Dennis: Dann sag ich, reflektier's mal, du bist 6 aufgestanden, bist in die Arbeit gegangen, bist heimgekommen, hast mit den Kindern was gemacht, Abendessen, Kinder ins Bett und jetzt bist du dran. Er sagt, ja, und das geht täglich so. Wann will dein Körper regenerieren? Wann gibst du ihm die Energie, dass er das Training, was du machst, heute adaptieren kann? so kann man es dann noch mal visualisieren. Wenn sie halt dann abends totmüde sind und gehen nochmal auf die Rolle, ja manchmal muss es sein, hilft dir auch nichts bei den Langdistanz-Athleten, aber manchmal muss man auch sagen, jetzt setzen wir aus. Du stressst dich, den Plan zu erfüllen, das stresst den Körper noch mehr, der Stress.
Jonas: So, hallo und herzlich willkommen, lieber Dennis, zur heutigen Folge von Podcast The Regulated Athlete. Schön, dass du da bist.
Dennis: Danke für die Einladung.
Jonas: Sehr gerne. Bevor es richtig losgeht, kennt das Spiel, einmal Hand auf die Brust legen und Augen schließen, sofern ihr nicht gerade Autofahrt. Und drei tiefe Atemzüge nehmen. Einmal durch die Nase ein. und durch den Mund wieder aus. durch die Nase ein. und durch den Mund wieder aus. wieder ein. und wieder aus. mir einmal nachsprechen. I am regulated. Ich reguliert. Ich bin reguliert. Ich bin regulierter Athlet. Genau, das Thema des heutigen Podcasts, geht den regulierten Athleten letztlich. Und ich bin froh, dass der Dennis heute bei uns ist zu Gast. Ich freue mich da sehr drauf, weil der Dennis als Trainer bei uns ist, als Coach. Und da viele Erfahrungen mitbringt, vor allen Dingen, was ich sehr spannend finde, ... Die Frage ist, das Muster hinter verschiedenen Athleten zu Nicht nur von der eigenen Erfahrung zu berichten, was immer sehr hilfreich und wertvoll ist, sondern auch mal den Quervergleich ziehen zu können. Letztlich geht es im Podcast ja die Frage, was können wir tun, damit wir am Rennstag die Performance wirklich abliefern? Wir trainieren ja alle, gerade im Triathlon. trainieren die meisten, im Wettkampf erfolgreich zu sein. Und die wollen ja nicht irgendwie mit 80 % oder 95 % nach Hause gehen, sondern wollen alles ausgereizt haben. Und da kann ich schon mal sagen, dass es darum geht, die Leistung zu bringen, wenn es zählt. Und wenn das nämlich mal nicht passiert, kann ich gleich schon ankündigen, warum fehlt deine Leistung, wenn sie zählt, ist auch der Titel des Fragebogens, den wir konzipiert haben, der ist immer unter den Episoden verlinkt. Und was das Ganze mit den drei Athletentypen zu tun hat, werden wir bisschen eintauchen. Mit dem lieben Dennis, wie gesagt, mit der Expertise, die du mitbringst. Und ich würde gerne mit der Frage mit dir starten, in welchem Zustand sitzt du gerade vor mir, Dennis?
Dennis: Ich im erholten Zustand leicht nervös, aber erholt und freue mich drauf.
Jonas: Gibt es etwas, was dich aktuell mehr beschäftigt als Triathlon?
Dennis: Aktuell, allgemein der Ausdauersport beschäftigt mich sehr gerade aktuell, ich jetzt gerade, ist bei mir gerade Wettkampfhochphase, bei meinen Athleten im Radsport, Laufen oder Triathlon. Ja, also aktuell gerade jeden Tag neue Pacingstrategien rausbringen. Ironman Hamburg steht jetzt am Wochenende vor der Tür mit drei Athleten am Start. Genau, das beschäftigt mich jetzt gerade alles ein bisschen.
Jonas: Verstehe ich. Das heißt, wenn du jetzt bisschen auf deine Sportler schaust, auf deine Erfahrungen, die du da gemacht hast, was würdest du sagen, was sind so die Phasen, denen die Leistung von den Athleten am stabilsten ist und warum?
Dennis: Wann ist sie am stabilsten? Ist wirklich aktuell so kurz vor der Wettkampfphase, weil der Athlet auf sich hört, auch wenn seine Körpersprache hört, aufs Körpergefühl hört, mehr. Wenn irgendwas zwickt, hört er vielleicht mal auf mit dem Training, bricht das ab. Da würde ich sagen, so die zwölf Wochen unmittelbare Wettkampfvorbereitung ist der Athlet am leistungsfähigsten, weil er auf sich hört. auf seine Körpersprache achtet. Und er achtet darauf, wenn er einen Energiemangel hat, dass er sich dann wirklich mal aktiv hinsetzt und isst und auch mal eine Einheit weglässt, ohne dass er sich jedes Mal meldet. Also da finde ich, da ist er gerade am leistungsfähigsten und bringt das eigentlich gut auf die Strecke.
Jonas: Okay, und das ist in der Phase vorher weniger der Fall, was du beobachtest?
Dennis: Ist weniger eine Fallform, wenn du dann nach der Off-Season rauskommst. Die Klassiker wollen alle wieder bei 100 Prozent anfangen. Wir kommen von einem großen Volumen, letzten Wettkampf in die Off-Season, zwei, drei Wochen und dann wollen sie wieder alle bisschen mehr überziehen, wollen Intervalle laufen und da ist eigentlich eher, wo man sagt, mach mal locker, komm nochmal runter, langsamer Einstieg. Es ist November, Dezember, die Saison beginnt erst im Ende Mai, Anfang Juni. Und da ist der Athlet eigentlich jetzt immer so schwierig, dass er auf sein Pacing oder auf sich hört und einfach mal, der will immer nur voll trainieren.
Jonas: Okay, das Spannende wäre jetzt ein bisschen rauszufinden, was würdest du sagen aus deiner Erfahrung, was ist der Grund oder was ist die Motivation des Sportlers, so zu agieren, wie du es gerade beschrieben hast.
Dennis: Was ist der Grund? Er kommt aus der Offseason. In der Offseason war er richtig gut. Von der Form her ist er ganz oben gestanden, kommt aus der Offseason zurück, merkt bei seinem Grundlagenlauf, einmal ist der Puls zehn Schläge höher. Und wenn es nervös ist, dann kommen die Fehler, dann wollen sie das Volumen steigern. Dann überziehen es die Einheiten so mal zehn Minuten. Ich schreibe von Haus auf dann schon weniger auf bei den Spezialisten. Aber dann viele, die überziehen es radikal. Und dann wundern sie sich, warum sie im Frühjahr verletzt sind oder kein weiterer Formaufbau möglich ist. Die Winterzeit ist die gefährlichste Zeit, sag ich jetzt mal für die Athleten.
Jonas: Das heißt, weil sie im Prinzip zu intensiv schon trainieren oder das Training schon zu intensiv starten wieder vom Volumen, vom Umfang als auch von der Intensität oder von was anderem.
Dennis: Ja, ja beides, weil wenn ich jetzt, sagen wir, ambitionierter Athlet auf der olympischen Distanz, 10 Stunden trainiert, der will schon die 10 Stunden gleich im Winter haben. Aber ja, ich sage immer, machen wir im Winter ein bisschen lockerer, nehmen das Volumen runter, Intensität runter, weil wir brauchen im Frühjahr Steigerungspotenzial von Volumen. Und die meisten haben ja bloß ein Zeitfenster oder in der Woche von 10 Stunden, sie trainieren können. Und da ist dann die Gefahr, dass sie das gleich am Anfang überziehen oder gleich voll ausschöpfen und du hast kein weiteres Steigungspotenzial mehr im Frühjahr dabei. Da ist immer die Gefahr bei den Athleten.
Jonas: Das heißt, ein Großteil des Steigerungspotentials kommt dann, wenn ich nicht richtig verstehe, auch daraus, Umfänge vom Winter ins Frühjahr in den Sommer noch mal zu steigern, also zu erhöhen.
Dennis: Genau. Genau. Und die Intensität kann man ja lassen. kann ja im Winter auch die V2 Max trainieren. Aber die V2 Max sind maximal in Belastung von 3 bis 4 Minuten mit 4 bis 5 Wiederholungen. Und im Frühjahr gehst du dann weg von der V2 Max und machst diese Race-Pace-Strategie und erläufst auch mal Schwellenintervalle in einem längeren Zeitraum oder Wettkampf-Pace. Und dann ist ja automatisch auch mal Intensität und Volumen in einer Einheit nochmal richtig auch unter der Woche mal auf eineinhalb Stunden beim Laufen ausgedehnt. sagen wir ambitionierten Athleten. Wenn man jetzt alles im Winter macht, wann will ich steigern, wie kann ich den Körper überhaupt verarbeiten, Muskulatur, Gelenke, Sehne und wie kann er diese Form dann so lange aufrechterhalten, wenn es dann zählt am Tag X an der Startlinie, ist schwierig. Du kannst ja die Form nur gewisse Zeit halten, dann musst du wieder abtapern und dann wieder wieder Volumenintensivität draufsetzen. kannst ja von Mai bis Juni die Form halten, bis August, Ende August die komplette Form halten, jedes Wochenende fast gefühlt einen Weltkampf machen, geht einfach nicht. Und das müssen viele erstmal begreifen.
Jonas: Okay, das heißt, es klingt aber dann...
Dennis: Bei den ambitiellen Athleten Profis ist wieder was anderes. Viele schauen sich auch diese YouTube Videos von den Profis an, wie die trainieren, wollen es machen und dann geht es krachend unter.
Jonas: Ja gut klar, den Profis da haben wir jetzt die perfekte Überleitung schon gefunden, die du gerade gesagt hast. Die Profis werden ja auch, und das finde ich immer wichtig zu erwähnen, die werden ja auch dafür bezahlt, Profitum zu machen, also ihren Sport auszuüben. Klar, sicherlich gibt es Unterschiede in der Vergütung bei denen. Ganz klar, nach der Abhängigkeit der Preisgelder und Sponsoren. Aber ein wichtiger Unterschied ist immer, dass die ja auch zwischen den Einheiten eben nicht noch arbeiten gehen, wie der normale Age-Grouper. Zumindest die meisten. Es gibt sicherlich auch Profis. Ich kenne auch einige, die auch eben noch neben dem Profitum oder dem Profistatus noch arbeiten gehen. Aber dann auch meistens nicht Vollzeit. Und das ist, glaube ich, schon ein wichtiger Unterschied, der da zumindest bei den Top-Profis, also Christian Blumenfeld oder Jan Frodeno zu sein, Zeiten, den hättest du jetzt nicht noch irgendwie mal 40 Stunden am Bürotisch gesehen irgendwo. Das kann man sich schwer vorstellen. Es ist jetzt auch sehr plakativ, glaube ich, ganz bewusst einmal gewählt. Aber damit auch einfach klar wird, wie paradox es klingt und die 10 Stunden, die du nennst, ich kenne einige Age-Grouper, die trainieren trotzdem 15 bis 20 Stunden die Woche oder sogar mehr, trotz 40 Stunden Woche. Und da ist natürlich Regeneration ein Riesenthema plötzlich. Weil Regeneration, wir hatten es im Vorgespräch schon kurz, Regeneration ist ja nicht unbedingt, wenn ich im Auto von der Arbeit nach Hause bin, sondern Regeneration ist schon bisschen mehr damit gemeint. Du hast gerade so schön dieses Stichwort gesagt, wie die die Belastung auch verarbeiten oder die Trainingsintensität verarbeiten können der Körper. Was meinst du genau damit oder was ist dir dabei wichtig, wenn du die Sportler begleitest, Dennis?
Dennis: Bei mir ist es ja auch. einmal, ich lege großen Wert auf Versorgung. Wie ist die Einheit vorher versorgt worden? Während der Einheit ist danach gleich Proteinshake mit Kohlenhydratmischung getrunken worden. Einfach nur die Regeneration anzuerlegen. Und ich lege da auch Wert darauf, dass allgemein die Athleten auf ihren Gesamtenergieumsatz kommen. Das was wirklich verbrauchen plus Sport, dass da ungefähr hinkommen. Und wenn sie da nicht hinkommen, wie soll dann der Körper regenerieren? Der hat die Energie, was er zugeführt bekommen hat, die hat er sich irgendwie, die Braucher, sich selber am Leben zu erhalten, sagen wir mal so. Und wenn ich halt immer Langdistanz-Athleten, der verbraucht dann an meinem Trainingswochenende am Tag 6000 Kalorien und wenn er halt nur 2000 zuführt, wie soll er regenerieren? Da lege ich schon Wert darauf, dass die Athleten richtig essen und die Einheiten gut versorgen.
Jonas: Wenn du jetzt sagst,
Dennis: Da geht es bei mir schon los.
Jonas: ja, ich verstehe schon, ... das heißt, du beobachtest den Energiehaushalt, ... also den Verbrauchten, als auch den Zugeführten, ... die Differenz, also Kaloriendefizit beispielsweise. Worauf legst du dann Wert, beziehungsweise ist, ... ich sag mal provokant, als Frage formuliert, ist eine Kalorie gleich eine Kalorie?
