr da auch Pendants? Hatte die da irgendwie auch ein Einkaufsteam oder so? Ist das jetzt bei dir mit integriert oder wie funktioniert das da?
Harald Röbig: Also der direkte Einkauf der Bücher, machen nach wie vor genauso wie auch die direkten Einkäufe der Elektronik, machen eigene Teams. Also das heißt, damit habe ich nichts zu tun. Wir kümmern uns nur wieder die ganze Abwicklung des Transportes. Also das ist dann quasi in unser Erbe übergegangen, also in mein Team übergegangen. Die Transporte aus Frankreich, aus Österreich etc. zu uns, die organisieren wir jetzt quasi mit. Aber die direkte Akquise des Business Development, ist nach wie vor in einem anderen Team. Da eben auch weitere Buchhändler zu finden, die mit uns die gleiche Idee machen und vor allen Dingen auch die gleiche Idee weiterzubringen in Richtung Elektronik. Also warum solltest du nicht auch in den Handyladen gehen können, dort dein Handy abgeben können und dann einen Gutschein bekommen für ein neues Handy. Also das ist quasi die Idee, wie wir als Zeercle auch weiter denken möchten.
Bettina Fischer: Ich glaube, vor drei Folgen oder so war die Isabell von MediaMarkt dabei. Vielleicht kann man da mal den Kontakt herstellen. Das wäre ja richtig cool. Das ist so schön.
Harald Röbig: Ja, naja klar, absolut.
Bettina Fischer: Ich liebe das, wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Apropos Zusammenarbeit und vor allem auch gute Zusammenarbeit, auch zwischen Einkauf
Harald Röbig: Ja.
Bettina Fischer: und anderen Fachbereichen. Was ist für dich eine gute Zusammenarbeit? Hast du irgendwelche Tipps, wie man sich auch als Einkauf, der meistens, ja, das hat sich ja vorhin auch schon bisschen selber angedeutet, vielleicht dann bisschen nicht der beliebteste Bereich ist in einem Unternehmen, wie man sich da am besten platziert.
Harald Röbig: um ihm ihm stimmt. Ich hab das, glaube ich, auch schon als Produktmanager gelernt, diese Idee, dass das Wichtigste ist, dass der andere versteht, dass ich nicht zu ihm komme, ihm sein Leben schwerer, sondern um ihm sein Leben leichter zu machen. Und das ist eigentlich die Herangehensweise auch jetzt wieder gewesen in der Zusammenarbeit mit Accounting, mit unserem Legal Team. Also wir müssen ja auch viel Vertragsprüfungen machen und so. Eigentlich immer dieser Gedanke, schau mal, wir machen das gerade da so und so. Ist das eigentlich praktisch für euch oder könnte man das nicht eigentlich viel besser machen? Also mit dieser Herangehensweise habe ich es bislang immer geschafft, dann die jeweiligen Abteilungen dazu zu bringen, gerne mit uns zusammenzuarbeiten. Das ist jetzt gerade auch zum Beispiel wieder bei uns im Marketingbereich, da gab es in der Vergangenheit eigene lokale Ideen von, wir machen einfach unsere Verträge, das passt schon. Und da habe ich auch gemerkt, ja, eigentlich können wir euch auch da Benefits bringen. Also zum einen, wir verhandeln viel öfter. Zum anderen, wir wissen ganz genau, wie man das alles bei uns aufsetzen muss, damit das dann alles automatisch abgewickelt wird. Lass uns doch dann mal intensiver zusammenarbeiten. Also eben quasi immer in dieser Art und Weise. Und so sehe ich grundsätzlich also unsere Abteilung, dass wir eben viel uns auch als Dienstleister verstehen müssen für den Rest des Unternehmens. Nicht ausschließlich, aber doch schon auch.
Bettina Fischer: Ich finde, das ist auch der richtige Ansatz, ich glaube, natürlich geht ohne den Einkauf nichts und hat man nichts zum Verkaufen. Aber wenn man da als ich nenne es mal Central Functions sich auch mit einem Dienstleistungscharakter sieht, kommt man einfach auch weiter, als wenn man jetzt nur durchdrückt und versucht, sein Ego dort zu platzieren.