Dennis: Ja gut, da kann man jetzt darüber diskutieren. sag mal, wenn ihr eine Athletin habt, ist unterfasshockstständig, dann, wenn sie Gummibärchen isst, ja, Hauptsache du isst was. Ja, aber Kalorie ist eigentlich nicht gleich eine Kalorie. Gute Kohlenhydrate, schlechte Kohlenhydrate, da ist schon mal der Unterschied. Auch der Zucker ist ja genug Energie. Buchzefte ist genug Energie, ja, aber macht es immer Sinn, den ganzen Tag nur Apelsaftscholer zu trinken? Nein, also lieber auf das Essen achten, ausgewogen. wenig Zucker, sag ich immer Industriezucker, weil die Athleten mit ihren Gels und Riegel und isotonische Getränke genug Zucker zu sich nehmen. Also da sag ich, dass Kalorien nicht kleine Kalorien.
Jonas: Nee, das war auch bewusst jetzt einfach, dich da ein bisschen mal vorzufühlen. Das sehe ich ganz genauso. Klar, da gibt es riesen Unterschiede. Ich würde sogar, ich gehe sogar einen Schritt weiter, ehrlich gesagt, bei uns noch. Und das vielleicht einfach nur mal ein kleiner Einblick in unsere Begleitung. Wir tracken tatsächlich gar keine Kalorien mehr. Sind davon komplett abgekommen, weil es Aus meiner Sicht, also weil das eine gute Methode ist, erstmal den Energiehaushalt zu prüfen, was habe ich im Training verbraucht. Jede Trainingsuhr kann das ja mittlerweile anzeigen. Und damit kann ich natürlich sehr einfach tracken über den Tag, was habe ich verbraucht und was habe ich wieder zugeführt. Letztlich haben wir aber festgestellt, ist das eine Methode, die, da sprechen wir gleich noch drüber, über die Athletentypen, die sehr gut in diesen Typ 2 passt, in den Optimierungsathleten, der eben vieles trackt, nur das kleine Spoiler schon mal. Die Kunst dabei ist, wie du es gerade schon angesprochen hast, der Athlet muss sich beschäftigen mit, welche Kalorien, also, eine Kalorie jetzt überhaupt eine Kalorie? Oder wenn nein, okay, wenn nein, ist die naheliegende Antwort, ist klar, aber wenn nein, wenn keine Kalorie, keine Kalorie ist, dann ist die Frage, die sich der Athlet dargestellt, was bedeutet das denn jetzt? Das heißt, ich muss mich damit beschäftigen, was darf ich essen, was kann ich nicht essen? und muss dann am Ende wieder mein Essen tracken oder irgendwo in Ernährungsberatungen eingeben oder im Prinzip mit dem Handy fotografieren, dokumentieren, es auch wieder 1000 Apps schon, die das dann alles ausrechnen. Da wird es einem ja sehr leicht gemacht, worauf ich hinaus will, dass diese Routinen, die ja alle das Ziel haben, die Regenationsfähigkeit zu erhöhen, wenn die ausgeübt werden, oftmals in unserer Beobachtung schon wiederum Stress erzeugen. Wenn ich das jetzt weiterdenke, wenn ich nicht nur mit dem Essen anfange, wenn ich jetzt auch noch mit weiteren regenerationsrelevanten Details anfange, wie Schlaf, mit Trinken, Trinkmenge, mit Bewegung, mit Sitzen, mit Arbeiten, theoretisch auch letztlich, dann komme ich ja im Prinzip in einen Zustand, wo ich mein ganzes Leben oder meinen ganzen Tag die ganze Zeit irgendwelche Sachen tracke und auswerte. Und Dabei eines vergesse nämlich, dass Regeneration letztlich bedeutet, ich sage mal ganz einfach in meinen Worten, wie ich mich entspannen kann. Wenn ich entspannt bin, dann kann ich auch besser regenerieren. Weil wenn ich nämlich einfach nur
Dennis: Ja.
Jonas: auf der Couch liege, ich glaube, das ist plakative Gegenbeispiel, kennen wir alle, wenn wir auf der Couch liegen und nach einem Trainingstag und gestern hatten wir ... reife hier eine intensive Einheiten oder Belastungen. Am nächsten Tag ist Pause. Man liegt auf der Couch und denkt so, ich will heute unbedingt wieder los. Die ganze Zeit denkt man, ich will heute wieder trainieren. Diese zwei Stunden auf der Couch, die sind keine Trainingserholung, keine Regeneration, weil ich mich die ganze Zeit so unter Stress gesetzt habe. Das heißt, wir hatten es im Eingang schon, dieses typische Phänomen entsteht daraus, ein bisschen überspitzt formuliert, dass ... Ich sag mal provokant, du kannst ja gerne nur sagen, was du dieser Aussage sagst, Dennis. Viele Age-Grouper durch die Belastung, durch den Alltag, den die haben mit ihrem Vollzeitjob oder selbst Teilzeit und Familie, was die alles da an Herausforderungen haben, ich größten Respekt vor, ganz ehrlich. Meine These ist, dass die meisten von denen mit zwei, drei Stunden weniger Training die Woche sportlich erfolgreicher wären, wenn sie die zwei, drei Stunden weniger entspannt. absolvieren würden und sich damit gut fühlen würden. sagst du dazu?
Dennis: Ja, da bin ich bei dir. Aber das Problem ist, dem Athleten das beizubringen. Hey, mach mal weniger.
Jonas: Da bin ich auch bei dir.
Dennis: Mach mal weniger, entspann dich. Setz mal aus. Es gibt gewisse Stresssituationen. Natürlich, wenn du den Athlet schon länger beträumst und der läuft eine Pipi nach der anderen, dann vertraut er dir. Du musst den aber erstmal... Das ist ein langer Weg bis dahin mit sehr viel Kommunikation. ihn zu beruhigen. ja, es ist richtig, immer weniger macht und diese Zeit zur Regeneration nimmt oder einfach mal Zeit für sich nimmt. Wenn das möglich ist, dann hast du dadurch mehr gewonnen, als wenn du die drei Stunden nochmal auf dem Rad sitzt.
Jonas: Genau, und das bitte jetzt auch nicht falsch bestehen. Man darf trotzdem schon auch trainieren. Also auch wir sind jetzt nicht gegen Leistung oder so. Das haben wir teilweise schon mal als Feedback bekommen. Wir sind ganz klar pro Leistung und auch pro Leistungssport. Das ist immer nur die Frage, welcher Motivation, auf welcher Grundlage kann ich Leistung ausüben? Und wie gesagt, ich habe da allergrößten Respekt vor, wenn jemand Vollzeitjob hat ... und dann eben noch in diesen Umfängen trainieren geht. Also alles, was zweistellig im Stundenumfang ist, ist ja schon einfach heftig. Ich meine, das sind wir bei ein bis zwei Stunden ... pro Tag im Schnitt. Vielleicht am Wochenende ein bisschen länger, ... dann bin ich unter der Woche bei einer Stunde vielleicht. Trotzdem ist es ja wirklich, ... ja, das muss erstmal jeder in seinen Alltag integrieren ... können und wollen. Und da gehört ja auch eine Familie oder eine Frau dazu, die das mitträgt oder die Partnerin macht auch Sport ... oder wie auch immer. Und es geht auch nicht darum, eben einfach weniger zu tun, sondern es geht darum, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Und da hast du vollkommen recht, da brauchst du ein Vertrauensverhältnis für. Und wir haben ganz klar festgestellt, es gibt letztlich zwei Gründe, aus denen sich Menschen bereit sind, zu verändern. Das ist einmal Schmerz als Leidensdruck heraus. Wenn es nicht mehr geht, wenn ich mich so oft verletzt habe, dass ich merke, irgendwas sollte ich vielleicht ändern. Oder aber der Wunsch nach Veränderung. Und traurigerweise ist die Beobachtung, die wir bisher haben, 95 % zu 5 ungefähr. Also 95 % verändern sich aus dem Leidensdruck heraus. Und 5 % steigt langsam aus dem Wunsch nach Veränderung. Das heißt, der Körper ... muss erst relativ viele Warnsignale geben, dass der Sportler bereit ist mal genauer hinzuschauen.
Dennis: Das ist das. Ich sag's auch immer, dem Athleten, also mit Vollzeitshop, mit Familie, muss nach der Arbeit mit dem Kind zum Kindertouren oder zum Fußballplatz runterfahren und dann kommt er heim, Abendessen, Kinder ins Bett bringen und dann geht er laufen. Dann sag ich, reflektier's mal, du bist 6 aufgestanden, bist in die Arbeit gegangen, bist heimgekommen, hast mit den Kindern was gemacht, Abendessen, Kinder ins Bett und jetzt bist du dran. Er sagt, ja, und das geht täglich so. Wann will dein Körper regenerieren? Wann gibst du ihm die Energie, dass er das Training, was du machst, heute adaptieren kann? so kann man es dann noch mal visualisieren. Wenn sie halt dann abends totmüde sind und gehen nochmal auf die Rolle, ja manchmal muss es sein, hilft dir auch nichts bei den Langdistanz-Athleten, aber manchmal muss man auch sagen, jetzt setzen wir aus. Du stressst dich, den Plan zu erfüllen, das stresst den Körper noch mehr, der Stress.
Jonas: Richtig, ja das ist doch eine gute Überleitung. Lass uns da mal vielleicht kurz in die Athletentypen eintauchen. Ich kann sie dir einfach kurz vorstellen und du kannst mal einfach durch dein inneres Auge schon mal sämtliche Sportler durchrattern lassen, die dir so einfallen oder vielleicht die dir in den Sinn kommen. Bitte keine Namen nennen, alles gut, das bleibt alles vertraulich und anonym natürlich. genau, so haben wir zumindest die Erfahrung, dass da ganz oft sich Menschen wiederfinden und das ist gar nicht schlimm, es ist immer ein Zustand und das Schöne ist, das kann ich vorwegnehmen. diese Typen, diese drei Athletentypen, sind nicht genetisch irgendwie vorbestimmt, sondern die sind veränderbar. Ich selber habe in meiner Leistungssportzeit zweieinhalb Zustände davon kennengelernt, sage ich mal, was die gleich sind, können wir gerne besprechen. genau, ist und jeden, den es interessiert, der kann das dann auch unter dem Video, wie gesagt, in dem Fragebogen gerne selber herausfinden. Dauert fünf Minuten, kostenfreie Thema erledigt. Also der erste Athletentyp ist der Trainingsathlet. Klassisches Motto, viel hilft viel. Der macht einfach mehr Umfänge, mehr Belastung, mehr Intensität. Und der macht dann, wenn der Ruhetag auf dem Plan steht, macht er eine lockere Einheit. So. Und der hat dann ganz oft den Effekt, dass er so bisschen wie du es gerade beschrieben hast, der ist einfach abends, vielleicht bringt er die Kinder noch ins Bett und geht trotzdem noch laufen, obwohl er einfach schon richtig platt ist. Weil Training ist nicht einfach nur Volumen im Training, sondern auch Belastung über den Tag. Der hat dann den Effekt, dass er oftmals sehr stark im Training ist, aber am Wettkampftag einfach platt ist und leer. Und einfach nicht das abrufen kann, was in ihm steckt. Der hat auch sicherlich immer einen guten Wettkampf, keine Frage. Aber das ist so der klassische Trainingsathlet. Der Optimizer-Athlet, der hat erkannt, dass diese im ... ... der Trainingsathletenphase ... die Regenation oftmals sehr kurz kommt ... ... und fängt an diese Regenation zu optimieren. Das heißt, er ... fängt an ein bisschen überspitzt formuliert ... ... sein Schlafverhalten zu tracken, ... seine Ernährung zu tracken, sein ... ... HIV jeden Morgen zu messen, ... seinen Ruhepuls und so weiter. Du kennst das alles. Jeden, keine Ahnung, am liebsten ... ... jede Woche eine Leistungsdiagnostik, ... wie gesagt überspitzt. Damit ich bloß meinen ganzen Trainingsvortritt tracken kann. Der geht jeden Morgen in die Eistonne, jeden Abend in die Recovery Boots und so weiter. Und das an sich alles gute Tools, gar keine Frage, will ich überhaupt nicht abwerten in keinster Weise. Alle sinnvoll oder viele sinnvoll davon. Manchmal kann man sich vielleicht die Frage nach dem Grenznutzen stellen in Bezug auf die Regeneration. Aber worauf ich hinaus möchte ist, das sind alles Biohacking-Methoden letztlich, die den Körper von außen versuchen zu optimieren. Das heißt, die Summe Das ist ganz spannend bei diesem Optimierungsathleten. Die Summe dieser Routinen, die der macht, seine Regeneration zu erhöhen, die erzeugt Stress. Du hast es gerade selber angedeutet, dass es Athleten bei dir gibt oder dass Athleten kennst, die so viel tun, so viel trainieren auch und im Winter schon anfangen wollen, im Sommer nicht mehr steigern können, weil sie das Volumen gar nicht mehr haben als Pufferzone. Das erzeugt dann quasi schon Stress oder den Trailsplan gar nicht erfüllen zu können an einem bestimmten Tag, obwohl eine lange Einer draufsteht. Weil was auf der Arbeit vielleicht anders gelaufen ist als geplant. Und diese Athleten, machen bei der Radausfahrt einen Stopp beim Bäcker, trinken einen großen Cappuccino, essen Zimtschnecke oder ein Stück Kuchen und trinken große Cola. Weil sie haben ja schon so viel Energie verbraucht an dem Tag in der Einheit. Und das Spannende ist dabei dann, dass diese Athleten, die machen einen riesen Leistungssprung, wenn sie mit strukturiertem Training anfangen, ganz klar, sobald sie einen Trainer haben, sobald sie einen Trainingsplan haben, kommt dann dieser riesen Leistungssprung. Aber ... Die haben das Ergebnis im Wettkampf, das wird wie so eine Lotterie. Das heißt, es ist mal richtig gut. Und dann gibt es Tage, da gibt es einen Einbruch im Wettkampf, und die können sich das nicht erklären. Weil sie haben genauso trainiert. Zwei Wochen vorher hat es geklappt, zwei Wochen später klappt gar nichts mehr. Dann reden wir nicht über zehn Sekunden langsamerer Laufpace, sondern über mehr oder vielleicht sogar gehen zwischendurch. Natürlich je nach Streckenlänge. Gerade jetzt Richtung Mitteldistanz oder Langdistance. Und da macht Geh-Pausen ja durchaus ein paar Minuten oder auch mal eine Viertelstunde Unterschied. Und im letzten Trainingstyp, im letzten Athletentyp kommen wir dann zum Regulated Athlete. Der ist ganz unspektakulär eigentlich. Der liefert, wenn es zählt. Das heißt, da ist ein Wettkampf und der performt. Dann gibt es im Prinzip, es gibt ein schönes Beispiel, den man das dann nennen kann. Es gibt ... Am Start kennst du bestimmt, hast du schon im Kopf gehabt, denn es gibt einen Start im Wettkampf und der wird verschoben 10 Minuten, weil irgendwas dazwischen gekommen ist. Und dann regen sich alle Athleten auf und werden laut und nervös und alle kloppen sich gefühlt. Am besten weil sie schon im Wasser waren und wieder raus müssen oder wie auch immer. den Neonormale wieder aus. Keine Ahnung was alles plötzlich dann nicht mehr passt. Und dann gibt es diesen einen Athleten, der irgendwie am Start steht und einfach nur lächelt und den interessiert das alles überhaupt nicht. Das wäre dann so dieser Regulated Athlete, weil... denen interessieren diese äußeren Umstände überhaupt nicht. Lässt sich davon überhaupt nicht runterziehen. Und ... ... der hat, kämpft quasi nicht gegen seinen eigenen Körper. Der hat keine Verletzungen, der hat keine Allergien, der hat eine stabile Verdauung ... ... und dadurch maximale Regeneration. So, das ist jetzt mal ... ... das Konzept. Und jetzt darfst du ... mal sagen, ob dir das eine oder andere davon bekannt vorkommt ... ... als in deiner Erfahrung als Trainer.
Dennis: Ja, eigentlich alles quer bitten. Vor allem die Leute, die jeden Tag ihre Daten tracken und ausbeten und weh. Ein Wert ist mal über der Toleranz oder Linie draußen und dann in Panik verfallen und dann wieder Stress auslösen. Also ja, da gibt es genügend.
Jonas: Genau, das ist auch so unsere Erfahrung.
Dennis: Ausgemisst.
Jonas: Typ 1 und Typ 2, das sind so Zustände, verschwimmen so ein bisschen. Da wechselt man auch mal hin und her. Das ist jetzt nicht festgefahren.
Dennis: Ja, genau.
Jonas: Da gibt es auch vielleicht mal einen Wettkampf, der Richtung Typ 3 schon geht. Aber so die Erfahrung zeigt, Typ 1 und Typ 2 sind so die am häufigsten Vertretenden. Und so wie du es beschreibst, genau, ist immer irgendein Wert dann außerhalb der Kontrolle oder außerhalb der Normbereiche und was auch immer der Normbereich ist, spielt ja gar keine Rolle, aber außerhalb des Normbereichs und dann wird schon durchgedreht. Und was aber dieses Durchdrehen für einen Effekt hat, das wiederum wird ja nicht gemessen, das hat ja dann viel größere Auswirkungen, als wenn ich einfach entspannt geblieben wäre.
Dennis: Richtig. Das löst wieder Stress aus. Das Potentialspiegel steigt und dann zieht sich das den ganzen Tag durch. Dann läuft in der Arbeit was schief. Noch mal mehr Stresslevel und ja. Das sind, habe ich auch einige Athleten, die mittlerweile schon besser geworden sind. Aber es gibt immer noch diese, die hadern dann. Die fangen an zu hadern und dann ... funktioniert der ganze Tagesablauf nicht mehr, das ganze Training nicht mehr. Das Training ist schon unter Stress absolviert dann. Dann regen sie sich auf. Dadurch steigt dann beim lockeren Grundlanglauf nochmal der Pulsierer, weil sie gestresst sind. Das zieht sich alles durch.
Jonas: Was würdest du da mit solchen Athleten machen,
Dennis: Erstmal würde ich immer sagen, diese schönen Garmin-Uren oder sonstigen, leg die einfach mal beiseite. Nimm sie nur für dein Training. Stressfaktor weniger. Ja, es merkt das sein, wenn die HRV mal bisschen zu tief ist. Ja, aber du hast ja immer noch dein Körpergefühl. Das sagt dir, wie geht's mir? Fühlt mich schlecht? Oder nur energielos? Oder kommt irgendeine Krankheit? Man spürt doch das sehr. Das ist nicht immer jeden Tag so, wenn du aufstehst. Leg diese Uhr mal weg abends und lass über Nachts einfach weg. Du hast schon Stresspotenzial weniger. du baust... Das triggert dich morgens nicht mehr an. Gleich aufstehen, die Uhr schauen, wie waren meine Werte. Nee. Tu es mal weg und so bringst du die Leute dann schon langsam weg davon. und viel reden mit den Leuten reden.
Jonas: Ich wollte gerade sagen, erlebst du da eine Offenheit bei den Athleten? ist das mehr so dieses, meine, worauf ich hinaus will, das ist, glaube ich, auch ein wichtiger Punkt. Das sehe ich bei dir genauso raus, aber möchte ich an der Stelle für die Zuschauer oder Zuhörer klarstellen. Am Ende diese Motivation hinter den meisten Athleten, und da würde ich jetzt mal fast alle mit einbeziehen, die ich kennengelernt habe, ist, sie wollen besser werden. Das heißt, alle diese Athleten verbindet eines, sie wollen besser werden. Erstens und Sie wollen besser werden mit dem, was sie am besten wissen, tun zu können. Das heißt, sie tun alles, was sie denken, am besten für sie ist. Die tun das meistens ja nicht. Oder in den meisten Fällen ja nicht, sich selber zu schaden. Vielleicht wissen sie im einen oder anderen Fall, das hätte ich heute mal lassen sollen, aber das ist eher die Ausnahme. Vielleicht kommt diese Erkenntnis im Nachhinein, nach der Saison oder nach dem Wettkampf oder wie auch immer. in den meisten Fällen ... Das das, ich erlebe und deswegen möchte ich auch an der Stelle diese Wertschätzung für die Athleten aussprechen. Ganz ehrlich, ich feier jeden Athleten, der überhaupt sich bewegt und Freude am Sport, an der Bewegung hat. Weil jeder Tag, wo man sich bewegt, ist besser, als wenn man Tag auf der Couch rumliegt. Keine Frage, aber das vergisst man als Sportler, gerade als ambitionierter Sportler manchmal, dass es ja auch einfach den Spaß an der Bewegung ganz simpel geht. genau, was würdest du diesen Menschen sagen? Wenn die zu dir kommen und sagen, du Dennis, irgendwie, brauch deine Hilfe, was kann ich tun?
Dennis: Ja, als erstes man mal durchleuchten, wie hat er bis jetzt trainiert gehabt, wie hat sein Training ausgeschaut. Hat er zumindest seine Trainings versorgt oder ist er morgens nüchtern gelaufen? Es gibt ja auch solche Leute, morgens nüchtern intervalle Also man muss erstmal genau mit den Reden des Trainings durchleuchten und dann einfach mal einen Plan erstellen, ihn danach trainieren lassen, ihn kennenzulernen und dann, dass man die Potenziale sieht. Also das wäre erstmal das Wichtige und dann halt nach und nach neuen Input reinbringen. Nur nicht gleich komplett alles umschmeißen, sondern nach und nach den langsam ranführen an die Struktur, an strukturiertes Training. dann kann man immer noch an den Stellschrauben drehen.
Jonas: Genau, du sprichst jetzt aber, wenn ich dich richtig verstanden habe, ... korrigier mich bitte, von Menschen, die jetzt eigentlich das erste Mal ... richtig mit einem Trainingsplan starten ... ... und damit beginnen dann wirklich Strukturen in ihr Training zu integrieren, oder?
Dennis: Genau, erstmal bei dem, sagen wir mal beim Anfänger oder einer, wo immer nach freier Schnauze trainiert hat und halt nicht mehr weiter gekommen ist. Dann haben wir natürlich schon diesen Typ 2 mit ihm. Dann muss man schauen, vielleicht hat er auch alles richtig gemacht, aber er hat halt nach den falschen Trainingstunden trainiert. Gibt's ja auch. Also wenn er halt von dieser Läuft jetzt 10 Kilometer in 4 Minuten, dann müsste sein lockerer Long-Wand bei 5,30 sein. Ich sag's jetzt einfach nur mal so frei raus, wenn man nach der Formel geht. Aber eigentlich müsste er 6 Minuten laufen, weil er einen schlechten Fettstoffwechsel hat. es gibt ja so viele Möglichkeiten, wie man ihn optimieren kann. Und natürlich auch, wie sieht seine Regeneration aus? Wie sieht sein beruflicher Alltag aus? Das muss man alles mal genau durchleuchten bei diesen Typen. Tipp 2.
Jonas: Richtig, definitiv. du hast es so schön angesprochen, ... ... vielleicht auch in die Typen noch mal einsortieren, ... die mit dem strukturierten Training beginnen dann und wirklich merken, okay, sie erleben dann Effekt. Das wäre jetzt so klassisch dieser Übergang von Typ 1 zu Typ 2. Es gibt auch schon im Typ 1 natürlich Menschen, die einen Trainingsplan haben, wie gesagt, ... am Ruhetag eine lockere Einheit. Aber das ist so oftmals der Einstieg ins Training und ist so dieser Glaube einfach intrinsisch, weil man ja damit begonnen hat, durch mehr Training bin ich besser geworden. Das heißt, ich habe die Erfahrung gemacht als Sportler, durch das ich durch mehr Training mich weiterentwickelt habe. Also denke ich, dass diese Kurve linear weiter nach oben geht. Und wenn ich dann mal eine Schwächephase habe oder ein Warnsignal meines Körpers, dann reagiere ich, indem ich wieder mehr mache, härter zu mir bin. und am Ende wieder mehr die Intensität erhöhen, anstatt vielleicht mal herauszufinden, wo kommt es wirklich her, was ist die Ursache, was ist der Ursache gewesen und nicht das Symptom. Wir reden da immer viel von diesen fünf Körpersignalen, also Stimmungsschwankungen, Schmerzen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen und niedriges Energieniveau. Und wenn ich eins von diesen fünf habe, oder mehrere, akkumuliert sogar, dann habe ich im Prinzip ein Thema, weil dann wird dieser nächste Renneinbruch, ist meine These, klar kommen. Dann ist nicht die Frage, ob der kommt, sondern nur wann, weil es ist nicht der Normalzustand, dass wir diese fünf Signale haben, sondern dann passt in unserem Körper was nicht. Oder in unserem Alltag, kann sein, aber der Alltag hat Auswirkungen auf unseren Körper.
Dennis: Bist du dicker?
Jonas: Genau. Was würdest du sagen, für uns, was wir festgestellt haben, dann auch bis in diesen Optimierungsathleten, den du gerade genannt hast als Beispiel, denen so bisschen zu helfen, haben wir festgestellt, dass es sehr hilfreich ist, denen zu zeigen, wie sie in die Endspannung kommen können. Also Regulation letztlich einfach als ganz simple Definition der die bewusste Fähigkeit zwischen Spannung und Entspannung wechseln zu können, nach Belieben des Adäten. Würdest du das mitgehen oder was würdest du dazu sagen?
Dennis: Ich würde mich gern. Eindeutig ja.
Jonas: Okay, und was würdest du sagen, was hilft deiner Erfahrung nach? Was sind gute Methoden, den Sportler zu helfen, in dieser Entspannung zu finden? Weil, wie gesagt, ist ja vor allen Dingen, meine Frage zielt darauf ab, dass wir ja gerade schon festgestellt haben, dass oftmals die Offenheit des Athleten die Voraussetzung ist. Natürlich, klar, das nehmen wir jetzt mal voraus.
Dennis: Ja, natürlich ja.
Jonas: Das setzen wir jetzt als Grundlage, dieser Athlet ist offen. Der ist auch selbstverantwortlich für sich und für seine Leistung und schiebt es nicht an irgendeinen Trainer oder an irgendwelche äußeren Rahmenbedingungen ab. So, aber der merkt, ich habe einfach ganz viel Spannung in meinem System. Wie kann ich mich jetzt wieder entspannen? Was kann ich da tun?
Dennis: Ich muss also
Jonas: würdest du eben sagen.