Harald Röbig: Das stimmt. Und da muss man auch manchmal was aushalten. Also es gibt dann immer wieder die Kollegen, sagen, ne, jetzt müssen wir mal alle holen und wir müssen denen mal sagen in der, in der, All Hands, ihr müsst das so und so machen. Und wenn ihr das nicht macht, das ist richtig doof. Und dann sage ich immer, ne, das würde uns auch nichts helfen. Wir müssen uns eher überlegen, wie wir zum Beispiel dafür sorgen müssen, dass sie es gar nicht mehr tun müssen. Oder in irgendeiner Form es ihnen leichter machen. Also das ist für mich der nachhaltigere Ansatz. Weil du wirst immer wieder denjenigen haben, der es zu selten macht, der es vergisst. Und dann ist es viel besser, wenn das alles intuitiv verfolgt oder viel weniger zu tun ist, damit es funktioniert.
Bettina Fischer: Und damit hast du ja dann auch quasi eine zukunftsfähigere Organisation aufgebaut. Stichwort Zukunft. An der Überleitung habe ich richtig lange gearbeitet.
Harald Röbig: Hahaha!
Bettina Fischer: Was sind für dich so die Top 3 Trends, die euch im Einkauf in den nächsten Jahren beschäftigen werden? Beziehungsweise was denkst du, was ihr im Blick haben solltet?
Harald Röbig: Ich habe das Thema Orchestrierung gerade schon angesprochen. Das ist ja am weitesten Sinne KI, wobei man ja fairerweise sagen muss, die Agenten sind ja jetzt nicht nur KI, sondern es ist ja auch ganz oft quasi eben in Statemaschinen etc. Aber Orchestrierung ist definitiv eins der Themen, von denen ich denke, dass es uns sehr viel beschäftigen wird, überall dafür zu sorgen, dass unnötiges Copy-Paste wegfällt, dass man jemanden daran erinnern muss, dass er noch etwas tun muss, damit der Prozess abgeschlossen wird. Diese ganzen Dinge entweder durch Orchestrierung zu unterstützen oder sogar dafür zu sorgen, dass man sie gar nicht mehr von Hand machen muss. Das ist definitiv eins der Themen, die ich sehe. Für uns ist es dann noch spannend, hatte ja bereits erwähnt, dass wir die direkten Einkäufe für Ersatzteile, etc. auch verantworten. Da im Bereich Bestandsmanagement in Richtung Replenishment, also automatische Bestandsauffüllung wiederzukommen. Da sind wir auch gerade dabei zu überlegen, wie können wir dafür sorgen. Da haben wir auch schon angefangen zu automatisieren, dass wir merken, diese Ersatzteile werden so und so häufig benötigt. Wir bräuchten jetzt eigentlich demnächst wieder welche. Können wir dann vielleicht sogar mit mehreren Lieferanten halbautomatisch sagen, wir bräuchten das, könnt ihr uns das anbieten. Also in dem Bereich quasi sehe ich auch etwas, wo wir noch viel tun können, um unser Leben leichter zu machen. Und ein ganz anderer Bereich ist das Thema Supplier Management. Also so einen Lieferanten anzulegen, ist bei uns im Moment ganz viel Handarbeit. Ich muss immer noch diese Felder suchen, diese Informationen. Was ist jetzt die Umsatzsteuer-ID? Was ist die Anschrift? Wer ist der Ansprechpartner? Und die dann alle mühsam in unser Business Central eingeben. Das Schöne ist, wir haben schon eine Synchronisierung mit Hivebuy aufgebaut. Also wir machen es nicht zweimal, sondern die werden dann automatisch aus Business Central in Hivebuy übertragen. Aber nichtsdestotrotz, also diesen ersten Schritt auch noch zu automatisieren. Und das ist ja nicht nur das Einsammeln der Daten, sondern auch die Supplier-Qualifizierungen. Also sind die zertifiziert, wie kann ich das nachhaltig dokumentieren und so weiter. Also in dem Bereich sehe ich auch noch die Möglichkeit, viel mit Hilfe von KI-Agenten zu verbessern in nächster Zeit.
Bettina Fischer: Tatsächlich muss ich dich da direkt bremsen, wenn ihr Lust habt. Wir werden in den nächsten zwei Wochen unser Supplier Portal launchen und ich würde euch da natürlich gerne mit dazu reinnehmen. Harald
Harald Röbig: Hey! Das klingt doch sehr gut. Klasse!
Bettina Fischer: ist tatsächlich ein 1A Beta Tester, deswegen darf Harald immer die neuesten Features testen mit uns. Cool!