Dennis: er muss versuchen, seinen Stress erst einmal zu reduzieren. Wenn ich dauer gestresst bin, egal durch was, privat, beruflich, Training, Leistungsdruck, wenn man sich mit Vereinskollegen vergleicht oder mit Freunden, man muss ihn da erst einmal das Stresslevel sinken, runterbringen. Mit viel Reden, auch mal die Einheiten dann kommentieren mit wo man ihnen viel lobt, dass er einfach sagt, ist auf dem richtigen Weg, dass er runterkommt. ja, und manchmal muss man auch, also ich hab, ich kenn eine Mentaltrainerin, also hab ich noch nicht den Fall gehabt, aber dann würde ich auch diese Leute zu ihr schicken, weil die kann ja nochmal Einfluss auf ihn oder auf ihr nehmen. Das wäre Stresslevel senken. Oder zu euch.
Jonas: Beispiel. das ist, genau,
Dennis: Ja, ist.
Jonas: ist ja das, was wir, sorry, redet gern fertig.
Dennis: Im Endeffekt will er auch als Trainer, sieht man auch manchmal auch nur seine eigene Brille, ich will diesen Athleten voranbringen. Er muss performen. Und vor allem wenn es dann so in die Wettkampfwochen zugeht, dann sagst du, er haut dann nochmal richtig einen drauf bei dem Testwettkampf und so und dann er nochmal mehr gestresst. Ja, da muss man sich auch mal fragen, wie es so gelaufen, bin ich ja noch auf dem richtigen Weg, dass ich ihn so richtig betreue. Oder muss ich was an mir ändern, dass erst ein Stresslevel sinkt? Also es gibt ja so viele Möglichkeiten oder Ursachen, wo man sagen kann, ja, da muss man nochmal was verändern. Aber ohne Veränderung
Jonas: Definitiv.
Dennis: geht's nicht.
Jonas: Definitiv. ich glaube, das ist so die wichtigste Voraussetzung. Wir reden immer ganz gerne über Offenheit des Athleten. Letztlich ist die ... Es sagen viele, dass sie offen sind. sagen auch viele, dass sie die Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Aber die Frage, was die Spreu vom Weizen dann wirklich trennt, ... die Bereitschaft zu haben, auch alte Muster zu verändern oder auch mal loszulassen. Weil, wenn ich mich bisher so ernährt habe, wenn ich bisher so gelebt habe, einen Lebensstil gehabt habe ... Dann heißt es ja nicht, dass es schlecht ist. hab bisher alles richtig gemacht in dem Wissen, ich hatte. Wenn ich aber trotzdem noch Probleme habe oder Symptome habe, dann darf ich halt vielleicht was ändern oder ich hab halt ein Problem. So, jetzt vielleicht noch mal ein bisschen, das zu vertiefen, denn ich finde den Gedanken gerade sehr spannend. Wenn jetzt der Athlet sagt, okay Find ich total einleuchtend, was du mir gesagt hast, Dennis. Aber woran merke ich denn jetzt, dass ich Stress habe in meinem System? Also Stress ist ja irgendwie, also wir reden immer ganz oft davon von Stress. Jeder ist gestresst, irgendwie gefühlt. Alles erzeugt Stress. Woran merke ich das konkret? Was würdest du ihm sagen?
Dennis: Ich sage ihm einfach, versuche zu mal, geh mal eine Stunde auf die Couch und schau mal, ob du abschalten kannst. Zu 99 Prozent der Fehler kann er nicht abschalten, weil er ihm so viele Dinge durch den Kopf gehen. Übrigens ist es rein nur, auf den man Sport bezieht. jetzt habe ich die Einheit, das muss ich morgen jetzt machen. Wann baue ich die ein? Wenn der dann versucht, sich zu entspannen, runterzukommen, dann geht er seinen Tagesablauf, seinen Wochenplan auch noch mal durch und fragt sich, wie kann ich das optimieren, dass ich da meine Trainingsunterbringung. Statt zu mal komplett abschalten von diesem Sport. Schwierig.
Jonas: Bist du
Dennis: Oder Schlafqualität in der Nacht. Wenn ich morgens aufstehe, bin hunge müde, hab sieben Stunden geschlafen, dann muss ich wissen, dass ich dann auch gestresst bin, dass ich mit dem Schlaf nicht mehr erholen kann. Weil mein Körper halt immer, oder ich im Hinterkopf immer hab, wie bring ich das und was mach ich da, wie mach ich das. Ich kann die Einheit nicht zwitscheln, ich kann nicht ausfallen lassen. Ich muss morgens zum Einkaufen gehen und muss mein Kind jetzt von früher vom Kindergarten abholen zum Beispiel und das löst in ihm Stress aus. Und da muss man den Weg finden runter zu bekommen, denn klar den familiären Stress kann man nicht abschalten, aber man kann Einfluss auf sein Training nehmen und vielleicht auch mal zwei Restdays in der Woche einplanen. Und dann vielleicht eine Stunde im Planhahn schreiben, nehmt ihr Zeit für dich. Hab ich auch schon mal gemacht. Einfach mal Leg dich hin, geh spazieren und nimm Zeit für dich zum Abschalten. Wenn du nicht liegen kannst, dann geh spazieren. Und hör Musikpodcast irgendwas an, was nicht mit dem Sport zu tun hat. Zum runterkommen.
Jonas: Ja, das ist absolut richtig. Ich würde es vielleicht noch ganz pragmatisch, weil wir da auch ganz oft gefragt werden und ich da auch immer viel überlegt habe, wie kann ich das jetzt wirklich greifbar machen? Ich würde letztlich Stress oder sagen wir mal so ein Körper, der außerabweichend ist von dieser Urzustand, von der ursprünglichen Norm, wie wir sie jetzt mal definieren. Und diese Norm, die ursprüngliche Norm ist letztlich die Voraussetzung für wirkliche Leistungsfähigkeit. dann ist eine Abweichung, dann vor, wenn wir eines dieser 5 Signale haben. Das sind ganz konkrete, ich kann sie gerne wiederholen, wenn ich mit der Verdauung ein Thema habe. Das heißt nicht, dass ich gleich Durchfall haben muss, sondern es reicht schon, ich merke, heute krummelt mein Magen komisch, irgendwas liegt mir schwer, ich hab nicht richtig gegessen, liegt schwer im Magen, kennt jeder von uns. Ja, war vielleicht nicht ganz optimal. Dann hab ich Schmerzen, hab Stimmungsschwankungen. Das ist nicht gleich, dass ich mich eine Snickers-Werbung oder Diva aufführen muss. Sondern, ja, das kann auch sein, dass ich einfach mal gut drauf bin, mal nicht so gut drauf bin und gar nicht so genau weiß, was liegt da. Was ist der Unterschied? Oder am
Dennis: Hm?
Jonas: Montag ging die Woche schön los, am Donnerstag bin ich gereizt und weiß gar nicht, was das Problem ist. Eine Kleinigkeit hat mich aus der Haut fahren lassen, was jeder von uns kennt. Das sind das Stimmungsschwankungen klingt immer so nach keine Ahnung, nach Frauenthema, wenn ich mal bös formulieren. Das ist vollkommen Quatsch, möchte ich mich ganz klar von distanzieren. Das ist einfach die Gereiztheit letztlich, wie kurz ist meine Zündschnur. Und dann habe ich noch Schlaf, und da geht es eben darum, schlafe ich sieben Stunden oder eben nicht. Und selbst wenn ich sieben Stunden schlaf, erhole ich mich vielleicht wie vier oder erhole ich mich wie sieben oder acht. Das ist nämlich die Stundenanzahl, ist ja nicht gleich die Qualität. Und ich glaube,
Dennis: Und dann
Jonas: der Kinder hat, ich kann es nur von mir sagen, ich habe zum ersten Mal verstanden, dass Schlafentzug eine Foltermethode ist, als ich Kinder hatte. Also,
Dennis: Höh!
Jonas: weil diese Fremdbestimmtheit im Aufwachen, die ist schon echt fies teilweise. Und wir haben zum Glück Kinder, die sehr gut schlafen, aber ja, das kommt
Dennis: Ja.
Jonas: trotzdem mal vor. Und ja, Schmerzen, der letzte Punkt ist quasi auch Ganz wichtig, da geht es nicht darum, dass ich jetzt gleich Rückenschmerzen haben muss, dass ich einen Hexenschuss habe, sondern Schmerzen ist auch schon, mir zwickt es und zwackt es immer irgendwo im Körper. Ich wache morgens auf und denke so, irgendwie nackenfest und so, das sind auch schon Schmerzen oder letztlich Entzündungen im Körper. Und wenn ich diese Entzündungen habe, dann werden die ja von alleine nicht weniger. Weil in jeder Trainingseinheit, das erkläre ich dir ganz gerne an diesem Beispiel immer, kannst du auch gerne sagen, wie du das siehst, Dennis. In jeder Trainingseinheit haben wir letztlich einen Reiz, der im Körper passiert und die Zeit zwischen den Trainingseinheiten wird dieser Reiz verarbeitet. So und jetzt gibt es hier die zwei
Dennis: Ja.
Jonas: Möglichkeiten, also ganz simpel gesprochen. Und das heißt, ich habe zwischen den Einheiten die Möglichkeit, diesen Reiz besser zu verarbeiten oder schlechter zu verarbeiten. Je nachdem, wie ich die Zeit zwischen den Trainingseinheiten verbringe, hat der Körper bessere oder schlechtere Zeit, zu verarbeiten. Wenn jetzt das Problem ist, wenn jetzt die zweite Trainingseinheit kommt, ohne dass der Reiz verarbeitet ist, dann bildet sich daraus so eine Abwärtsspirale. Das heißt, der Körper wird immer schlechter und irgendwann bricht er ein und ich denke so plötzlich, wie konnte das passieren? Aber ich habe halt wochenlang gar nicht die Trainingsreize verarbeiten können. Oder monatelang oder jahrelang. Manchmal sieht man das erst viel später.
Dennis: Ja genau. Ja,
Jonas: Oder eben mir ist es möglich, die Trainingszeit quasi beizubehalten, aber die Regenationszeit zu verkürzen, weil dann kann ich quasi die nächste Einheit setzen und erhol mich und dann geht die Aufwärtsspirale los, was auch super geil ist. Dann habe ich den Formaufbau, den wir alle kennen, den wir alle haben wollen und ich habe das Gefühl, ich werde von Einheit zu Einheit stärker. Das ist wie so ein beschleunigtes Momentum, was auch trügerisch ist, weil es geht dann auch nicht unbegrenzt hoch, aber zumindest ist es ein ziemlich...
Dennis: Geht's mal hoch.
Jonas: Cooler Effekt und es geht überhaupt mal hoch. Und reicht ja auch schon manchmal, wenn wir Stabilität haben. Oder wie nimmst du das wahr? Würdest du es ähnlich erklären?
Dennis: Ja, ich auch so erklären. Man es jetzt auch über Jahre mitbekommen über einzelne Athleten.
Jonas: Genau, das heißt, du sprichst da auch aus praktischer Erfahrung letztlich.
Dennis: Ja, ja, das ist definitiv so.
Jonas: Wenn wir so ein bisschen zum Abschluss kommen, Dennis, was würdest du sagen, wenn du in unser Gespräch zurückdenkst, haben wir schon viel gesprochen, wenn du in deinen Worten darfst, was trägt deine Leistung wirklich? Und deine Leistung ist natürlich jetzt auch auf deine Sportler übertragen. Was ist die Voraussetzung dafür?
Dennis: Die Voraussetzung ist, erstmal muss die Bereitschaft da sein, zu trainieren und auch die Bereitschaft da sein, was zu verändern. Und ich sage mal, Leistung trägt. Man kann nur Leistung bringen, wenn man locker ist. Wenn ich angespannt und gestresst bin, kann ich nicht leistungsfähig sein, nicht auf Dauer. Und das ist das Wichtigste eigentlich. Die Lockerheit muss kommen, zurückkommen. bei den Athleten.
Jonas: Definitiv, da sprichst du nochmal schön die Spannung an.
Dennis: Das würde ich sagen ist die Lockerheit.
Jonas: Ja, definitiv.
Dennis: Wie jetzt meinst du?
Jonas: Definitiv. Die Lockerheit ist letztlich die Entspannung im Körper, im System. wenn die fehlt, das ist ein wesentlicher Baustein. Und was das für Auswirkungen hat, kann jeder gerne herausfinden. Es gibt zwei Gruppen von Athleten. Jetzt haben wir von drei Athletentypen gesprochen. Und es gibt zwei Gruppen von Athleten. Die kennst du auch beide, Dennis. Beide Gruppen haben sich wiedererkannt in diesem Podcast. an einer Stelle und haben gesagt, eines dieser 5 Signale hatte ich auch schon mal oder kenne ich sogar regelmäßig. Und jetzt gibt es 2 unterschiedliche Arten, damit umzugehen, weil die eine Gruppe sagt, ach, passt schon, ist nicht so schlimm, das betrifft mich nicht. Und die werden irgendwann einen Einbruch haben und fragen sich dann, woher der plötzlich kommt. Und die zweite Gruppe von Athleten, die... sagt sich, Mensch, warte mal, der hat doch erzählt, wenn ich zugehört hab, ich das verstanden hab, der Dennis hat erzählt, ist nicht so cool, der Jonas hat gerade berichtet, das ist mit den fünf Signalen, der hat gesagt, wenn ich die jetzt schon habe, kommt irgendwann der Einbruch, egal, auch wenn ich mir das nicht vorstellen kann, dann kann ich ja vielleicht auch im Vorfeld schon agieren. Und das ist letztlich was, wo sich jeder dann selber einsortiert, und da ist vollkommen wertfrei. Und jeder macht das in seinem richtigen Tempo. Und dabei begleitest du ja auch deine Sportler und das ist ja sehr gut. Ich wünsche dir da weiterhin viel Erfolg und danke dir auf jeden Fall schon mal
Dennis: Okay.
Jonas: für dein Gespräch Dennis und auch deinen Athleten in der Saison. Alles Gute und dass sie richtig loslegen können.
Dennis: Dankeschön.
Jonas: Sehr gerne. Dann danke für das Gespräch und bis bald. Ciao.
Dennis: Bis dann, ciao!
Jonas: So, hallo und herzlich willkommen, lieber Dennis, zur heutigen Folge von Podcast The Regulated Athlete. Schön, dass du da bist.
Dennis: Danke für die Einladung.
Jonas: Sehr gerne. Bevor es richtig losgeht, kennt das Spiel, einmal Hand auf die Brust legen und Augen schließen, sofern ihr nicht gerade Autofahrt. Und drei tiefe Atemzüge nehmen. Einmal durch die Nase ein. und durch den Mund wieder aus. durch die Nase ein. und durch den Mund wieder aus. wieder ein. und wieder aus. mir einmal nachsprechen. I am regulated. Ich reguliert. Ich bin reguliert. Ich bin regulierter Athlet. Genau, das Thema des heutigen Podcasts, geht den regulierten Athleten letztlich. Und ich bin froh, dass der Dennis heute bei uns ist zu Gast. Ich freue mich da sehr drauf, weil der Dennis als Trainer bei uns ist, als Coach. Und da viele Erfahrungen mitbringt, vor allen Dingen, was ich sehr spannend finde, ... Die Frage ist, das Muster hinter verschiedenen Athleten zu Nicht nur von der eigenen Erfahrung zu berichten, was immer sehr hilfreich und wertvoll ist, sondern auch mal den Quervergleich ziehen zu können. Letztlich geht es im Podcast ja die Frage, was können wir tun, damit wir am Rennstag die Performance wirklich abliefern? Wir trainieren ja alle, gerade im Triathlon. trainieren die meisten, im Wettkampf erfolgreich zu sein. Und die wollen ja nicht irgendwie mit 80 % oder 95 % nach Hause gehen, sondern wollen alles ausgereizt haben. Und da kann ich schon mal sagen, dass es darum geht, die Leistung zu bringen, wenn es zählt. Und wenn das nämlich mal nicht passiert, kann ich gleich schon ankündigen, warum fehlt deine Leistung, wenn sie zählt, ist auch der Titel des Fragebogens, den wir konzipiert haben, der ist immer unter den Episoden verlinkt. Und was das Ganze mit den drei Athletentypen zu tun hat, werden wir bisschen eintauchen. Mit dem lieben Dennis, wie gesagt, mit der Expertise, die du mitbringst. Und ich würde gerne mit der Frage mit dir starten, in welchem Zustand sitzt du gerade vor mir, Dennis?
Dennis: Ich im erholten Zustand leicht nervös, aber erholt und freue mich drauf.
Jonas: Gibt es etwas, was dich aktuell mehr beschäftigt als Triathlon?
Dennis: Aktuell, allgemein der Ausdauersport beschäftigt mich sehr gerade aktuell, ich jetzt gerade, ist bei mir gerade Wettkampfhochphase, bei meinen Athleten im Radsport, Laufen oder Triathlon. Ja, also aktuell gerade jeden Tag neue Pacingstrategien rausbringen. Ironman Hamburg steht jetzt am Wochenende vor der Tür mit drei Athleten am Start. Genau, das beschäftigt mich jetzt gerade alles ein bisschen.
Jonas: Verstehe ich. Das heißt, wenn du jetzt bisschen auf deine Sportler schaust, auf deine Erfahrungen, die du da gemacht hast, was würdest du sagen, was sind so die Phasen, denen die Leistung von den Athleten am stabilsten ist und warum?
Dennis: Wann ist sie am stabilsten? Ist wirklich aktuell so kurz vor der Wettkampfphase, weil der Athlet auf sich hört, auch wenn seine Körpersprache hört, aufs Körpergefühl hört, mehr. Wenn irgendwas zwickt, hört er vielleicht mal auf mit dem Training, bricht das ab. Da würde ich sagen, so die zwölf Wochen unmittelbare Wettkampfvorbereitung ist der Athlet am leistungsfähigsten, weil er auf sich hört. auf seine Körpersprache achtet. Und er achtet darauf, wenn er einen Energiemangel hat, dass er sich dann wirklich mal aktiv hinsetzt und isst und auch mal eine Einheit weglässt, ohne dass er sich jedes Mal meldet. Also da finde ich, da ist er gerade am leistungsfähigsten und bringt das eigentlich gut auf die Strecke.
Jonas: Okay, und das ist in der Phase vorher weniger der Fall, was du beobachtest?
Dennis: Ist weniger eine Fallform, wenn du dann nach der Off-Season rauskommst. Die Klassiker wollen alle wieder bei 100 Prozent anfangen. Wir kommen von einem großen Volumen, letzten Wettkampf in die Off-Season, zwei, drei Wochen und dann wollen sie wieder alle bisschen mehr überziehen, wollen Intervalle laufen und da ist eigentlich eher, wo man sagt, mach mal locker, komm nochmal runter, langsamer Einstieg. Es ist November, Dezember, die Saison beginnt erst im Ende Mai, Anfang Juni. Und da ist der Athlet eigentlich jetzt immer so schwierig, dass er auf sein Pacing oder auf sich hört und einfach mal, der will immer nur voll trainieren.
Jonas: Okay, das Spannende wäre jetzt ein bisschen rauszufinden, was würdest du sagen aus deiner Erfahrung, was ist der Grund oder was ist die Motivation des Sportlers, so zu agieren, wie du es gerade beschrieben hast.
Dennis: Was ist der Grund? Er kommt aus der Offseason. In der Offseason war er richtig gut. Von der Form her ist er ganz oben gestanden, kommt aus der Offseason zurück, merkt bei seinem Grundlagenlauf, einmal ist der Puls zehn Schläge höher. Und wenn es nervös ist, dann kommen die Fehler, dann wollen sie das Volumen steigern. Dann überziehen es die Einheiten so mal zehn Minuten. Ich schreibe von Haus auf dann schon weniger auf bei den Spezialisten. Aber dann viele, die überziehen es radikal. Und dann wundern sie sich, warum sie im Frühjahr verletzt sind oder kein weiterer Formaufbau möglich ist. Die Winterzeit ist die gefährlichste Zeit, sag ich jetzt mal für die Athleten.
Jonas: Das heißt, weil sie im Prinzip zu intensiv schon trainieren oder das Training schon zu intensiv starten wieder vom Volumen, vom Umfang als auch von der Intensität oder von was anderem.
Dennis: Ja, ja beides, weil wenn ich jetzt, sagen wir, ambitionierter Athlet auf der olympischen Distanz, 10 Stunden trainiert, der will schon die 10 Stunden gleich im Winter haben. Aber ja, ich sage immer, machen wir im Winter ein bisschen lockerer, nehmen das Volumen runter, Intensität runter, weil wir brauchen im Frühjahr Steigerungspotenzial von Volumen. Und die meisten haben ja bloß ein Zeitfenster oder in der Woche von 10 Stunden, sie trainieren können. Und da ist dann die Gefahr, dass sie das gleich am Anfang überziehen oder gleich voll ausschöpfen und du hast kein weiteres Steigungspotenzial mehr im Frühjahr dabei. Da ist immer die Gefahr bei den Athleten.
Jonas: Das heißt, ein Großteil des Steigerungspotentials kommt dann, wenn ich nicht richtig verstehe, auch daraus, Umfänge vom Winter ins Frühjahr in den Sommer noch mal zu steigern, also zu erhöhen.
Dennis: Genau. Genau. Und die Intensität kann man ja lassen. kann ja im Winter auch die V2 Max trainieren. Aber die V2 Max sind maximal in Belastung von 3 bis 4 Minuten mit 4 bis 5 Wiederholungen. Und im Frühjahr gehst du dann weg von der V2 Max und machst diese Race-Pace-Strategie und erläufst auch mal Schwellenintervalle in einem längeren Zeitraum oder Wettkampf-Pace. Und dann ist ja automatisch auch mal Intensität und Volumen in einer Einheit nochmal richtig auch unter der Woche mal auf eineinhalb Stunden beim Laufen ausgedehnt. sagen wir ambitionierten Athleten. Wenn man jetzt alles im Winter macht, wann will ich steigern, wie kann ich den Körper überhaupt verarbeiten, Muskulatur, Gelenke, Sehne und wie kann er diese Form dann so lange aufrechterhalten, wenn es dann zählt am Tag X an der Startlinie, ist schwierig. Du kannst ja die Form nur gewisse Zeit halten, dann musst du wieder abtapern und dann wieder wieder Volumenintensivität draufsetzen. kannst ja von Mai bis Juni die Form halten, bis August, Ende August die komplette Form halten, jedes Wochenende fast gefühlt einen Weltkampf machen, geht einfach nicht. Und das müssen viele erstmal begreifen.
Jonas: Okay, das heißt, es klingt aber dann...
Dennis: Bei den ambitiellen Athleten Profis ist wieder was anderes. Viele schauen sich auch diese YouTube Videos von den Profis an, wie die trainieren, wollen es machen und dann geht es krachend unter.
Jonas: Ja gut klar, den Profis da haben wir jetzt die perfekte Überleitung schon gefunden, die du gerade gesagt hast. Die Profis werden ja auch, und das finde ich immer wichtig zu erwähnen, die werden ja auch dafür bezahlt, Profitum zu machen, also ihren Sport auszuüben. Klar, sicherlich gibt es Unterschiede in der Vergütung bei denen. Ganz klar, nach der Abhängigkeit der Preisgelder und Sponsoren. Aber ein wichtiger Unterschied ist immer, dass die ja auch zwischen den Einheiten eben nicht noch arbeiten gehen, wie der normale Age-Grouper. Zumindest die meisten. Es gibt sicherlich auch Profis. Ich kenne auch einige, die auch eben noch neben dem Profitum oder dem Profistatus noch arbeiten gehen. Aber dann auch meistens nicht Vollzeit. Und das ist, glaube ich, schon ein wichtiger Unterschied, der da zumindest bei den Top-Profis, also Christian Blumenfeld oder Jan Frodeno zu sein, Zeiten, den hättest du jetzt nicht noch irgendwie mal 40 Stunden am Bürotisch gesehen irgendwo. Das kann man sich schwer vorstellen. Es ist jetzt auch sehr plakativ, glaube ich, ganz bewusst einmal gewählt. Aber damit auch einfach klar wird, wie paradox es klingt und die 10 Stunden, die du nennst, ich kenne einige Age-Grouper, die trainieren trotzdem 15 bis 20 Stunden die Woche oder sogar mehr, trotz 40 Stunden Woche. Und da ist natürlich Regeneration ein Riesenthema plötzlich. Weil Regeneration, wir hatten es im Vorgespräch schon kurz, Regeneration ist ja nicht unbedingt, wenn ich im Auto von der Arbeit nach Hause bin, sondern Regeneration ist schon bisschen mehr damit gemeint. Du hast gerade so schön dieses Stichwort gesagt, wie die die Belastung auch verarbeiten oder die Trainingsintensität verarbeiten können der Körper. Was meinst du genau damit oder was ist dir dabei wichtig, wenn du die Sportler begleitest, Dennis?
Dennis: Bei mir ist es ja auch. einmal, ich lege großen Wert auf Versorgung. Wie ist die Einheit vorher versorgt worden? Während der Einheit ist danach gleich Proteinshake mit Kohlenhydratmischung getrunken worden. Einfach nur die Regeneration anzuerlegen. Und ich lege da auch Wert darauf, dass allgemein die Athleten auf ihren Gesamtenergieumsatz kommen. Das was wirklich verbrauchen plus Sport, dass da ungefähr hinkommen. Und wenn sie da nicht hinkommen, wie soll dann der Körper regenerieren? Der hat die Energie, was er zugeführt bekommen hat, die hat er sich irgendwie, die Braucher, sich selber am Leben zu erhalten, sagen wir mal so. Und wenn ich halt immer Langdistanz-Athleten, der verbraucht dann an meinem Trainingswochenende am Tag 6000 Kalorien und wenn er halt nur 2000 zuführt, wie soll er regenerieren? Da lege ich schon Wert darauf, dass die Athleten richtig essen und die Einheiten gut versorgen.
Jonas: Wenn du jetzt sagst,
Dennis: Da geht es bei mir schon los.
Jonas: ja, ich verstehe schon, ... das heißt, du beobachtest den Energiehaushalt, ... also den Verbrauchten, als auch den Zugeführten, ... die Differenz, also Kaloriendefizit beispielsweise. Worauf legst du dann Wert, beziehungsweise ist, ... ich sag mal provokant, als Frage formuliert, ist eine Kalorie gleich eine Kalorie?
Dennis: Ja gut, da kann man jetzt darüber diskutieren. sag mal, wenn ihr eine Athletin habt, ist unterfasshockstständig, dann, wenn sie Gummibärchen isst, ja, Hauptsache du isst was. Ja, aber Kalorie ist eigentlich nicht gleich eine Kalorie. Gute Kohlenhydrate, schlechte Kohlenhydrate, da ist schon mal der Unterschied. Auch der Zucker ist ja genug Energie. Buchzefte ist genug Energie, ja, aber macht es immer Sinn, den ganzen Tag nur Apelsaftscholer zu trinken? Nein, also lieber auf das Essen achten, ausgewogen. wenig Zucker, sag ich immer Industriezucker, weil die Athleten mit ihren Gels und Riegel und isotonische Getränke genug Zucker zu sich nehmen. Also da sag ich, dass Kalorien nicht kleine Kalorien.