Harald Röbig: Ja, das stimmt. Ich bin als Produktmanager eben auch damit beschäftigt. Und ich weiß, wie Tech-Teams im Hintergrund dann beschäftigt sind mit den Features und macht da auch gerne nochmal diese Rolle, von Zeit zu Zeit.
Bettina Fischer: Ja, aber dann muss ich mich gleich wieder an die Tastatur setzen und in die Tasten hauen. Deswegen lass uns mal einen Abschluss finden. Was macht denn für
Harald Röbig: Ja.
Bettina Fischer: dich einen guten Procurement Hero aus? Die famous last words.
Harald Röbig: Ja, ich habe erst mal einen Moment darüber nachgedacht, weil Procurement Hero hört sich sehr hochtrabend an. Also im vorherigen Podcast hatte ich das ja auch schon gehört. Habe aber darüber nachgedacht. Ich glaube, ich habe schon heute viel davon erzählt. Also aus meiner Sicht ein Procurement Hero liebt den Austausch mit anderen. Ansonsten ist das keine gute Rolle und kann sich vor allen Dingen für jedes Thema begeistern. Ich habe schon gesagt Marketing, Logistik, People-Themen, Payment-Themen, also Zahlungsdienste waren gerade ein Thema für uns. in diese Themen sich auch eindenken zu wollen und zu können. Das sind, glaube ich, meiner Sicht alles Funktionen, die ein guter Procurement Hero erfüllen muss. Und ja, das führt aus meiner Sicht dann dazu, dass eben Procurement der Vermittler ist zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und den Bedürfnissen der Supplier. Und ja, so würde ich das zusammenfassen.
Bettina Fischer: Sehr schön formuliert. Möchtest noch irgendwas loswerden? Habt ihr noch irgendwelche offenen Positionen, ihr gerne besetzen wollen würdet? Gibt es irgendwas, wo du gerne noch Austausch hättest?
Harald Röbig: Es ist so, dass wir in dem Bereich Automatisierung merken, dass es klasse ist, wenn wir jemanden finden, der sagt, ich beschäftige mich jetzt eine Zeit lang ganz intensiv damit. Und wir haben da jetzt schon immer wieder mal einen studentischen Mitarbeiter bei uns gehabt, der nicht nur im Bereich Procurement, sondern auch in anderen Teams genau diese Idee von, wie können wir Prozesse automatisieren, unterstützt. Also da gerne Kontakt mit mir aufnehmen oder auch eben über unsere Website kann man das sehen, wie man Kontakt findet. Wir suchen immer wieder gerne da einen studentischen Mitarbeiter, genau in dem Bereich Automatisierung Lust hat, was zu lernen. Also der letzte, der da war, der wusste vorher noch nicht, wie make.com zum Beispiel geht. Dann hat er sich einfach eingelesen, eingearbeitet und inzwischen ist er unser Spezialist geworden, macht aber jetzt seine Masterarbeit, was wir ihm ja auch gönnen, aber das heißt, wir suchen da gerne wieder den Nächsten, der Spaß hat, in diesen Unternehmensprozessen mal gemeinsam zu überlegen und auch zu machen.
Bettina Fischer: Das klingt auf jeden Fall nach einer spannenden Position, gerade für Studenten, vielleicht auch Absolventen. Also wenn
Harald Röbig: Ja, absolut. Das denke ich auch. Ja, na klar.
Bettina Fischer: ihr jemanden kennt, dann unterstützt bitte den Harald. Harald, es war mir ein Fest, dass du bei uns warst. Es war schön.
Harald Röbig: Danke, mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht, Bettina.
Bettina Fischer: Sehr cool. Super. Dann Harald Röbig, Head of Procurement, Supply Chain und Infrastructure von Rebuy Recommerce. Es war wirklich toll. Für unsere Zuhörer, es geht in vier Wochen weiter, dann gibt es die nächste Aufzeichnung. Wir haben wieder einen spannenden Gast bei uns. Ihr könnt Hivebuy, beziehungsweise den Procurement Hero Podcast bei Spotify, Apple Podcasts und YouTube sehen. Es gibt diverse andere Kanäle. Abonniert, liked, kommentiert, unterstützt uns, wenn ihr jemanden kennt, der gerne in den Podcast kommen sollte, dann schreibt uns auch gerne oder wenn ihr selbst daran teilnehmen möchtet. Bis dahin, bis zur nächsten Folge. Danke Harald.
Harald Röbig: Tschüss!