Jonas: Nee, das war auch bewusst jetzt einfach, dich da ein bisschen mal vorzufühlen. Das sehe ich ganz genauso. Klar, da gibt es riesen Unterschiede. Ich würde sogar, ich gehe sogar einen Schritt weiter, ehrlich gesagt, bei uns noch. Und das vielleicht einfach nur mal ein kleiner Einblick in unsere Begleitung. Wir tracken tatsächlich gar keine Kalorien mehr. Sind davon komplett abgekommen, weil es Aus meiner Sicht, also weil das eine gute Methode ist, erstmal den Energiehaushalt zu prüfen, was habe ich im Training verbraucht. Jede Trainingsuhr kann das ja mittlerweile anzeigen. Und damit kann ich natürlich sehr einfach tracken über den Tag, was habe ich verbraucht und was habe ich wieder zugeführt. Letztlich haben wir aber festgestellt, ist das eine Methode, die, da sprechen wir gleich noch drüber, über die Athletentypen, die sehr gut in diesen Typ 2 passt, in den Optimierungsathleten, der eben vieles trackt, nur das kleine Spoiler schon mal. Die Kunst dabei ist, wie du es gerade schon angesprochen hast, der Athlet muss sich beschäftigen mit, welche Kalorien, also, eine Kalorie jetzt überhaupt eine Kalorie? Oder wenn nein, okay, wenn nein, ist die naheliegende Antwort, ist klar, aber wenn nein, wenn keine Kalorie, keine Kalorie ist, dann ist die Frage, die sich der Athlet dargestellt, was bedeutet das denn jetzt? Das heißt, ich muss mich damit beschäftigen, was darf ich essen, was kann ich nicht essen? und muss dann am Ende wieder mein Essen tracken oder irgendwo in Ernährungsberatungen eingeben oder im Prinzip mit dem Handy fotografieren, dokumentieren, es auch wieder 1000 Apps schon, die das dann alles ausrechnen. Da wird es einem ja sehr leicht gemacht, worauf ich hinaus will, dass diese Routinen, die ja alle das Ziel haben, die Regenationsfähigkeit zu erhöhen, wenn die ausgeübt werden, oftmals in unserer Beobachtung schon wiederum Stress erzeugen. Wenn ich das jetzt weiterdenke, wenn ich nicht nur mit dem Essen anfange, wenn ich jetzt auch noch mit weiteren regenerationsrelevanten Details anfange, wie Schlaf, mit Trinken, Trinkmenge, mit Bewegung, mit Sitzen, mit Arbeiten, theoretisch auch letztlich, dann komme ich ja im Prinzip in einen Zustand, wo ich mein ganzes Leben oder meinen ganzen Tag die ganze Zeit irgendwelche Sachen tracke und auswerte. Und Dabei eines vergesse nämlich, dass Regeneration letztlich bedeutet, ich sage mal ganz einfach in meinen Worten, wie ich mich entspannen kann. Wenn ich entspannt bin, dann kann ich auch besser regenerieren. Weil wenn ich nämlich einfach nur
Dennis: Ja.
Jonas: auf der Couch liege, ich glaube, das ist plakative Gegenbeispiel, kennen wir alle, wenn wir auf der Couch liegen und nach einem Trainingstag und gestern hatten wir ... reife hier eine intensive Einheiten oder Belastungen. Am nächsten Tag ist Pause. Man liegt auf der Couch und denkt so, ich will heute unbedingt wieder los. Die ganze Zeit denkt man, ich will heute wieder trainieren. Diese zwei Stunden auf der Couch, die sind keine Trainingserholung, keine Regeneration, weil ich mich die ganze Zeit so unter Stress gesetzt habe. Das heißt, wir hatten es im Eingang schon, dieses typische Phänomen entsteht daraus, ein bisschen überspitzt formuliert, dass ... Ich sag mal provokant, du kannst ja gerne nur sagen, was du dieser Aussage sagst, Dennis. Viele Age-Grouper durch die Belastung, durch den Alltag, den die haben mit ihrem Vollzeitjob oder selbst Teilzeit und Familie, was die alles da an Herausforderungen haben, ich größten Respekt vor, ganz ehrlich. Meine These ist, dass die meisten von denen mit zwei, drei Stunden weniger Training die Woche sportlich erfolgreicher wären, wenn sie die zwei, drei Stunden weniger entspannt. absolvieren würden und sich damit gut fühlen würden. sagst du dazu?
Dennis: Ja, da bin ich bei dir. Aber das Problem ist, dem Athleten das beizubringen. Hey, mach mal weniger.
Jonas: Da bin ich auch bei dir.
Dennis: Mach mal weniger, entspann dich. Setz mal aus. Es gibt gewisse Stresssituationen. Natürlich, wenn du den Athlet schon länger beträumst und der läuft eine Pipi nach der anderen, dann vertraut er dir. Du musst den aber erstmal... Das ist ein langer Weg bis dahin mit sehr viel Kommunikation. ihn zu beruhigen. ja, es ist richtig, immer weniger macht und diese Zeit zur Regeneration nimmt oder einfach mal Zeit für sich nimmt. Wenn das möglich ist, dann hast du dadurch mehr gewonnen, als wenn du die drei Stunden nochmal auf dem Rad sitzt.
Jonas: Genau, und das bitte jetzt auch nicht falsch bestehen. Man darf trotzdem schon auch trainieren. Also auch wir sind jetzt nicht gegen Leistung oder so. Das haben wir teilweise schon mal als Feedback bekommen. Wir sind ganz klar pro Leistung und auch pro Leistungssport. Das ist immer nur die Frage, welcher Motivation, auf welcher Grundlage kann ich Leistung ausüben? Und wie gesagt, ich habe da allergrößten Respekt vor, wenn jemand Vollzeitjob hat ... und dann eben noch in diesen Umfängen trainieren geht. Also alles, was zweistellig im Stundenumfang ist, ist ja schon einfach heftig. Ich meine, das sind wir bei ein bis zwei Stunden ... pro Tag im Schnitt. Vielleicht am Wochenende ein bisschen länger, ... dann bin ich unter der Woche bei einer Stunde vielleicht. Trotzdem ist es ja wirklich, ... ja, das muss erstmal jeder in seinen Alltag integrieren ... können und wollen. Und da gehört ja auch eine Familie oder eine Frau dazu, die das mitträgt oder die Partnerin macht auch Sport ... oder wie auch immer. Und es geht auch nicht darum, eben einfach weniger zu tun, sondern es geht darum, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Und da hast du vollkommen recht, da brauchst du ein Vertrauensverhältnis für. Und wir haben ganz klar festgestellt, es gibt letztlich zwei Gründe, aus denen sich Menschen bereit sind, zu verändern. Das ist einmal Schmerz als Leidensdruck heraus. Wenn es nicht mehr geht, wenn ich mich so oft verletzt habe, dass ich merke, irgendwas sollte ich vielleicht ändern. Oder aber der Wunsch nach Veränderung. Und traurigerweise ist die Beobachtung, die wir bisher haben, 95 % zu 5 ungefähr. Also 95 % verändern sich aus dem Leidensdruck heraus. Und 5 % steigt langsam aus dem Wunsch nach Veränderung. Das heißt, der Körper ... muss erst relativ viele Warnsignale geben, dass der Sportler bereit ist mal genauer hinzuschauen.
Dennis: Das ist das. Ich sag's auch immer, dem Athleten, also mit Vollzeitshop, mit Familie, muss nach der Arbeit mit dem Kind zum Kindertouren oder zum Fußballplatz runterfahren und dann kommt er heim, Abendessen, Kinder ins Bett bringen und dann geht er laufen. Dann sag ich, reflektier's mal, du bist 6 aufgestanden, bist in die Arbeit gegangen, bist heimgekommen, hast mit den Kindern was gemacht, Abendessen, Kinder ins Bett und jetzt bist du dran. Er sagt, ja, und das geht täglich so. Wann will dein Körper regenerieren? Wann gibst du ihm die Energie, dass er das Training, was du machst, heute adaptieren kann? so kann man es dann noch mal visualisieren. Wenn sie halt dann abends totmüde sind und gehen nochmal auf die Rolle, ja manchmal muss es sein, hilft dir auch nichts bei den Langdistanz-Athleten, aber manchmal muss man auch sagen, jetzt setzen wir aus. Du stressst dich, den Plan zu erfüllen, das stresst den Körper noch mehr, der Stress.
Jonas: Richtig, ja das ist doch eine gute Überleitung. Lass uns da mal vielleicht kurz in die Athletentypen eintauchen. Ich kann sie dir einfach kurz vorstellen und du kannst mal einfach durch dein inneres Auge schon mal sämtliche Sportler durchrattern lassen, die dir so einfallen oder vielleicht die dir in den Sinn kommen. Bitte keine Namen nennen, alles gut, das bleibt alles vertraulich und anonym natürlich. genau, so haben wir zumindest die Erfahrung, dass da ganz oft sich Menschen wiederfinden und das ist gar nicht schlimm, es ist immer ein Zustand und das Schöne ist, das kann ich vorwegnehmen. diese Typen, diese drei Athletentypen, sind nicht genetisch irgendwie vorbestimmt, sondern die sind veränderbar. Ich selber habe in meiner Leistungssportzeit zweieinhalb Zustände davon kennengelernt, sage ich mal, was die gleich sind, können wir gerne besprechen. genau, ist und jeden, den es interessiert, der kann das dann auch unter dem Video, wie gesagt, in dem Fragebogen gerne selber herausfinden. Dauert fünf Minuten, kostenfreie Thema erledigt. Also der erste Athletentyp ist der Trainingsathlet. Klassisches Motto, viel hilft viel. Der macht einfach mehr Umfänge, mehr Belastung, mehr Intensität. Und der macht dann, wenn der Ruhetag auf dem Plan steht, macht er eine lockere Einheit. So. Und der hat dann ganz oft den Effekt, dass er so bisschen wie du es gerade beschrieben hast, der ist einfach abends, vielleicht bringt er die Kinder noch ins Bett und geht trotzdem noch laufen, obwohl er einfach schon richtig platt ist. Weil Training ist nicht einfach nur Volumen im Training, sondern auch Belastung über den Tag. Der hat dann den Effekt, dass er oftmals sehr stark im Training ist, aber am Wettkampftag einfach platt ist und leer. Und einfach nicht das abrufen kann, was in ihm steckt. Der hat auch sicherlich immer einen guten Wettkampf, keine Frage. Aber das ist so der klassische Trainingsathlet. Der Optimizer-Athlet, der hat erkannt, dass diese im ... ... der Trainingsathletenphase ... die Regenation oftmals sehr kurz kommt ... ... und fängt an diese Regenation zu optimieren. Das heißt, er ... fängt an ein bisschen überspitzt formuliert ... ... sein Schlafverhalten zu tracken, ... seine Ernährung zu tracken, sein ... ... HIV jeden Morgen zu messen, ... seinen Ruhepuls und so weiter. Du kennst das alles. Jeden, keine Ahnung, am liebsten ... ... jede Woche eine Leistungsdiagnostik, ... wie gesagt überspitzt. Damit ich bloß meinen ganzen Trainingsvortritt tracken kann. Der geht jeden Morgen in die Eistonne, jeden Abend in die Recovery Boots und so weiter. Und das an sich alles gute Tools, gar keine Frage, will ich überhaupt nicht abwerten in keinster Weise. Alle sinnvoll oder viele sinnvoll davon. Manchmal kann man sich vielleicht die Frage nach dem Grenznutzen stellen in Bezug auf die Regeneration. Aber worauf ich hinaus möchte ist, das sind alles Biohacking-Methoden letztlich, die den Körper von außen versuchen zu optimieren. Das heißt, die Summe Das ist ganz spannend bei diesem Optimierungsathleten. Die Summe dieser Routinen, die der macht, seine Regeneration zu erhöhen, die erzeugt Stress. Du hast es gerade selber angedeutet, dass es Athleten bei dir gibt oder dass Athleten kennst, die so viel tun, so viel trainieren auch und im Winter schon anfangen wollen, im Sommer nicht mehr steigern können, weil sie das Volumen gar nicht mehr haben als Pufferzone. Das erzeugt dann quasi schon Stress oder den Trailsplan gar nicht erfüllen zu können an einem bestimmten Tag, obwohl eine lange Einer draufsteht. Weil was auf der Arbeit vielleicht anders gelaufen ist als geplant. Und diese Athleten, machen bei der Radausfahrt einen Stopp beim Bäcker, trinken einen großen Cappuccino, essen Zimtschnecke oder ein Stück Kuchen und trinken große Cola. Weil sie haben ja schon so viel Energie verbraucht an dem Tag in der Einheit. Und das Spannende ist dabei dann, dass diese Athleten, die machen einen riesen Leistungssprung, wenn sie mit strukturiertem Training anfangen, ganz klar, sobald sie einen Trainer haben, sobald sie einen Trainingsplan haben, kommt dann dieser riesen Leistungssprung. Aber ... Die haben das Ergebnis im Wettkampf, das wird wie so eine Lotterie. Das heißt, es ist mal richtig gut. Und dann gibt es Tage, da gibt es einen Einbruch im Wettkampf, und die können sich das nicht erklären. Weil sie haben genauso trainiert. Zwei Wochen vorher hat es geklappt, zwei Wochen später klappt gar nichts mehr. Dann reden wir nicht über zehn Sekunden langsamerer Laufpace, sondern über mehr oder vielleicht sogar gehen zwischendurch. Natürlich je nach Streckenlänge. Gerade jetzt Richtung Mitteldistanz oder Langdistance. Und da macht Geh-Pausen ja durchaus ein paar Minuten oder auch mal eine Viertelstunde Unterschied. Und im letzten Trainingstyp, im letzten Athletentyp kommen wir dann zum Regulated Athlete. Der ist ganz unspektakulär eigentlich. Der liefert, wenn es zählt. Das heißt, da ist ein Wettkampf und der performt. Dann gibt es im Prinzip, es gibt ein schönes Beispiel, den man das dann nennen kann. Es gibt ... Am Start kennst du bestimmt, hast du schon im Kopf gehabt, denn es gibt einen Start im Wettkampf und der wird verschoben 10 Minuten, weil irgendwas dazwischen gekommen ist. Und dann regen sich alle Athleten auf und werden laut und nervös und alle kloppen sich gefühlt. Am besten weil sie schon im Wasser waren und wieder raus müssen oder wie auch immer. den Neonormale wieder aus. Keine Ahnung was alles plötzlich dann nicht mehr passt. Und dann gibt es diesen einen Athleten, der irgendwie am Start steht und einfach nur lächelt und den interessiert das alles überhaupt nicht. Das wäre dann so dieser Regulated Athlete, weil... denen interessieren diese äußeren Umstände überhaupt nicht. Lässt sich davon überhaupt nicht runterziehen. Und ... ... der hat, kämpft quasi nicht gegen seinen eigenen Körper. Der hat keine Verletzungen, der hat keine Allergien, der hat eine stabile Verdauung ... ... und dadurch maximale Regeneration. So, das ist jetzt mal ... ... das Konzept. Und jetzt darfst du ... mal sagen, ob dir das eine oder andere davon bekannt vorkommt ... ... als in deiner Erfahrung als Trainer.
Dennis: Ja, eigentlich alles quer bitten. Vor allem die Leute, die jeden Tag ihre Daten tracken und ausbeten und weh. Ein Wert ist mal über der Toleranz oder Linie draußen und dann in Panik verfallen und dann wieder Stress auslösen. Also ja, da gibt es genügend.
Jonas: Genau, das ist auch so unsere Erfahrung.
Dennis: Ausgemisst.
Jonas: Typ 1 und Typ 2, das sind so Zustände, verschwimmen so ein bisschen. Da wechselt man auch mal hin und her. Das ist jetzt nicht festgefahren.
Dennis: Ja, genau.
Jonas: Da gibt es auch vielleicht mal einen Wettkampf, der Richtung Typ 3 schon geht. Aber so die Erfahrung zeigt, Typ 1 und Typ 2 sind so die am häufigsten Vertretenden. Und so wie du es beschreibst, genau, ist immer irgendein Wert dann außerhalb der Kontrolle oder außerhalb der Normbereiche und was auch immer der Normbereich ist, spielt ja gar keine Rolle, aber außerhalb des Normbereichs und dann wird schon durchgedreht. Und was aber dieses Durchdrehen für einen Effekt hat, das wiederum wird ja nicht gemessen, das hat ja dann viel größere Auswirkungen, als wenn ich einfach entspannt geblieben wäre.
Dennis: Richtig. Das löst wieder Stress aus. Das Potentialspiegel steigt und dann zieht sich das den ganzen Tag durch. Dann läuft in der Arbeit was schief. Noch mal mehr Stresslevel und ja. Das sind, habe ich auch einige Athleten, die mittlerweile schon besser geworden sind. Aber es gibt immer noch diese, die hadern dann. Die fangen an zu hadern und dann ... funktioniert der ganze Tagesablauf nicht mehr, das ganze Training nicht mehr. Das Training ist schon unter Stress absolviert dann. Dann regen sie sich auf. Dadurch steigt dann beim lockeren Grundlanglauf nochmal der Pulsierer, weil sie gestresst sind. Das zieht sich alles durch.
Jonas: Was würdest du da mit solchen Athleten machen,
Dennis: Erstmal würde ich immer sagen, diese schönen Garmin-Uren oder sonstigen, leg die einfach mal beiseite. Nimm sie nur für dein Training. Stressfaktor weniger. Ja, es merkt das sein, wenn die HRV mal bisschen zu tief ist. Ja, aber du hast ja immer noch dein Körpergefühl. Das sagt dir, wie geht's mir? Fühlt mich schlecht? Oder nur energielos? Oder kommt irgendeine Krankheit? Man spürt doch das sehr. Das ist nicht immer jeden Tag so, wenn du aufstehst. Leg diese Uhr mal weg abends und lass über Nachts einfach weg. Du hast schon Stresspotenzial weniger. du baust... Das triggert dich morgens nicht mehr an. Gleich aufstehen, die Uhr schauen, wie waren meine Werte. Nee. Tu es mal weg und so bringst du die Leute dann schon langsam weg davon. und viel reden mit den Leuten reden.
Jonas: Ich wollte gerade sagen, erlebst du da eine Offenheit bei den Athleten? ist das mehr so dieses, meine, worauf ich hinaus will, das ist, glaube ich, auch ein wichtiger Punkt. Das sehe ich bei dir genauso raus, aber möchte ich an der Stelle für die Zuschauer oder Zuhörer klarstellen. Am Ende diese Motivation hinter den meisten Athleten, und da würde ich jetzt mal fast alle mit einbeziehen, die ich kennengelernt habe, ist, sie wollen besser werden. Das heißt, alle diese Athleten verbindet eines, sie wollen besser werden. Erstens und Sie wollen besser werden mit dem, was sie am besten wissen, tun zu können. Das heißt, sie tun alles, was sie denken, am besten für sie ist. Die tun das meistens ja nicht. Oder in den meisten Fällen ja nicht, sich selber zu schaden. Vielleicht wissen sie im einen oder anderen Fall, das hätte ich heute mal lassen sollen, aber das ist eher die Ausnahme. Vielleicht kommt diese Erkenntnis im Nachhinein, nach der Saison oder nach dem Wettkampf oder wie auch immer. in den meisten Fällen ... Das das, ich erlebe und deswegen möchte ich auch an der Stelle diese Wertschätzung für die Athleten aussprechen. Ganz ehrlich, ich feier jeden Athleten, der überhaupt sich bewegt und Freude am Sport, an der Bewegung hat. Weil jeder Tag, wo man sich bewegt, ist besser, als wenn man Tag auf der Couch rumliegt. Keine Frage, aber das vergisst man als Sportler, gerade als ambitionierter Sportler manchmal, dass es ja auch einfach den Spaß an der Bewegung ganz simpel geht. genau, was würdest du diesen Menschen sagen? Wenn die zu dir kommen und sagen, du Dennis, irgendwie, brauch deine Hilfe, was kann ich tun?
Dennis: Ja, als erstes man mal durchleuchten, wie hat er bis jetzt trainiert gehabt, wie hat sein Training ausgeschaut. Hat er zumindest seine Trainings versorgt oder ist er morgens nüchtern gelaufen? Es gibt ja auch solche Leute, morgens nüchtern intervalle Also man muss erstmal genau mit den Reden des Trainings durchleuchten und dann einfach mal einen Plan erstellen, ihn danach trainieren lassen, ihn kennenzulernen und dann, dass man die Potenziale sieht. Also das wäre erstmal das Wichtige und dann halt nach und nach neuen Input reinbringen. Nur nicht gleich komplett alles umschmeißen, sondern nach und nach den langsam ranführen an die Struktur, an strukturiertes Training. dann kann man immer noch an den Stellschrauben drehen.
Jonas: Genau, du sprichst jetzt aber, wenn ich dich richtig verstanden habe, ... korrigier mich bitte, von Menschen, die jetzt eigentlich das erste Mal ... richtig mit einem Trainingsplan starten ... ... und damit beginnen dann wirklich Strukturen in ihr Training zu integrieren, oder?
Dennis: Genau, erstmal bei dem, sagen wir mal beim Anfänger oder einer, wo immer nach freier Schnauze trainiert hat und halt nicht mehr weiter gekommen ist. Dann haben wir natürlich schon diesen Typ 2 mit ihm. Dann muss man schauen, vielleicht hat er auch alles richtig gemacht, aber er hat halt nach den falschen Trainingstunden trainiert. Gibt's ja auch. Also wenn er halt von dieser Läuft jetzt 10 Kilometer in 4 Minuten, dann müsste sein lockerer Long-Wand bei 5,30 sein. Ich sag's jetzt einfach nur mal so frei raus, wenn man nach der Formel geht. Aber eigentlich müsste er 6 Minuten laufen, weil er einen schlechten Fettstoffwechsel hat. es gibt ja so viele Möglichkeiten, wie man ihn optimieren kann. Und natürlich auch, wie sieht seine Regeneration aus? Wie sieht sein beruflicher Alltag aus? Das muss man alles mal genau durchleuchten bei diesen Typen. Tipp 2.
Jonas: Richtig, definitiv. du hast es so schön angesprochen, ... ... vielleicht auch in die Typen noch mal einsortieren, ... die mit dem strukturierten Training beginnen dann und wirklich merken, okay, sie erleben dann Effekt. Das wäre jetzt so klassisch dieser Übergang von Typ 1 zu Typ 2. Es gibt auch schon im Typ 1 natürlich Menschen, die einen Trainingsplan haben, wie gesagt, ... am Ruhetag eine lockere Einheit. Aber das ist so oftmals der Einstieg ins Training und ist so dieser Glaube einfach intrinsisch, weil man ja damit begonnen hat, durch mehr Training bin ich besser geworden. Das heißt, ich habe die Erfahrung gemacht als Sportler, durch das ich durch mehr Training mich weiterentwickelt habe. Also denke ich, dass diese Kurve linear weiter nach oben geht. Und wenn ich dann mal eine Schwächephase habe oder ein Warnsignal meines Körpers, dann reagiere ich, indem ich wieder mehr mache, härter zu mir bin. und am Ende wieder mehr die Intensität erhöhen, anstatt vielleicht mal herauszufinden, wo kommt es wirklich her, was ist die Ursache, was ist der Ursache gewesen und nicht das Symptom. Wir reden da immer viel von diesen fünf Körpersignalen, also Stimmungsschwankungen, Schmerzen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen und niedriges Energieniveau. Und wenn ich eins von diesen fünf habe, oder mehrere, akkumuliert sogar, dann habe ich im Prinzip ein Thema, weil dann wird dieser nächste Renneinbruch, ist meine These, klar kommen. Dann ist nicht die Frage, ob der kommt, sondern nur wann, weil es ist nicht der Normalzustand, dass wir diese fünf Signale haben, sondern dann passt in unserem Körper was nicht. Oder in unserem Alltag, kann sein, aber der Alltag hat Auswirkungen auf unseren Körper.
Dennis: Bist du dicker?
Jonas: Genau. Was würdest du sagen, für uns, was wir festgestellt haben, dann auch bis in diesen Optimierungsathleten, den du gerade genannt hast als Beispiel, denen so bisschen zu helfen, haben wir festgestellt, dass es sehr hilfreich ist, denen zu zeigen, wie sie in die Endspannung kommen können. Also Regulation letztlich einfach als ganz simple Definition der die bewusste Fähigkeit zwischen Spannung und Entspannung wechseln zu können, nach Belieben des Adäten. Würdest du das mitgehen oder was würdest du dazu sagen?
Dennis: Ich würde mich gern. Eindeutig ja.
Jonas: Okay, und was würdest du sagen, was hilft deiner Erfahrung nach? Was sind gute Methoden, den Sportler zu helfen, in dieser Entspannung zu finden? Weil, wie gesagt, ist ja vor allen Dingen, meine Frage zielt darauf ab, dass wir ja gerade schon festgestellt haben, dass oftmals die Offenheit des Athleten die Voraussetzung ist. Natürlich, klar, das nehmen wir jetzt mal voraus.
Dennis: Ja, natürlich ja.
Jonas: Das setzen wir jetzt als Grundlage, dieser Athlet ist offen. Der ist auch selbstverantwortlich für sich und für seine Leistung und schiebt es nicht an irgendeinen Trainer oder an irgendwelche äußeren Rahmenbedingungen ab. So, aber der merkt, ich habe einfach ganz viel Spannung in meinem System. Wie kann ich mich jetzt wieder entspannen? Was kann ich da tun?
Dennis: Ich muss also
Jonas: würdest du eben sagen.
Dennis: er muss versuchen, seinen Stress erst einmal zu reduzieren. Wenn ich dauer gestresst bin, egal durch was, privat, beruflich, Training, Leistungsdruck, wenn man sich mit Vereinskollegen vergleicht oder mit Freunden, man muss ihn da erst einmal das Stresslevel sinken, runterbringen. Mit viel Reden, auch mal die Einheiten dann kommentieren mit wo man ihnen viel lobt, dass er einfach sagt, ist auf dem richtigen Weg, dass er runterkommt. ja, und manchmal muss man auch, also ich hab, ich kenn eine Mentaltrainerin, also hab ich noch nicht den Fall gehabt, aber dann würde ich auch diese Leute zu ihr schicken, weil die kann ja nochmal Einfluss auf ihn oder auf ihr nehmen. Das wäre Stresslevel senken. Oder zu euch.
Jonas: Beispiel. das ist, genau,
Dennis: Ja, ist.
Jonas: ist ja das, was wir, sorry, redet gern fertig.
Dennis: Im Endeffekt will er auch als Trainer, sieht man auch manchmal auch nur seine eigene Brille, ich will diesen Athleten voranbringen. Er muss performen. Und vor allem wenn es dann so in die Wettkampfwochen zugeht, dann sagst du, er haut dann nochmal richtig einen drauf bei dem Testwettkampf und so und dann er nochmal mehr gestresst. Ja, da muss man sich auch mal fragen, wie es so gelaufen, bin ich ja noch auf dem richtigen Weg, dass ich ihn so richtig betreue. Oder muss ich was an mir ändern, dass erst ein Stresslevel sinkt? Also es gibt ja so viele Möglichkeiten oder Ursachen, wo man sagen kann, ja, da muss man nochmal was verändern. Aber ohne Veränderung
Jonas: Definitiv.
Dennis: geht's nicht.
Jonas: Definitiv. ich glaube, das ist so die wichtigste Voraussetzung. Wir reden immer ganz gerne über Offenheit des Athleten. Letztlich ist die ... Es sagen viele, dass sie offen sind. sagen auch viele, dass sie die Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Aber die Frage, was die Spreu vom Weizen dann wirklich trennt, ... die Bereitschaft zu haben, auch alte Muster zu verändern oder auch mal loszulassen. Weil, wenn ich mich bisher so ernährt habe, wenn ich bisher so gelebt habe, einen Lebensstil gehabt habe ... Dann heißt es ja nicht, dass es schlecht ist. hab bisher alles richtig gemacht in dem Wissen, ich hatte. Wenn ich aber trotzdem noch Probleme habe oder Symptome habe, dann darf ich halt vielleicht was ändern oder ich hab halt ein Problem. So, jetzt vielleicht noch mal ein bisschen, das zu vertiefen, denn ich finde den Gedanken gerade sehr spannend. Wenn jetzt der Athlet sagt, okay Find ich total einleuchtend, was du mir gesagt hast, Dennis. Aber woran merke ich denn jetzt, dass ich Stress habe in meinem System? Also Stress ist ja irgendwie, also wir reden immer ganz oft davon von Stress. Jeder ist gestresst, irgendwie gefühlt. Alles erzeugt Stress. Woran merke ich das konkret? Was würdest du ihm sagen?
Dennis: Ich sage ihm einfach, versuche zu mal, geh mal eine Stunde auf die Couch und schau mal, ob du abschalten kannst. Zu 99 Prozent der Fehler kann er nicht abschalten, weil er ihm so viele Dinge durch den Kopf gehen. Übrigens ist es rein nur, auf den man Sport bezieht. jetzt habe ich die Einheit, das muss ich morgen jetzt machen. Wann baue ich die ein? Wenn der dann versucht, sich zu entspannen, runterzukommen, dann geht er seinen Tagesablauf, seinen Wochenplan auch noch mal durch und fragt sich, wie kann ich das optimieren, dass ich da meine Trainingsunterbringung. Statt zu mal komplett abschalten von diesem Sport. Schwierig.
Jonas: Bist du
Dennis: Oder Schlafqualität in der Nacht. Wenn ich morgens aufstehe, bin hunge müde, hab sieben Stunden geschlafen, dann muss ich wissen, dass ich dann auch gestresst bin, dass ich mit dem Schlaf nicht mehr erholen kann. Weil mein Körper halt immer, oder ich im Hinterkopf immer hab, wie bring ich das und was mach ich da, wie mach ich das. Ich kann die Einheit nicht zwitscheln, ich kann nicht ausfallen lassen. Ich muss morgens zum Einkaufen gehen und muss mein Kind jetzt von früher vom Kindergarten abholen zum Beispiel und das löst in ihm Stress aus. Und da muss man den Weg finden runter zu bekommen, denn klar den familiären Stress kann man nicht abschalten, aber man kann Einfluss auf sein Training nehmen und vielleicht auch mal zwei Restdays in der Woche einplanen. Und dann vielleicht eine Stunde im Planhahn schreiben, nehmt ihr Zeit für dich. Hab ich auch schon mal gemacht. Einfach mal Leg dich hin, geh spazieren und nimm Zeit für dich zum Abschalten. Wenn du nicht liegen kannst, dann geh spazieren. Und hör Musikpodcast irgendwas an, was nicht mit dem Sport zu tun hat. Zum runterkommen.
Jonas: Ja, das ist absolut richtig. Ich würde es vielleicht noch ganz pragmatisch, weil wir da auch ganz oft gefragt werden und ich da auch immer viel überlegt habe, wie kann ich das jetzt wirklich greifbar machen? Ich würde letztlich Stress oder sagen wir mal so ein Körper, der außerabweichend ist von dieser Urzustand, von der ursprünglichen Norm, wie wir sie jetzt mal definieren. Und diese Norm, die ursprüngliche Norm ist letztlich die Voraussetzung für wirkliche Leistungsfähigkeit. dann ist eine Abweichung, dann vor, wenn wir eines dieser 5 Signale haben. Das sind ganz konkrete, ich kann sie gerne wiederholen, wenn ich mit der Verdauung ein Thema habe. Das heißt nicht, dass ich gleich Durchfall haben muss, sondern es reicht schon, ich merke, heute krummelt mein Magen komisch, irgendwas liegt mir schwer, ich hab nicht richtig gegessen, liegt schwer im Magen, kennt jeder von uns. Ja, war vielleicht nicht ganz optimal. Dann hab ich Schmerzen, hab Stimmungsschwankungen. Das ist nicht gleich, dass ich mich eine Snickers-Werbung oder Diva aufführen muss. Sondern, ja, das kann auch sein, dass ich einfach mal gut drauf bin, mal nicht so gut drauf bin und gar nicht so genau weiß, was liegt da. Was ist der Unterschied? Oder am
Dennis: Hm?
Jonas: Montag ging die Woche schön los, am Donnerstag bin ich gereizt und weiß gar nicht, was das Problem ist. Eine Kleinigkeit hat mich aus der Haut fahren lassen, was jeder von uns kennt. Das sind das Stimmungsschwankungen klingt immer so nach keine Ahnung, nach Frauenthema, wenn ich mal bös formulieren. Das ist vollkommen Quatsch, möchte ich mich ganz klar von distanzieren. Das ist einfach die Gereiztheit letztlich, wie kurz ist meine Zündschnur. Und dann habe ich noch Schlaf, und da geht es eben darum, schlafe ich sieben Stunden oder eben nicht. Und selbst wenn ich sieben Stunden schlaf, erhole ich mich vielleicht wie vier oder erhole ich mich wie sieben oder acht. Das ist nämlich die Stundenanzahl, ist ja nicht gleich die Qualität. Und ich glaube,
Dennis: Und dann
Jonas: der Kinder hat, ich kann es nur von mir sagen, ich habe zum ersten Mal verstanden, dass Schlafentzug eine Foltermethode ist, als ich Kinder hatte. Also,
Dennis: Höh!
Jonas: weil diese Fremdbestimmtheit im Aufwachen, die ist schon echt fies teilweise. Und wir haben zum Glück Kinder, die sehr gut schlafen, aber ja, das kommt
Dennis: Ja.
Jonas: trotzdem mal vor. Und ja, Schmerzen, der letzte Punkt ist quasi auch Ganz wichtig, da geht es nicht darum, dass ich jetzt gleich Rückenschmerzen haben muss, dass ich einen Hexenschuss habe, sondern Schmerzen ist auch schon, mir zwickt es und zwackt es immer irgendwo im Körper. Ich wache morgens auf und denke so, irgendwie nackenfest und so, das sind auch schon Schmerzen oder letztlich Entzündungen im Körper. Und wenn ich diese Entzündungen habe, dann werden die ja von alleine nicht weniger. Weil in jeder Trainingseinheit, das erkläre ich dir ganz gerne an diesem Beispiel immer, kannst du auch gerne sagen, wie du das siehst, Dennis. In jeder Trainingseinheit haben wir letztlich einen Reiz, der im Körper passiert und die Zeit zwischen den Trainingseinheiten wird dieser Reiz verarbeitet. So und jetzt gibt es hier die zwei
Dennis: Ja.
Jonas: Möglichkeiten, also ganz simpel gesprochen. Und das heißt, ich habe zwischen den Einheiten die Möglichkeit, diesen Reiz besser zu verarbeiten oder schlechter zu verarbeiten. Je nachdem, wie ich die Zeit zwischen den Trainingseinheiten verbringe, hat der Körper bessere oder schlechtere Zeit, zu verarbeiten. Wenn jetzt das Problem ist, wenn jetzt die zweite Trainingseinheit kommt, ohne dass der Reiz verarbeitet ist, dann bildet sich daraus so eine Abwärtsspirale. Das heißt, der Körper wird immer schlechter und irgendwann bricht er ein und ich denke so plötzlich, wie konnte das passieren? Aber ich habe halt wochenlang gar nicht die Trainingsreize verarbeiten können. Oder monatelang oder jahrelang. Manchmal sieht man das erst viel später.
Dennis: Ja genau. Ja,
Jonas: Oder eben mir ist es möglich, die Trainingszeit quasi beizubehalten, aber die Regenationszeit zu verkürzen, weil dann kann ich quasi die nächste Einheit setzen und erhol mich und dann geht die Aufwärtsspirale los, was auch super geil ist. Dann habe ich den Formaufbau, den wir alle kennen, den wir alle haben wollen und ich habe das Gefühl, ich werde von Einheit zu Einheit stärker. Das ist wie so ein beschleunigtes Momentum, was auch trügerisch ist, weil es geht dann auch nicht unbegrenzt hoch, aber zumindest ist es ein ziemlich...
Dennis: Geht's mal hoch.
Jonas: Cooler Effekt und es geht überhaupt mal hoch. Und reicht ja auch schon manchmal, wenn wir Stabilität haben. Oder wie nimmst du das wahr? Würdest du es ähnlich erklären?
Dennis: Ja, ich auch so erklären. Man es jetzt auch über Jahre mitbekommen über einzelne Athleten.
Jonas: Genau, das heißt, du sprichst da auch aus praktischer Erfahrung letztlich.
Dennis: Ja, ja, das ist definitiv so.
Jonas: Wenn wir so ein bisschen zum Abschluss kommen, Dennis, was würdest du sagen, wenn du in unser Gespräch zurückdenkst, haben wir schon viel gesprochen, wenn du in deinen Worten darfst, was trägt deine Leistung wirklich? Und deine Leistung ist natürlich jetzt auch auf deine Sportler übertragen. Was ist die Voraussetzung dafür?
Dennis: Die Voraussetzung ist, erstmal muss die Bereitschaft da sein, zu trainieren und auch die Bereitschaft da sein, was zu verändern. Und ich sage mal, Leistung trägt. Man kann nur Leistung bringen, wenn man locker ist. Wenn ich angespannt und gestresst bin, kann ich nicht leistungsfähig sein, nicht auf Dauer. Und das ist das Wichtigste eigentlich. Die Lockerheit muss kommen, zurückkommen. bei den Athleten.
Jonas: Definitiv, da sprichst du nochmal schön die Spannung an.
Dennis: Das würde ich sagen ist die Lockerheit.
Jonas: Ja, definitiv.
Dennis: Wie jetzt meinst du?
Jonas: Definitiv. Die Lockerheit ist letztlich die Entspannung im Körper, im System. wenn die fehlt, das ist ein wesentlicher Baustein. Und was das für Auswirkungen hat, kann jeder gerne herausfinden. Es gibt zwei Gruppen von Athleten. Jetzt haben wir von drei Athletentypen gesprochen. Und es gibt zwei Gruppen von Athleten. Die kennst du auch beide, Dennis. Beide Gruppen haben sich wiedererkannt in diesem Podcast. an einer Stelle und haben gesagt, eines dieser 5 Signale hatte ich auch schon mal oder kenne ich sogar regelmäßig. Und jetzt gibt es 2 unterschiedliche Arten, damit umzugehen, weil die eine Gruppe sagt, ach, passt schon, ist nicht so schlimm, das betrifft mich nicht. Und die werden irgendwann einen Einbruch haben und fragen sich dann, woher der plötzlich kommt. Und die zweite Gruppe von Athleten, die... sagt sich, Mensch, warte mal, der hat doch erzählt, wenn ich zugehört hab, ich das verstanden hab, der Dennis hat erzählt, ist nicht so cool, der Jonas hat gerade berichtet, das ist mit den fünf Signalen, der hat gesagt, wenn ich die jetzt schon habe, kommt irgendwann der Einbruch, egal, auch wenn ich mir das nicht vorstellen kann, dann kann ich ja vielleicht auch im Vorfeld schon agieren. Und das ist letztlich was, wo sich jeder dann selber einsortiert, und da ist vollkommen wertfrei. Und jeder macht das in seinem richtigen Tempo. Und dabei begleitest du ja auch deine Sportler und das ist ja sehr gut. Ich wünsche dir da weiterhin viel Erfolg und danke dir auf jeden Fall schon mal
Dennis: Okay.
Jonas: für dein Gespräch Dennis und auch deinen Athleten in der Saison. Alles Gute und dass sie richtig loslegen können.
Dennis: Dankeschön.
Jonas: Sehr gerne. Dann danke für das Gespräch und bis bald. Ciao.
Dennis: Bis dann, ciao!